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Zahlreiche verschiedene Meinungen

Graffiti am Skaterplatz in Freilassing: Jugendkunst oder Sachbeschädigung? 

Besonders über den unteren Teil der bemalten Wand ärgert sich die Stadt, die „Täter“ seien zum Teil ausgeforscht und zur Rechenschaft gezogen worden. Laut Satzung sind Graffitis „streng verboten“.
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Besonders über den unteren Teil der bemalten Wand ärgert sich die Stadt, die „Täter“ seien zum Teil ausgeforscht und zur Rechenschaft gezogen worden. Laut Satzung sind Graffitis „streng verboten“.

Die Stadt Freilassing klagt wieder einmal über „Sachbeschädigungen an der Mehrgenerationenanlage“. Gemeint sind Schmierereien an einer nicht mal drei Quadratmeter großen Wand der Skateranlage.

Freilassing – Einige „Täter“ seien bereits ausgeforscht „und zur Rechenschaft gezogen worden“. Auf Facebook ist indes eine Diskussion entbrannt, ob diese Kriminalisierung sein muss und ob man Jugendliche nicht „ihren Raum“ gestalten lassen soll. Freilassings Jugendarbeiter Michael Schweiger ist hart, es werde illegal fremdes Eigentum beschädigt, „die Menschen setzen sich einer Strafverfolgung aus“. Eine Jugendsozialarbeiterin aus Salzburg äußert sich verständnisvoller, „wenn’s ein Bereich ist, in dem sich hauptsächlich Jugendliche aufhalten, würd ich’s lassen“. 

Graffiti auf Bahnwaggons, in Unterführungen und auf Stegen, sowie auf Hausmauern erregen schon immer die Gemüter und werden in der Regel auch als Sachbeschädigung angezeigt und geahndet. Auf einem Skaterplatz, der ausschließlich von Jugendlichen genutzt wird, würde man meinen, dass Graffitis niemanden stören, zumindest nicht die Nutzer der Anlage. Anders in Freilassing, eine Sprecherin der Stadt meint auf Nachfrage, „dass die Mehrheit der Nutzer eine gepflegte Anlage möchte. Die Anlage hat den Steuerzahler sehr viel Geld gekostet, sie kann daher nicht einfach sich selbst überlassen werden“. Mit Anlage ist hier vermutlich die gesamte Badylon-Freizeitanlage gemeint, der Sakterplatz im nördlichsten Eck ist nur ein kleiner Teil davon. 

Geduldete Graffiti vs. „Schmierereien“ 

Interessant ist auch, dass über der Wand mit den nun von der Stadt beklagten „Schmierereien“ ein professionelles Graffiti-Bild gemalt wurde, das offensichtlich schon länger geduldet wird. Für Jugendliche ist es daher eher schwer verständlich, warum die obere Wand bemalt werden darf, der untere Teil der Wand aber tabu ist.

Tatsächlich waren nach BGLand24-Recherchen bei den Planungen der Anlage 2018 auch Jugendliche eingebunden, die sich damals selbst gegen Graffitis auf der Anlage ausgesprochen hätten, ob auf sanften Druck der Stadt ist nicht überliefert, Fakt ist, dass die Stadt dieser Selbstverzicht recht kam, befürchtete sie doch, dass sonst Graffitis am Ende die ganze Badylon-Anlage verzieren könnten. Zudem gebe es im Stadtgebiet zahlreiche andere, legale Möglichkeiten für Graffiti-Künstler, Interessenten können sich beim Jugendbüro der Stadt melden und bekommen dann Flächen zugewiesen. 

Zurück zur Facebook-Diskussion: Graffiti, also das Sprayen, habe eine besondere Bedeutung, so die Sozialarbeiterin aus Salzburg: „hier geht es nicht unbedingt um Ästhetik, so wie wir Älteren, Konservativeren es verstehen. Graffitis findet man im urbanen Bereich zwangsläufig, eben weil sie mehr eine soziale Komponente haben als eine künstlerische“. Rein rechtlich würde es sich um eine Sachbeschädigung handeln, „ich würde dennoch nach einer Einigung mit den Sprayern suchen, also zum Beispiel ‚Okay am Skaterpark‘, anderswo Strafanzeige und Klage auf Schadensersatz“.

Eine Facebook-Userin aus Laufen meint, dass „die Mitarbeiter der offenen Jugendarbeit Freilassing total engagiert sind und auch regelmäßig Graffiti-Workshops anbieten“, daran scheitere es also nicht, Freilassing habe da „extrem viel Geld“ in die Hand genommen. Ein Kommentar, wieder aus Salzburg, sieht es gelassen, „ja dann ist halt eine Wand am Skatepark angekritzelt, außer auf dem Prinzip herum zu reiten juckt das doch bitte echt keinen“. Man solle die Wand zum Sprayen freigeben dann würde sich am Ende schon jemand finden, „der die Fläche gescheit nutzt“.

hud

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