Rilling: „Bitte langsamer angehen“

Nach Frimo-Absage wollen Grüne Gewerbegebiet Eham bei Freilassing „ruhen lassen“

Die Grünen im Stadtrat fordern im Zusammenhang mit dieser neuen Lage jetzt allerdings das ursprünglich für Frimo geplante Gewerbegebiet in Eham „vorläufig ruhen zu lassen“.
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Die Grünen im Stadtrat fordern im Zusammenhang mit dieser neuen Lage jetzt allerdings das ursprünglich für Frimo geplante Gewerbegebiet in Eham „vorläufig ruhen zu lassen“.

Freilassing - Der Anlagenbauer Frimo hatte schon vor der Corona-Krise seine Ausbaupläne in Eham in die Schublade gesteckt.

Jetzt wurde zudem bekannt, dass durch die Corona bedingte Wirtschaftskrise Frimo-Mitarbeiter Angst vor einem möglichen Stellenabbau hätten. In einem anonymen Schreiben hieß es, dass „ein erheblicher Stellenabbau im Gange ist“.


Die Werksleitung will innerbetriebliche Angelegenheiten nicht kommentieren. Die Grünen im Stadtrat fordern im Zusammenhang mit dieser neuen Lage jetzt allerdings das ursprünglich für Frimo geplante Gewerbegebiet in Eham „vorläufig ruhen zu lassen“.

Am Ende der Stadtratssitzung am Mittwoch brachte Grünen-Fraktionsvorsitzende Edeltraud Rilling den Antrag ein: „Der Stadtrat möge beschließen, dass die Stadt Freilassing die Entwicklung des Gewerbegebietes Eham und die damit verbundene Bebauungsplanung vorläufig ruhen lässt“.


In einem Interview mit BGLand24 erinnert Rilling daran, dass sie bereits 2018 als Einzige gegen das Gewerbegebiet in Eham gewesen sei, „ich fand es damals schon erstaunlich dass man Grund und Boden immer erst dann als wertvoll bezeichnet wenn er zubetoniert ist, nicht aber wenn er Nahrungsmittel für uns erzeugt“.

Damals sei der Hauptgrund für das Gewerbegebiet der Wunsch der Firma Frimo gewesen, ihren Standort in Freilassing zu behalten, allerdings sei am bestehenden Standort in der Liegnitzer Straße kein Platz für eine Erweiterung. Sie sei damals die einzige Gegenstimme gewesen, auch ihre Fraktionskollegen hätten damals dem Erhalt von Arbeitsplätzen den Vorrang gegeben. „Heute muss ich sagen, man hat uns mit Frimo gelockt, ähnlich war es auch im Industriegebiet Süd, wo es auch hieß, man brauche unbedingt eine Fläche um 300 Arbeitsplätze zu schaffen, am Ende kam niemand“, so Rilling.

Zudem werde immer behauptet, es gebe auch andere Interessenten, auch im Stadtrat am Mittwoch meinte Bürgermeister Markus Hiebl, das Unternehmen Frimo sei nicht der einzige Interessent für das Gewerbegebiet, „aber das haben wir auch bei den Vorgängern Breuninger und Flatscher immer wieder gehört“. Auch die Wirtschaftsförderung BGL helfe bei diesem Spiel und erkläre immer, es gebe Interessenten, „tatsächlich werden überall Gewerbegebiet geplant, Unternehmen rufen überall an mit dem Ziel, den Preis zu drücken“, vermutet Rilling.

Die Grünen sind nun dafür, die Planungen noch einmal von vorne zu starten, „wenn der Große schon abspringt und der Standort für ihn auf absehbare Zeit oder auch für immer nicht mehr aktuell ist dann wird auch niemand anders kommen“.

hud

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