Langsam kommt schnelleres Internet

In Zeiten von Home-Office sind viele Internetanschlüsse in Freilassing überlastet

Glasfaserkabel in Richard-Strauss-Straße in Freilassing
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In der Richard-Strauss-Straße verlegt die Telekom derzeit neue Glasfaserkabel, ob auch die Verteilerkästen entsprechend gerüstet sind war nicht in Erfahrung zu bringen.

Freilassing - Die Stadt wird eine Förderung zum Ausbau des schnellen Internet nach der so genannten „Gigabit-Richtlinie“ beantragen, sowie den weiteren Ausbau vorantreiben, und zwar nach dem Wirtschaftslichkeits-Lücken-Modell, das ebenfalls zur Diskussion stehende Betreibermodell hätte bedeutet,  dass die Stadt für das Betreiben und für den Unterhalt der passiven Infrastruktur zuständig gewesen wäre.

Dieses Modell bedeutet, dass sie künftig für das Betreiben und für den Unterhalt der passiven Infrastruktur zuständig ist. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde aber auch deutlich, dass in zahlreichen Straßen Freilassings das superschnelle Glasfaserkabel zwar schon vor dem Haus liegt, dann aber wegen eines veralteten Verteilerkastens eben nicht in das Haus kommt.


In der Stadtratssitzung stellten Anton Biereder und Mario Lange von der Firma Höpflinger den bisherigen Breitbandausbau in Freilassing vor, so sind Ende 2018 nach einer Markterhebung 2381 Haushalte mit 400 Mbit/Sekunde versorgt, rund 2800 mit bis zu 100 Mbit, sowie 118 mit 50 Mbit, nur mehr 34 Anschlüsse müssen mit der sehr langsamen Übertragung von bis 30 Mbit pro Sekunde auskommen. „Das bedeutet, dass wir 863 förderfähige Anschlüsse in der Stadt haben, die mit maximal 2500 Euro je Anschluss gefördert werden können“, so Biereder. Die gesamte Fördersumme liegt bei 2,2 Millionen, bei einer Förderung von 80 Prozent verbleibt ein Eigenanteil für die Stadt von 400.000 Euro.

Die Bayerische Gigabit-Richtlinie gibt es seit diesem Jahr, das Ziel ist, dass jeder private Haushalt einen Anschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 200 Mbit pro Sekunde erhält, jeder gewerbliche Anschluss 1 Gbit. In Freilassing gibt es derzeit hauptsächlich Telekom- und Vodafone-Anschlüsse, die Telekom baut derzeit zum Beispiel in der Richard-Strauss-Straße ihr Glasfaser-Netz aus. Ein Problem scheint auch zu sein, dass zum Beispiel in der Laufener Straße Vodafone ausgebaut hat, aber nur Telekom-Verteiler zur Verfügung stehen, das heißt die schnelle Glasfaser-Verbindung zwar vor dem Haus liegt, aber nicht in das Haus kommt.


Glasfaser scheitert an alten Verteilerkästen

Eine Karte aus 2018 zeigt die Versorgung des Stadtgebietes mit Breitband, in unterversorgten Gebieten soll in Zukunft nicht mehr der Betreiber entscheiden können, ob sich ein Ausbau lohnt, sondern die Stadt mit dem so genannten Wirtschafltichkeits-Lücken-Modell. Ausbauexperte Biereder erinnerte an die erste Ausbaustufe 2015, damals seien große Bereich der Stadt unterversorgt gewesen, dann habe zum Beispiel die Telekom großflächig in Glasfaser investiert, jetzt seinen statt 16 Mbit damals bis zu 200 Mbit möglich, „dieser Ausbau hat die Stadt nichts gekostet, Telekom und Vodafone haben das eigenwirtschaftlich getan“.

Beide Anbieter hätten ihre Hausaufgaben erledigt, aber oft scheitert es an alten Verteilkästen vor dem Haus, die noch mit einer alten Technik ausgerüstet seien, „Vodafone hat hier schon weitere Glasfaser-Verteilerpunkte versprochen“.

hud

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