Pressemitteilung BN OG Freilassing

Jahreshauptversammlung beim Bund Naturschutz

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Rosi Behringer und Erich Prechtl bei der Urkundenübergabe an Bettina Oestreich

Freilassing - Kürzlich fand im Gasthof Gumping in Feldkirchen die Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutzes, Ortsgruppe Freilassing, Ainring, Saaldorf-Surheim statt.

Der Vorsitzende Erich Prechtl gab einen Überblick über die Aktivitäten der Ortsgruppe seit der letzten Jahreshauptversammlung im März 2018. Er berichtete über die im April 2018 durchgeführte Auwanderung.

Der BN beteiligte sich in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen an der Umgestaltung der Grünanlage am Mozartplatz. Die Einweihungsfeier dazu fand am 6. Juli statt.Dank einer Spende des Ingenieurbüros Danzer an den BN konnte an der Oberen Feldstraße eine Stieleiche gepflanzt werden. Diese Baumart gilt als sehr klimatauglich, da sie mit ihren Pfahlwurzeln auch mit trockenen Wetterperioden besser zurecht kommt.

Beteiligt wurde der BN auch bei den Planungen der Umgestaltung des Mühlbaches bei der Annahütte in Hammerau. Um eine fachlich fundierte Stellungnahme abgeben zu können müssen von den ehrenamtlichen Mitgliedern in vielen Stunden oft bis zu 1000 Seiten Planunterlagen durchgearbeitet werden.

Ein wichtiger Termin im Mai 2019 war für den Verein die Teilnahme am Gartentag in der Lokwelt, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand. Die Ortsgruppe bot Nistkästen für die verschiedenen Vogelarten zum Kauf an. Reißenden Absatz fanden dabei die Selbstbausätze aus Holz.

Ein wichtiges Projekt der Ortsgruppe ist der Amphibienschutz insbesondere dieKrötensammelaktion im März/April an der Straße in Neuhaberland,bei Surheim. Die Entwicklung der Population gibt mittlerweile Anlass zu großer Sorge. Konnten 2017 noch 100 Stück Erdkröten gerettet werden, waren es 2018 nur noch 50 und in 2019 sogar nur noch 30 Tiere.Das bedeutet einen Rückgang von 70 %. Dieser ist nur bedingt durch die trockene Witterung im Jahr 2018 erklärbar. Erich Prechtl berichtete dass er in verschiedenen kleineren Tümpeln, die sich oft in Fahrspuren bilden, Nachwuchs vom Laub- und sogar von Springfrosch nachgewiesen werden konnte. Beide Arten galten bis dahin im Stadtgebiet als ausgestorben oder verschollen. Umso erfreulicher ist es, dass die beiden Amphibienarten wieder nachgewiesen werden konnten.

Die dem BN zu Stellungnahme von der Stadt Freilassing vorgelegte Bebauungspläne sind aus Sicht des BN grundsätzlich nicht zu befürworten. Seit 1978 erfolgte trotz Drängens seitens des BN keine Erneuerung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes. Aus einer aktuellen Planung könnte man wesentlich einfacher Bebauungs- und Grünordnungspläne entwickeln. Derzeit werden ca. 15 ha Fläche im Stadtgebiet für Wohnbebauung und Gewerbe überplant, berichtet Prechtl.Die Ortsgruppe engagiert sich auch in Sachen Bebauungsplan Matulusgarten. Hier geht es um den Erhalt von einem Baumbestand der zum Teil 160 bis 200 Jahre alt ist. Bei Begehungen mit einem Fledermausdetektor wurden Bestände von verschiedenen Fledermausarten, wie Zwerg-, Rauhaut-, Fransenfledermaus und Abendsegler festgestellt. Nach Erkenntnissen des BN handelt es sich um den größten und artenreichsten Fledermausbestand von Freilassing der unbedingt geschützt werden muss. Bei einer sommerlichen Fledermausführung konnten sich die Teilnehmer selbst ein Bild von den Fledermausaktivitäten im Matuluswald überzeugen.

Zum Neubau des Badylon erinnerte der Vorsitzende nochmals an die Bepflanzung der Grünlagen mit Gleditschien, die Baumart kommt ursprünglich aus Amerika. Vom BN wurden schon bei den Planungen darauf hingewiesen, dass nur heimische Baumarten gepflanzt werden sollten, da an diese die heimischen Insekten angepasst sind. Unverständlich ist, dass trotz dieser Einwendungen des BN dennoch zahlreiche Gleditschien gepflanzt wurden.

