Polizei mit Unfallschwerpunkten und Tipps für die Nord-Süd-Achse

Bilanz 2020: 33 Radler-Unfälle in Freilassing - Meist Radfahrer als „Hauptverursacher“

Fahrradunfälle 2020 in Freilassing
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Die Polizei hat zahlreiche Unfallschwerpunkte in der Stadt ausgemacht, unter anderem der Kreisverkehr beim Penny, sowie die Münchener Straße, die mit einem eigenen Radstreifen allerdings sehr sicher sein sollte.

Die Polizei zieht Bilanz: auch 2020 ist es in Freilassing wieder zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit Radfahrern gekommen - wenn auch weniger als im Vorjahr.

Freilassing - Im vergangenen Jahr hat es im Stadtbereich 33 Unfälle mit Radfahrern gegeben, davon waren 18 Mal die Radfahrer der „Hauptverursacher“, das sind fast zwei Drittel. Bei den 33 Unfällen wurden 30 Radfahrer verletzt. Im Vergleich zu den Zahlen vor dem Corona-Jahr 2020 sind die Zahlen niedriger, im Jahr 2018 rückte die Polizei zu 49 Unfällen mit Radlern aus.

Das zeigt die Unfallstatistik, die Daniel Bäßler, Sachbearbeiter der Polizei für Verkehrsthemen im Landkreis, im Bürgerbeirat präsentierte. Auffallend ist auch, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern in den Jahren 2018 und 2019 deutlich zunahm und im Corona-Jahr 2020 „nur“ wieder auf das Niveau von 2017 zurückfiel. Bei den Altersgruppen fällt 2020 auf, dass die 51- bis 60-Jährigen am häufigsten in Unfälle verwickelt sind (11 Unfälle), gefolgt von den 61- bis 70-Jährigen (5). Keinen Unfall mit einem Radfahrer gab es bei den 41- bis 50-Jährigen und den über 90-Jährigen, vermutlich weil diese auch nicht mehr aktiv im Straßenverkehr unterwegs sind.

Unfallschwerpunkte

Auf dem Stadtplan von Freilassing zeigen sich eindeutige Unfallschwerpunkte für Radfahrer, zum einen der Kreisverkehr beim Penny Rupertusstraße, zum anderen das Ende der Lindenstraße in Richtung Bahnunterführung. Unfälle gab es auch in der Münchener Straße bei der Ausfahrt vom Badylon Stadteinwärts, an der Kreuzung mit der Augustinerstraße und an der Ausfahrt vom Aldi in die Münchener Straße.

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Polizei gegen gemeinsamen Geh- und Radweg

Die Frage, ob Radfahrer und Fußgänger gemeinsame oder getrennte Wege nutzen sollen beantwortet der Verkehrsexperte der Polizei eindeutig mit „getrennt, also der Gehweg sollte Radfahrer-frei sein“. Die Radfahrer hätten mittlerweile schon eine Lobby, die Fußgänger nicht, „das Radfahren auf Gehwegen ist in der Regel weder im Interesse der Fußgänger, noch der Radfahrer“, so Bäßler. Die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit werde kaum eingehalten, außerdem gebe es immer wieder Konflikte im Bereich vor Geschäften, bei Hauszugängen und Zufahrten.

Bei einer Begehung der geplanten Nord-Süd-Achse für einen Radschnellweg, also Reichenhallerstraße, Ludwig-Zeller-Straße und Laufenerstraße verwunderten den Beamten unter anderem Laternenmaste, die in der Ludwig-Zeller-Straße mitten im Gehweg stehen oder Bäume, die den Gehweg in der Reichenhaller Straße und Laufener Straße unterbrechen. Bei dem empfohlenen Schutzstreifen für Radfahrer wie jetzt schon in der Münchener Straße zeige sich allerdings, dass der Lieferverkehr diese Spuren oft zum schnellen Halten und Liefern nutze.

hud

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