Entscheidung in Freilassing

Kirchweihmarkt, Krampuslauf und Christkindlmarkt fallen Corona zum Opfer

Kein Mindestabstand möglich, das bedeutet, heuer kein Christkindlmarkt in der Fußgängerzone.
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Kein Mindestabstand möglich, das bedeutet, heuer kein Christkindlmarkt in der Fußgängerzone.

Freilassing - Dem Corona-Virus und der Angst vor steigenden Infektionszahlen im Herbst fallen in diesem Jahr nicht nur der Kirchweihmarkt am 18. Oktober zum Opfer, sondern auch der Krampuslauf und der Christkindlmarkt. Das haben die zehn Mitglieder des Corona-Ausschusses am Dienstagnachmittag einstimmig entschieden.

Unter dem harmlos klingenden Punkt „Entscheidung über Veranstaltungen“ wurden zwar erst zahlreiche kleinere Veranstaltungen aufgeführt, die unter besonderen Corona-Vorsichtsmaßnahmen stattfinden können, zum Beispiel die Stadtwanderung mit dem Bürgermeister oder ein Frühschoppen in der Lokwelt für 40 Personen. Dann wurden aber die Veranstaltungen aufgelistet, die „situationsbedingt“ im Jahr 2020 nicht stattfinden. Neben der Verleihung des Kulturpreises und den Schülerkonzerten in der Lokwelt, sowie dem Lokwelt-Kindertag sind auch massenwirksame Veranstaltungen auf der städtischen Streichliste, darunter eben der traditionelle Kirchweihmarkt am Sonntag, 18. Oktober und dem darauffolgenden Montag. „Angesichts der nach wie vor grassierenden Corona-Pandemie stellt sich die Frage, ob dieser Markt durchgeführt werden kann“, so Helmut Wimmer vom städtischen Ordnungsamt, der seine Frage wenig später mit einem klaren „Nein“ selbst beantwortete.


Der Grund: die Verordnung der Bayerischen Staatsregierung zum Infektionsschutz untersagt „Veranstaltungen, Ansammlungen und öffentliche Festivitäten landesweit, darunter fallen eben auch Volksfeste, Straßenfeste und Kirchweihmärkte“. Eine Ausnahmegenehmigung vom Landratsamt sei nicht zu erwarten, „da ein Kirchweihmarkt nicht im zwingenden, öffentlichen Interesse veranstaltet werden muss“. Die ständige Bewegung von tausenden Besuchern sei mit dem Infektionsschutz nicht zu vereinbaren, denn die geltenden Regeln wie ein Mindestabstand von 1,5 Meter und eine Maskenpflicht für Kunden und Verkaufspersonal seien wohl auf einem Kirchweihmarkt schwer einzuhalten, die Stadt würde zudem bei einer möglichen Infektion als verantwortlicher Veranstalter haften müssen. „Wir müssen von Großveranstaltungen einfach Abstand halten, so traurig es ist“, kommentierte Bürgermeister Markus Hiebl die einstimmige Entscheidung des Corona-Ausschusses.

Auch verkaufsoffener Sonntag entfällt


Nach der Absage des Kirchweihmarktes entfällt auch der verkaufsoffene Sonntag am 18. Oktober, „weil eben der Anlass nicht stattfindet“, so Wimmer. Grünen-Stadträtin Edeltraud Rilling glaubte die Gelegenheit für eine Grundsatzdiskussion über verkaufsoffene Sonntage nutzen zu können, „wir haben genug lange Öffnungszeiten, warum muss der Sonntag überhaupt offen sein, das geht immer zu Lasten der Frauen und Familien“, so Rilling. Doch Hiebl würgte diese Diskussion schnell ab, zumindest CSU-Stadtrat Thomas Wagner schaffte es noch auf geltende Schutzbestimmungen für Arbeitnehmer bei der Sonntagsarbeit hinzuweisen, „und zu einer belebteren Innenstadt gehören eben auch verkaufsoffenen Sonntage“.

In der Vorweihnachtszeit entfallen der Krampuslauf, Adventveranstaltungen in der Rupertuskirche, die Lokwelt-Weihnacht und der Christkindlmarkt, hier dürften maximal 30 Besucher gleichzeitig auf der Fläche in der Fußgängerzone sein, die Mindestabstände könnten auch hier nicht eingehalten werden, so die Stadt.

Bei dieser Gelegenheit: auch der Rupertikirtag in Salzburg, vergleichbar dem Kirchweihmarkt, wurde Corona bedingt diese Woche abgesagt, während für den weltberühmten Christkindlmarkt am Domplatz und Residenzplatz ein spezielles Hygienekonzept erarbeitet werden soll.

hud

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