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Schulklassen gut zu lüften und Geräte zu laut

Keine Luftreiniger für Schulen und Kindergärten in Freilassing

So unbeschwert wie auf diesem Archivbild wird auch der Schulbeginn im Herbst 2021 wegen Corona nicht sein, fest steht schon: spezielle Luftreinigungsgeräte wird es in den städtischen Schulen nicht geben.
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So unbeschwert wie auf diesem Archivbild wird auch der Schulbeginn im Herbst 2021 wegen Corona nicht sein, fest steht schon: spezielle Luftreinigungsgeräte wird es in den städtischen Schulen nicht geben.
  • Michael Hudelist
    VonMichael Hudelist
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Braucht es wegen der Corona-Pandemie in den Klassenzimmern der städtischen Schulen und Gruppenräume der Kindergärten ab Herbst zusätzliche Luftreiniger oder tut’s auch das gewohnte Stoßlüften? Die Verwaltung hat ihre Räumlichkeiten untersucht, das Ergebnis: es gibt nur einen Vorraum im Kindergarten „Blaues Haus“, der nicht belüftet werden kann und einen Luftreiniger bräuchte. Nach der Diskussion einigten sich die Stadträte darauf, keine Luftreiniger anzuschaffen aber bei anstehenden Sanierungen der Kindergärten Schumannstraße und Wagingerstraße den Einbau von Lüftungsanlagen zu prüfen. „Das ist ein Zeichen für die Eltern, dass wir die Gesundheit der Kinder ernst nehmen“, so Bürgermeister Markus Hiebl.

Freilassing - Ein Ingenieurbüro hatte bereits im September 2020 die städtischen Räume inklusive der Kinderbetreuung im Badylon untersucht, Josef Hofmann vom städtischen Hochbauamt erklärte die technische und fördertechnisch komplexe Materie mit täglich sich ändernden Anforderung auf sehr verständliche Weise. Nach dem Bundesumweltamt werden drei verschiedene Kategorien von Räumen unterschieden, die von „einer natürlichen Lüftung oder einer entsprechenden Anlage“ (Kategorie I) über „Fenster nur kippbar“ (Kategorie II) bis zu „nicht belüftbar“ (Kategorie III) reichen. „Unsere Räume in den Schulen und Kindergärten fallen alle in die Kategorie I bis auf einen Vorraum im Blauen Haus“, so Hofmann.

Luftreiniger so laut wie Rasenmäher?

Hofmann erwies sich als Praktiker als er ausführlich den möglichen Sinn von speziellen Geräten zur Luftreinigung erklärte. Sein Fazit: „Auch wenn es eine technische Lüftung gibt können diese Geräte das Lüften nicht ersetzen“. Sinnvoll wäre ein solches Gerät derzeit nur für den besagten Vorraum im Blauen Haus, aber auch hier würde er das Lüften nicht ersetzen. Wegen des nötigen Durchpumpens von Luft durch das Gerät sind die mobilen Anlagen in der Regel sehr laut, bis zu 60 dB werden hier erreicht, „das ist schon fast ein Rasenmäher-Lärm“.

Die Kosten für „sinnvolle“ Geräte belaufen sich auf 1500 bis 3600 Euro pro Gerät, dazu kommen dann die Wartung und ein Energieverbrauch von rund 3,50 Euro pro Tag und pro Gerät. Einen Tweet des Kanzleramtsministers Helge Braun bezeichnete Hofmann als „Schmarrn“. Braun hatte aus dem Kanzleramt getwittert, die Städte mögen die Luftreiniger bestellen und meinte abschließend „to do in den Sommerferien“. Selbst wenn jetzt die Stadt Geräte bestellen würden könnte müsste eine lange Lieferzeit in Kauf genommen werden.

Der Bund fördert zentrale, große Geräte mit bis zu 80 Prozent, der Freistaat auch mobile, kleinere Geräte mit bis zu 1750 Euro, „allerdings mit zahlreichen Bedingungen zum Beispiel nicht lauter als 40 dB“. Laut Hofmann seien aber fast alle erhältlichen Geräte lauter, „ein Gerät das die Vorgaben der Staatsregierung erfüllt ist über zwei Meter hoch und wiegt 200 kg“. Klar wurde auch, dass ein Fachbüro den Kauf zuerst planen müsste, „wir können nicht einfach nur Geräte kaufen und anstecken“, eine Lieferung sei zudem nicht vor Sommer 2022 zu erwarten.

Luftfilter stehen ungenutzt in der Ecke

Bürgermeister Markus Hiebl war die Botschaft wichtig, dass der Stadt die Gesundheit aller Kinder wichtig sei, „aber der Mindestabstand von 1,5 Meter, die Lüftung über die Fenster und die wahrscheinliche Maskenpflicht im Herbst sind ausreichend“. Auch er wiederholte, dass die mobilen Luftreiniger das Stoßlüften nicht ersetzen würden, „auch nicht im Winter“. Dass auch die Schulleiter und Leiterinnen der Kindergärten den Bedarf an Luftreinigern nicht sehen warf Thomas Ehrmann (FW) in das Plenum, „wenn sie trotzdem gekauft werden besteht die Gefahr dass sie irgendwo herumstehen und verstauben“.

Auch Wolfgang Hartmann von den Grünen konnte sich mit den Luftreinigern nicht anfreunden, „weil die Geräte nicht das können was sie sollen“. Der Bürgermeister diktierte dann spontan einen Beschlussvorschlag, der aber mit den mobilen Luftreinigern nichts mehr zu tun hatte. Er will, dass bei bevorstehenden Sanierungen von Kindergärten dezentrale Lüftungseinheiten eingeplant werden. Einige Stadträte erkannten den Sinn des geänderten Vorschlages nicht und wollten den Punkt sogar absetzen, Hiebl wiederholte, es gehe um die Botschaft an die Eltern, dass sich die Stadt kümmere, auch wenn keine Luftreiniger gekauft würden. Bei vier Gegenstimmen wurde Hiebl’s Vorschlag (kein Kauf von Luftreinigern, aber Geld für entsprechende Anlagen bei künftigen Sanierungen) vom Stadtrat angenommen.

hud

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