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Straßenbauarbeiten in Freilassing

Ärger um Sperre der Reichenhaller Straße: Ausweichverkehr und „90 Prozent weniger Kunden“

Freilassing Reichenhaller Straße Straßensperre
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Orhan Kayim (r.) und sein Sohn Alican fürchten um ihre Existenz, „wenn das hier so weitergeht sperre ich das Geschäft zu“, so der Vater.   

Seit einer Woche ist die Reichenhaller Straße zwischen der Nocksteinstraße und der Teisenbergstraße gesperrt, „aber viel gebaut wurde ja noch nicht“, so ein Anwohner. Zumindest der Spatenstich wurde am Dienstagnachmittag nachgeholt. Die Anwohner klagen über Ausweichverkehr, Bürgermeister Markus Hiebl verspricht mehr Kontrollen.

Freilassing - Über erste Kundenrückgänge wegen der Baustelle klagt Orhan Kaysim, der mitten im ersten Bauabschnitt seinen Gebrauchtwagenhandel betreibt. „Eben sind Kunden da aus Bad Reichenhall, die parken beim Lidl und wussten nicht, dass sie bis zu uns fahren können“. Wie lange die Zufahrt für Kunden von einer Seite aus möglich ist, weiß Kaysim nicht, „also wenn das zwei Jahre so dahin geht, dann sperre ich hier zu“. Seit 15 Jahren hat er sein Geschäft in der Reichenhaller Straße, „aber wenn ich hier weg sollte, wo soll ich hin, wissen Sie einen Platz?“. Er lebe hauptsächlich von Laufkundschaften, die jetzt bei einer gesperrten Straße natürlich ausbleiben. 

Sichtlich Freude hatten der Bürgermeister, sowie Stadträte und Bauarbeiter beim Spatenstich für den 5-Millionen-Euro teuren Umbau der Reichenhaller Straße. 

Reichenhaller Straße in Freilassing: Straßenbauarbeiten und Sperre bis Ende 2023

Der Polier der Baufirma LKS aus Schönau verspricht allerdings größtmögliche Unterstützung. „Ich habe schon mit allen Anliegern und Firmen gesprochen, die Zufahrt wird auch am Tag von einer Seite aus immer möglich sein, im schlimmsten Fall muss man halt fünf bis zehn Minuten warten“, so Uwe Horstmann. Ansonsten sei es für ihn und seine bis zu 25 Kollegen „eine übliche Straßenbaustelle“, die einzige Herausforderung sei der Sommer, „weil viel Hitze und viel Staub“. Dass die Reichenhaller Straße bisher eine sehr wichtige, innerstädtische Straßenverbindung war ist Horstmann bewusst. Zur Klage der Anwohner, seit einer Woche sei auf der Baustelle nicht viel passiert, meinte er, dass der gesamte, aktuelle Bauabschnitt bereits abgefräst worden sei, bis auf den Schotter sei schon nichts mehr vorhanden. Auch Bürgermeister Markus Hiebl hofft, dass es jetzt flott weitergeht, „es sind jetzt ja auch lange keine Feiertage und Fenstertage mehr“. 

„Werden Ausweichverkehr im Auge behalten“

Der Ausweichverkehr über den Heideweg und die Watzmannstraße hält sich bei einem Lokalaugenschein von BGLand24.de am Dienstag vor dem Spatenstich in Grenzen. Am Heideweg fahren fünf Fahrzeuge und drei Radfahrer, „bei den meisten kenne ich sofort, ob sie hier unten auch wohnen oder nicht“, so eine Mutter von zwei Kindern. Besonders schlimm sei es an den Wochenenden und in der Früh, „da müsste die Polizei einfach mehr kontrollieren“, meint die Anwohnerin. Doch was soll die Polizei genau kontrollieren außer dem Einhalten von Tempo 30? 

Hiebl verspricht die Situation im Auge zu behalten, wenn die Zahl des Ausweichverkehrs tatsächlich zunehme, könne er sich auch eine Durchfahrtssperre vorstellen, „wir lassen die Anlieger nicht im Stich“. Doch auch diese Sperre müsste kontrolliert werden, die Polizei musste aber auch im Inspektionsbereich Beamte zur Sicherung des G7-Gipfels abgeben. „Aber wir haben ja jetzt auch die Kommunale Verkehrsüberwachung, die kann ein eventuelles Fahrverbot für Nicht-Anlieger dann auch kontrollieren“. 

Nicht ganz so dramatisch empfindet es eine Bewohnerin in der Nocksteinstraße, „in den ersten Tagen war schon mehr los aber das hat sich jetzt wieder beruhigt“. Dass in der Watzmannstraße die Vorrangregel ‚rechts vor links‘ gelte, würde von den meisten übersehen oder missachtet. 

Der Umbau der Reichenhaller Straße inklusive neuen Rohren für Trinkwasser, Abwasser und Strom wird bis Dezember 2023 dauern und in vier Abschnitten bewerkstelligt, in manchen Papieren wird das Ende auch schon mit Anfang 2024 festgehalten. Der Umbau der früheren B20 kostet rund fünf Millionen Euro, wobei sich die Regierung von Oberbayern mit 1,8 Millionen Euro und der Freistaat mit 1,2 Millionen Euro beteiligen.  

hud

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