Pressemitteilung Bürgerbegehren "Nein zum Matulusgarten"

"Nein zum Matulusgarten" startet Infoveranstaltungen

Freilassing - Am Samstag, 4. Juli hielt die Arbeitsgruppe "Bürgerentscheid gegen eine Bebauung des sog. Matulusgartens" die erste von insgesamt 3 Informationsveranstaltungen in der Fußgängerzone Freilassing ab.

Als Themenschwerpunkt wurden die Freunde des Freilassinger Krankenhauses eingeladen, die gegen diese Art der Bebauung Stellung bezogen und Interessierten Rede und Antwort standen. Viele Neugierige informierten sich am Stand der Arbeitsgruppe, die Resonanz war groß. Die Mitglieder des Krankenhausvereins kritisierten vor allem, dass wertvoller Ruheraum für die Patienten verloren geht, Patienten bei Spaziergängen nicht mehr auf schattenspendende Baumkronen blicken, sondern auf hohe Hauswände, durch den Verkehr und die Menschen, die dort leben werden mit einem erhöhten Lärmpegel zu rechnen ist, die Schadstoffbelastung der Luft steigt. Darüber hinaus hatten Sie Bedenken, dass die Temperatur im Patientengarten durch den Wegfall zahlreicher Bäume im Sommer steigen wird. Hierzu hat die Arbeitsgruppe in ihrer Homepage einen täglichen Vergleich von 2 Wetterstationen bei gleichzeitigen Bedingungen installiert, einmal an der Münchener Straße Nordseite, einmal im Matulusgarten. Der Temperaturunterschied beträgt durchschnittlich 5 Grad, die Luftfeuchtigkeit weicht im Mittel 20% voneinander ab. Des weiteren wundern sich Mitglieder des Krankenhausvereins, dass sicherlich kein Unternehmer ohne Not ein Grundstück vor seiner Haustüre verkaufen würde, um die Entwicklungsmöglichkeiten seines Unternehmens in der Zukunft nicht zu gefährden. 


Eine oft gestellte Frage von Bürgern war, was passieren wird, wenn der Arbeitskreis mit seinem Bürgerentscheid gewinnt. Die Standverantwortlichen gaben Auskunft, dass ihr Ziel sei, dass die Gebäude des Schwesternwohnheimes im gleichen Fußabdruck wieder entstehen und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden könnten während die Gruppierung die Planung für das unbebaute Grundstück bewusst offen gelassen hat, damit das Grundstück der Verwendung zugeführt wird, für die es immer vorgesehen war, für die Gemeinschaft der Freilassinger Bürger.

Eine Frage, die Interessierten besonders auf den Nägeln brennt war, ob es tatsächlich Mietpreise zu 5 bis 9 Euro geben könnte. Da war die Enttäuschung groß, als man Auskunft über die Einkommensgrenzen gab, die Voraussetzung für diese Mietpreise sind. Die Visualisierung hat manch einen Bürger überrascht, kein Grün (Nordseite hinter bis zu 14 m hohen Gebäuden), viele oberirdische Parkplätze, viel Beton und Mauerwerk. "Besteht jetzt Baurecht oder nicht?" war eine häufig gestellte Frage, die wie folgt beantwortet wurde: Es kommt darauf an, ob es nach § 34 Einfügegebot oder § 35 Außenbereich im Innenbereich beurteilt wird. Viele Umstände sprechen für § 35. Ältere Mitbürger haben ihren Unmut ausgedrückt, dass das Grundstück ein Geschenk der Heilingbrunner Schwestern mit einer Zweckbindung gewesen sei.


Ein vieldiskutierter Anziehungspunkt des Standes war die Visualisierung, die auf den Plänen beruht, die der Stadt von den Bauträgern zur Verfügung gestellt wurden. Besonders den dort dargestellten Canyon-Flug fanden manche Teilnehmer schockierend, gibt er doch einen Eindruck von der Höhe der Gebäude und ihrer Nähe zueinander. Hier wurde auch verdeutlicht, dass es Naturelemente in der Visualisierung des Investors gibt, die nicht existieren, wie der Grüngürtel zwischen Villa und Gebäude. Das Fazit der Gruppierung hinsichtlich der Visualisierung war, dass der Mensch geneigt ist , den schönen Dingen des Lebens zu trauen, sobald etwas idyllisch dargestellt ist, wird es nicht hinterfragt. Der nächste Themenschwerpunkt am 11. Juli wird die Natur sein und die Auswirkungen einer potentiellen Bebauung auf die Bäume. Hierzu wurde ein zertifizierter Baumgutachter eingeladen. Darüber hinaus wird ein Experte, der sich für die Visualisierung verantwortlich zeichnet Rede und Antwort stehen.

Pressemitteilung Bürgerbegehren "Nein zum Matulusgarten"

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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