Stadtrat diskutiert über neue Verbindung für Pendler und Freizeitradler

Neuer Radweg zwischen Freilassing und Salzburg?

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Freilassing - Im Januar 2014 trafen sich Verantwortliche für das Land Salzburg, der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land - Traunstein und der Stadt Freilassing. Der Grund: Eine neue Radwegverbindung zwischen Freilassing und Salzburg

Bei dem damaligen Treffen stellte das Land Salzburg die Idee vor, eine attraktive Radroute zwischen Freilassing und Salzburg zu schaffen. Und zwar sowohl für Pendler, als auch für Freizeitradler.

Die Route solle weitestgehend eine Breite von vier Metern erreichen und Engstellen, bzw. Konfliktpunkte mit dem Kraftfahrzeugverkehr vermeiden

Aufgrund der steigenden Verkehrsbelastung und dem Fehlen einer direkten und schnellen Radverbindung zwischen Freilassing und Salzburg, wurde dieser Gedanke weiterverfolgt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Als Ziel- bzw. Endpunkt wurde dabei der Franz-Josef-Kai in Salzburg sowie der Kreisverkehr an der Bahnunterführung an der Reichenhaller Straße festgelegt. 

Die Streckenführung sollte sich weitgehend an der Bahnlinie orientieren, da so die kürzeste und sinnvollste Routenführung genutzt werden würde.

Das sind die Vorteile für Freilassing

  • Zentrale Lage durch die Innenstadt und hervorragende Anbindung für die umliegenden Wohngebiete
  • Unmittelbare Anbindung an den ÖPNV und SPNV
  • Radverkehr verlagert sich über Querverbindungen bereits innerorts weg von der viel befahrenen Münchener Straße mit vielen Konfliktpunkten für Radfahrer
  • Als attraktive Route mit geringen Konfliktpunkten kann der Radverkehr von der Münchener Straße, Salzburger Straße und Münchener Bundesstraße verlagert werden
  • Auch innerhalb von Salzburg führt die Route weitestgehend abseits von Hauptverkehrsstraßen 
  • Anbindung an das Wohngebiet Sonnenfeld zwischen Münchener- und Rupertusstraße sowie Schiller- und Augustinerstraße
  • Realisierung einer Wegverbindung zwischen Ludwig-Zeller-Straße und Leitenweg

Bedenken vom Landesamt für Denkmalpflege

Auf der vergangenen Stadtratssitzungen wurde nun die Machbarkeitsstudie vorgestellt.

Bedenken wurden lediglich vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, hinsichtlich der Wegführung über die historische Eisenbahnbrücke aufgeworfen. So wurde argumentiert, dass diese nur dann das Projekt befürworten würden, wenn die denkmalgeschützte Brücke unversehrt bliebe und keine zusätzlichen denkmalpflegerischen Kosten aufwerfen würde.

Da eine Umsetzung des Radweges ohne eine Brücke keinen Sinn macht, weil der Radweg sonst am Kraftwerk Rott vorbeiführen würde und dann nicht mehr den Qualitätskriterien eines Premiumradweges entspräche, wurde in der Machbarkeitsstudie somit die Errichtung einer neuen Brücke erörtert.

Die Punkte sprechen für eine neue Brücke

Für eine neue Brücke sprechen die folgenden Kriterien:

  • gerade Streckenführung
  • kürzeste und schnellste Variante zwischen Freilassing und Salzburg
  • ohne die Brücke bleiben die Radler auf der Hauptstraße und der Radweg würde nicht verlagert werden können
  • Geringeres Verlagerungspotenzial vom motorisierten Individualverkehr auf das Rad bei Nicht-Realisierung der Brücke

Das sind die nächsten Schritte

Nächster Schritt ist die Ausarbeitung der Detail- und Einreichplanung, um in einem weiteren Schritt die Brücke als Start zum Ausbau der Radroute zu beginnen. 

Für die Detail- und Einreichplanung entstehen voraussichtlich Planungskosten in Höhe von rund 106.000 Euro brutto. Über das INTERREG-Förderprogramm „INTERREG V“ ist für die Planungsleistungen eine Förderung in Höhe von 75% möglich.

Das würde der Radweg die Stadt Freilassing kosten

Nach Abzug der Förderungen und der Beteiligung (50%) der Stadt Salzburg blieben würden auf die Stadt Freilassing noch folgende Kosten anfallen:

  • Planungsleistungen Radwegbrücke Saalach: circa 41.700 Euro
  • Bau der Radwegbrücke Saalach: 950.000 Euro
  • Änderungen auf deutscher Seite (Zollhäuslstraße): circa 4.760 Euro

Noch keine konkrete Kostenplanung möglich

Bei den Planungsleistungen ist eine Abschätzung der Förderhöhe durch INTERREG-Fördermittel aufgrund des derzeit laufenden Förderprojekts möglich. 

Bei den Baukosten gestaltet sich das etwas schwieriger. Dies fällt in die nächste Förderperiode (von INTERREG), wodurch der Fördersatz noch nicht abgesehen werden kann, da das Programm noch nicht aufgelegt ist.

In den Planungsleistungen einer Radwegbrücke Saalach sind folgende Leistungen enthalten

  • Einreichplanung
  • Detail- /Objektplanung
  • Ausschreibungsunterlagen
  • Ausführungsunterlagen
  • FFH-Verträglichkeitsprüfung

Generell sollen nur die Kosten für die Planung und den Bau der Brücke aufgeteilt werden. Die anfallenden Kosten von der Brücke bis zum Kreisverkehr an der Reichenhaller Straße würde die Stadt Freilassing tragen. Die Kosten von der Brücke bis zum Franz-Josef-Kai würden von der Stadt Salzburg übernommen.

Welche Möglichkeiten zur Änderung der Radwegführung entlang der Zollhäuslstraße bestehen und in welcher Form dies geschieht, ist noch offen, ebenso die dadurch entstehenden Kosten. 

Der Stadtrat hat auf seiner vergangenen Sitzung mit 20:2 Stimmen beschlossen, dass die Planung für die Premium-Radroute Freilassing-Salzburg weiterverfolgt werden soll

Außerdem soll geprüft werden, ob die Finanzierung auf eine breitere Basis gestellt werden kann, zum Beispiel durch Beteiligung des Landkreises, des Freistaats Bayern, der Bundesrepublik oder durch private Investoren.

An den Kosten der Planungsleistungen beteiligt sich die Stadt Freilassing mit einem Betrag von höchstens 42.000 Euro. Der Betrag wird mit mindestens 75% gefördert.

Rubriklistenbild: © dpa

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