Künstler in den Kindergarten

Künstler-Eck im Elterntreff: Maler sollen ausstellen und mit Kindern arbeiten

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Freilassing - Im Herbst werden rund 100 Kinder in den neuen Kindergarten Sonnenschein einziehen und sich vor allem wofür interessieren? Für die Spielsachen und die neuen Spielgeräte im Garten natürlich. Doch die Leiterin des Kindergartens, Conny Tolks, möchte auch den Eltern etwas bieten, wenn sie in das Haus kommen und zum Beispiel auf die Kinder warten müssen: ein Künstlereck im Eingangsbereich.

In diesem Eck sollen Künstler aus der Region ihre Werke ausstellen dürfen, „also Maler und Bildhauer, aber auch Schriftsteller, Autoren von Kinderbüchern und Musiker“. Tolks hofft auch, „den einen oder anderen Kunstschaffenden für ein Projekt mit den Kindern gewinnen zu können“. 

Ihrer Meinung nach sei der Wert der Kunst „in unserer, vorwiegend von Leistung geprägten Gesellschaft“ zu gering bemessen, auch in der UN-Kinderrechtskonvention stehe sinngemäß, dass alle Kinder das Recht hätten, sich in Wort, Bild und Tanz künstlerisch entwickeln und ausdrücken zu können. 

„Das Betrachten von Kunst verlangt Kompetenzen wie Empathie und eine differenzierte Wahrnehmung“, versuchte die Leiterin die fünf Mitglieder des Hauptausschusses am Montagnachmittag zu überzeugen.

Doch das hätte sie nicht gebraucht, die anwesenden Stadträte waren dem Antrag gegenüber ohnehin positiv gestimmt und beschlossen einstimmig, dieses Künstlereck einzurichten. 

Einzig Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann machte sich ganz profane Sorgen, „hoffentlich kommt nicht jeder Künstler mit seinen eigenen Nägeln, wir wollen da am Ende nicht 100 Nägel in der Wand haben“, sagte er und empfahl einen entsprechendes Geschäft für Künstlerbedarf in Bad Reichenhall. 

Margitta Popp von der SPD wollte noch wissen, ob denn die Kinder die Bilder nur ansehen dürften oder auch einmal mitarbeiten dürften. „Ich kann mir schon vorstellen, dass es einmal ein Projekt geben kann, bei dem die Kinder unter der Anleitung des Malers mitmachen“, so die Leiterin des Kindergartens. 

Auch im Bereich der Musik könne sie sich ein gemeinsames Projekt vorstellen, „wir haben Eltern die bei den Salzburger Festspielen arbeiten, im Chor und mit der Harfe, es wäre toll, wenn die einmal bei uns auftreten würden“.

Im Juni 2018 war der Spatenstich für den neuen Kindergarten, der ab Herbst rund 100 Kinder in vier Gruppen betreuen wird. Die Gesamtkosten betragen 4,4 Millionen Euro, rund 2,2 Millionen werden gefördert, kommen also aus einem anderen Säckel des Steuerzahlers.

hud

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