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Verdacht auf parteipolitische Hintergründe

„Aus“ für Krankenhaus Freilassing – Wer wusste vorab Bescheid?

60 Gemeinderäte aus drei Kommunen und 150 Besucher verfolgten die über zwei Stunden dauernde Präsentation des Klinik-Managements.
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Saaldorf-Surheims Bürgermeister Andreas Buchwinkler (2. v.l.) war nicht in die Pläne der Kliniken-AG vorab eingeweiht, Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl (3. v.l.) auch nur indirekt durch den Freundeskreis des Krankenhauses. 

Keine Kommunikation der drei Bürgermeister untereinander? BGLand24.de berichtete ausführlich drei Tage vorher. Der 11. Juli war für das Krankenhauses Freilassing ein schwarzer Tag. Denn seither ist offiziell, was viele Einheimische schon lange munkelten: „Freilassing ist doch kein richtiges Krankenhaus mehr“.

Freilassing/Saaldorf-Surheim/Ainring – In einer gemeinsamen Sitzung der drei Kommunen legte die Kliniken AG die Pläne auf den Tisch: Die stationäre Versorgung wird eingestellt, aus dem Krankenhaus soll eine Art Senioren-Tagesklinik werden und Fachärzte sollen sich ansiedeln. Vielen Besuchern war das Entsetzen anzusehen, ihre jahrelangen Warnungen und Befürchtungen schienen sich nun zu bewahrheiten. Selbst alle Bürgermeister waren nicht vorab informiert.

In der Veranstaltung am 11. Juli verhärtete sich der Eindruck, dass die drei Bürgermeister schon vorab wussten, wie es mit dem Krankenhaus weitergeht. Eigentlich hätten auch alle über die Zukunft Bescheid wissen können, denn alle Informationen wurden am Freitag (8. Juli) im Kreistag in Traunstein behandelt.

BGLand24.de berichtete noch am selben Tag ausführlich unter dem Titel „Kliniken in Freilassing und Berchtesgaden werden umgekrempelt“, darin bestätigte Kliniken Südostbayern-Chef Uwe Gretscher auf Nachfrage bereits, „dass es in Freilassing und Berchtesgaden keine bettenführende Innere Medizin mehr geben wird“. Auch die Spezialisierung auf eine Altersmedizin – Tagesklinik für geriatrische Fälle – und ambulante Behandlungen in einer Art „Gesundheitscampus“ waren also bereits Tage vor der öffentlichen Veranstaltung in Freilassing bekannt. 

Erste Infos im Dezember 2021

Neben den Besuchern war offensichtlich auch Saaldorf-Surheims Bürgermeister Andreas Buchwinkler in die Pläne nicht eingeweiht, als einziger der drei Bürgermeister. Denn die ersten Infos gab es schon viel früher, „über die medizinische Standortstrategie der Kliniken mit allen Details wurde bereits am 17. Dezember 2021 im öffentlichen Teil der Kreistagssitzung Berchtesgadener Land berichtet“, so eine Sprecherin der Kliniken AG.

Eine zweite, „umfangreiche Präsentation des Gesamtkonzepts“ gab es dann am 20. Mai 2022, wiederum öffentlich im Kreistag, „Ainrings Bürgermeister Martin Öttl ist selbst Mitglied im Kreistag“. Zudem habe es im Vorfeld Abstimmungen mit den Fraktionssprechern im Berchtesgadener Land, sowie dem Kreisausschuss gegeben. 

Freilassings Bürgermeister sitzt nicht im Kreistag – war aber dennoch eingeweiht

Freilassing Bürgermeister Markus Hiebl und Saaldorf-Surheims Bürgermeister sitzen bekanntlich nicht im Kreistag, zumindest Markus Hiebl war trotzdem eingeweiht, „denn es gab mit den Freunden der Klinik Freilassing mehrere Besprechungen, bei denen auch Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl einbezogen war“, so die Kliniken-Sprecherin gegenüber BGLand24.de. Hiebl habe auch im Vorfeld zur Sitzung die Gelegenheit genutzt, einen umfangreichen Fragenkatalog an die Kliniken AG zu senden.

Darum konnten die beiden Kliniken-Manager am Ende ihrer Präsentation auch schon einzelne Fragen beantworten, darum entstand bei der gemeinsamen Sitzung in der Mittelschule auch der Eindruck, dass zumindest alle Bürgermeister, sowie alle Stadt- und Gemeinderäte schon vorab informiert waren, was offensichtlich nicht der Fall war

Warum die Informationen aus dem Kreistag nicht bei den Bürgermeistern und Parteien vor Ort landen bleibt fraglich, auch dass die drei betroffenen Bürgermeister offensichtlich einen unterschiedlichen Kenntnisstand haben lässt sich wohl nur Parteipolitisch erklären

Freundeskreis setzt auf Psychiatrie

In einem Interview mit der Heimatzeitung zeigt sich der Vorstand des Krankenhaus Freundeskreises um den ehemaligen Chefarzt Franz Christoph Himmler unterdessen frustriert und kampfeslustig zugleich. Die Psychiatrie würde in Zukunft der Hauptplayer im Gebäude sein und vielleicht sogar ausbauen, so wünscht es sich zumindest der Freundeskreis. Die Stadt habe dafür schon ein Nachbargrundstück gekauft

hud

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