Freilassing-Tourismus an Salzburg orientieren?

Nach dem Aus für BGL-Tourismus: Das offizielle Freilassing wartet weiter ab

Freilassings Grünen-Stadtrat Wilhelm Schneider hat die Diskussion um den BGLT-Ausstieg in Laufen verfolgt, er wünscht sich für Freilassing einen ähnlichen Weg.
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Freilassings Grünen-Stadtrat Wilhelm Schneider hat die Diskussion um den BGLT-Ausstieg in Laufen verfolgt, er wünscht sich für Freilassing einen ähnlichen Weg.

Freilassing - Der Tourismus spielt bekanntermaßen in der Grenzstadt eine untergeordnete Rolle. Nur so ist es auch zu erklären dass sich das offizielle Freilassing mit Reaktionen und Entscheidungen zum „Aus“ der landkreisweiten, touristischen Vermarktung unter dem Dach der Berchtesgadener-Land-Tourismus-Gesellschaft, BGLT, mehr als Zeit lässt.

Vertreter der verbliebenen Organisationen aus Berchtesgaden und Bad Reichenhall gehen zwar in nicht-öffentlichen Sitzungen ein und aus, offiziell äußern zur touristischen Zukunft Freilassings will sich Bürgermeister Markus Hiebl aber nicht.


Nach dem Rückzug der Tourismus-Region Berchtesgaden-Königssee, TRBK, aus der BGLT wird die verbleibende Rumpfgesellschaft sich nach letzten Kenntnisstand ausschließlich um Bad Reichenhall kümmern wollen, die Stadt Laufen hat daher in dieser Woche, nicht ohne Groll auf Berchtesgaden, den Vertrag mit der TRBK gekündigt und will sich ab 1. Januar übergangsweise selbst vermarkten. „Langfristig können wir uns eine Fusion unserer Stadt, des Rupertiwinkels oder des gesamten Landkreises mit dem Chiemgau-Tourismus vorstellen“, so Laufens Bürgermeister Hans Feil am Dienstagabend.

Wilhelm Schneider, Stadtrat der Grünen in Freilassing, verfolgte die Diskussion in Laufen von der Zuschauertribüne aus, „und mir hat die Diskussion und der Weg Laufens ehrlich gesagt sehr gut gefallen“. Er erinnert nun daran, dass die Grünen im Stadtrat mit der Entscheidung für die neue BGLT Bauchschmerzen hatten, „denn in unserem Stadtentwicklungsprogramm steht eigentlich schon lange, dass sich die Stadt Freilassing touristisch an der Stadt Salzburg orientieren soll“.


Wie das in der Praxis aussehen könnte weiß Schneider auch heute nicht, „ich könnte mir vorstellen dass die Salzburger daran ebenso wenig Interesse haben wie unterstellt die Berchtesgadener an der Vermarktung des Rupertiwinkels“.

Der grüne Stadtrat plädiert dafür, dass auch Freilassing den Betreuungsvertrag mit der TRBK zum Jahresende kündigt und einen eigenen Weg geht, wie der genau aussehen könnte solle dann im Stadtrat diskutiert werden. Dass Freilassing und Bad Reichenhall als neues Oberzentrum gleich einmal touristisch zusammenarbeiten kann sich Schneider nicht wirklich vorstellen, „denn Bad Reichenhall hat ein Staatsbad und Tradition, das ist von der Attraktivität mit Freilassing nicht zu vergleichen“. Freilassing sei der Wirtschaftstandort im Landkreis, habe aber touristisch außer dem Badylon und der Lokwelt wenig zu bieten.

Dass die Grünen trotz Bedenken dem Beitritt zur neu strukturierten BGLT zustimmten sei auch dem damaligen BGLT-Geschäftsführer Peter Nagl zu verdanken, der sich für den Rupertiwinkel sehr stark gemacht habe, „mit ihm haben wir eine vernünftige Führung gesehen“, warum er nach kurzer Zeit abgesetzt wurde wisse er bis heute nicht.

Dass Berchtesgaden „von heute auf morgen aus der BGLT auszieht hat mich auch sehr verwundert, das sehe ich genauso wie Laufens Bürgermeister Hans Feil“, so Schneider. Die Laufener Vision, sich langfristig alsStadt oder gleich der gesamte Landkreis dem Chiemgau-Tourismus anzuschließen hält Schneider für überlegenswert, denn der alte Landkreis Laufen und der Wagingersee könnten davon sicherlich profitieren. „Ob das für Freilassing eine Option ist würde ich mit einem großen Fragezeichen versehen, genauso wie die Ausrichtung in Richtung Salzburg“.

hud

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