„Maskenpflicht tut weh“

Österreicher kaufen wieder in Freilassing ein, aber Verkäuferinnen werden beschimpft

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Freilassing hat 17.000 Einwohner, die Geschäfte sind aber auf 70.000 Einwohner angelegt.

Freilassing - In die Freude über die wieder nach Freilassing kommenden Kunden aus Österreich mischt sich auch Unmut - denn nicht alle wollen die Maskenpflicht akzeptieren. 

Sind die Österreicher wieder zum Einkaufen da? Das wollten Landrat Bernhard Kern und Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl am Freitagnachmittag persönlich wissen und machten sich ein Bild in der Grenzstadt, die Wochenlang wegen der Corona- Einreisekontrollen von einem Großteil ihrer Kundschaft abgeschnitten war. In die Freude mischt sich aber auch Unmut, denn viele Salzburger wollen die Maskenpflicht in Bayern scheinbar nicht akzeptieren.


"Ja, die Kunden aus Österreich sind wieder da"

„Ja, die Kunden aus Österreich sind wieder da“, so die Feststellung von Kern und Hiebl, flankiert von Anni Klinger, der Vorsitzenden des Wirtschaftsforums, doch besonders am Samstag gab es, natürlich ohne Kern, Hiebl und Klinger, unschöne Szenen, weil Österreicher sich geweigert haben sollen, die in Bayern noch vorgeschriebenen Mund-Nasen-Masken in den Warenhäusern und Geschäften zu tragen.

Auf Facebook-Seiten berichten zahlreiche Freilassinger, dass viele Österreicher in den Geschäften und Lokalen keine Masken tragen wollen, „ich war heute in der Fußgängerzone Mittagessen, als Österreicher beim Betreten zum Tragen der Maske aufgefordert wurden sind sie motzend von dannen gezogen“, so eine Beobachtung. Eine Verkäuferin erzählt ausführlich, dass sie sich ehrlich auf die österreichischen Kunden und ein Stück Normalität gefreut habe, aber „ich möchte euch erleben wenn man täglich 100 Leute bitten muss die Maske aufzusetzen und


als Dank beschimpft und beleidigt

wird“. Auch den vorgeschriebenen Abstand halte niemand mehr ein, „noch nie habe ich mich so schrecklich gefühlt wie letzte Woche“, so die Kommentatorin, die gleichzeitig versichert, ihren Beruf zu lieben. Es sei zwar schön dass die Österreicher wieder da seien, aber sie müssten sich eben an deutsche Gesetze halten und damit an die Maskenpflicht in Bayern, auch wenn sie in Österreich in Geschäften nicht mehr gelte.

Maskenpflicht drängt Freilassinger nach Salzburg?

Anni Klinger als Vorsitzende des Wirtschaftsforums hat scheinbar auch genug vom Masken tragen und klagt, „was den Händlern im Wettbewerb weh tut ist, dass es drüben in Österreich keine Maskenpflicht mehr gibt“, gemeint ist, dass in Supermärkten, Geschäften und Restaurants keine Masken mehr getragen werden müssen. Deshalb, so Klinger weiter, würden selbst Freilassinger lieber nach Salzburg fahren. Sie kenne zudem Fälle, bei denen die Maske für das Personal selbst nach acht bis neun Stunden Tragen eine körperliche Belastung sei. Deshalb sehe sie die Ankündigung positiv, dass im Falle von Plexiglasscheiben die Verkäufer auf die Maske verzichten dürfen. Landrat Kern zeigte zwar Verständnis, aber „was festgelegt ist, ist festgelegt”.

- hud

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