Verleihung des "goldenen Rückgrates"

Zum Thema Fluglärm berichte Erich Prechtl über das Aktionsbündnis mit dem Fluglärmschutzverband Rupertiwinkel, dem seit 2012 Frau Bettina Oestreich vorsteht. Ziel des Bündnisses ist die Kündigung des veralteten Staatsvertrages und Erstellung einer Durchführungsverordnung, die die Belange der bayerischen Bevölkerung berücksichtigt. Prechtl erinnerte an die Demonstrationsveranstaltungen bei denen viele Einheimische ihre Verärgerung über den Fluglärm deutlich zeigten. Für ihr unermüdliches Engagement das sie trotz aller Widerstände und Anfeindungen zeigt, bedankte sich der BN und verleihFrau Bettina Oestreich die Urkunde "Goldenes Rückgrat 2019". Frau Oestreich bedankt sich für die Ehrung und sichert zu dass sie für die Sache weiterkämpfen wird.

Neuwahlen der Vorstandschaft

Im Anschluss fand die Neuwahl der Vorstandsschaft der Ortsgruppe statt. Für das Amt des Wahlleiters stellt sich Paul Grafwallner von der Kreisgruppe Berchtesgadener Land zur Verfügung. Die weiteren Mitglieder des Wahlvorstandes waren Robert Judl und Christa Meingast. Für den Vorsitz wurde der bisherige Amtsinhaber Erich Prechtl vorgeschlagen und einstimmig wiedergewählt. Zur Stellvertreterin wurde einstimmig Rosi Behringer gewählt. Schriftführerin ist künftig Silvia Wellenhofer und Schatzmeisterin bleibt Gudrun Lahner. Beisitzer sind Stephanie Riehl, Anita Schwarz, Maria Stutzmann und Helmuth Stutzmann.

Vortrag "Die grüne Stadt" von Josef Stein

Josef Stein ist neuer Kreisfachberater für Landschaftspflege und Gartenbau im Berchtesgadener Land. In seinem Vortrag ging er auf die Ökosystemleistung und den ökologischen Wert von Grün in der Stadt ein. Auch zeigte er auf, was jeder Einzelne dazu beitragen kann. Statistiken gehen davon aus dass 2050 drei Viertel der Menschen in Städten leben werden. An einigen Beispielen z. B. aus der Stadt Wien zeigt er wie wichtig Bepflanzung in den Städten gerade in Hinblick auf die Klimaerwärmung ist. Mit der Begrünung von Fassaden und Flachdächern und die dadurch entstehende Verdunstung, lässt sich das Klima und die Überhitzung in der Stadt erheblich vermindern. Der Kreisfachberater zeigt anhand von Bilder ein Beispiel der Stadt Wien, die ihre kommunalen Gebäude wie Rathaus, Schulen usw. begrünt hat. Verpflichtend ist dort laut Bauordnung die Begrünung von Flachdächern. Für den Frischluftaustausch mit dem Umland sind auch grüne Korridore für die Städte wichtig. Durch entsprechende Gebäudeausrichtung kann zudem auch für mehr Luftaustausch gesorgt werden. Fakt ist, dass es mittlerweile mehr Biodiversität in der Stadtregion als auf den Monokulturen der landwirtschaftlichen Grünflächen gibt. Sepp Stein informiert über die Initiative und die Label vergabe "Stadtgrün naturnah" der sich bis jetzt 50 Kommunen angeschlossen haben. Die Aktion wird von einem Landschaftsplanungsbüro unterstützt und setzt auch eine Bürgerbeteiligung voraus. Damit sollen im Stadtgebiet für Mensch und Natur, unter Mitwirkung der Bürger, naturnahe und attraktive Grünflächen geschaffen werden. Die Anwesenden Teilnehmer könnten sich derartige Aktionen auch in Freilassing vorstellen. Josef Stein informierte auch über die Initiative des Bayerischen Gartenbauverein zur Zertifizierung von Naturgärten (ab 2020). Mit vielen Fragen an den Referenten endete die Veranstaltung.

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