FWG Heimatliste Freilassing

Hochwasserschäden in Freilassing vermeidbar?

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Freilassing - Die Themen Hochwasser und Hochwasserschutz erregen weiterhin die Gemüter. Die Freie Wählergemeinschaft möchte die Frage klären, ob Hochwasserschäden vermeidbar sind.

Die FWG Heimatliste Freilassing verfolgt das Thema „Saalach-Hochwasser“ weiterhin mit Nachdruck, damit Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger umgehend greifen. Allerdings gilt es auch, Verantwortlichkeiten festzustellen.

Der für Risikoanalysen bekannte Dipl.- Ing. Hanns-Jürgen Warm zeigt in seinem Leserbrief vom 22. März im Freilassinger Anzeiger auf, dass er bereits im Frühjahr 2013 Bürgermeister Flatscher vor der Gefahr und den Auswirkungen eines Hochwassers durch die Saalach hingewiesen hat. Flatscher habe, so Dipl.-Ing. Warm weiter, diese Gefahren nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Zuvor hat ihn die FWG Heimatliste Freilassing bereits zu ihrer Veranstaltung für den 6. März (19.30 Uhr, Gasthaus Rieschen) eingeladen, um von seinen Erfahrungen in Sachen Hochwasserschutz zu berichten.

In dieser Veranstaltung werden auch die geplanten Maßnahmen von Seiten der Stadt zu erörtern sein. Denn eine der bemerkenswerten Erkenntnisse der Besucher der Stadtratssitzung war unter anderem, dass es in Österreich mit Verweis auf die „absolute Dringlichkeit“ möglich scheint umgehend Baumaßnahmen an den Deichanlagen anzuschieben. Laut Aussage der Freilassinger Verwaltung sind derartige Vorgehensweisen für die bayerische Seite jedoch undenkbar. Florian Löw und Wolfgang Wagner mussten wie viele andere Besucher der Sitzung zur Kenntnis nehmen, dass die Besucher seitens Bürgermeister und Verwaltung ausschließlich mit Negativ-Auskünften abgespeist wurden.

Weiter ist zu hinterfragen, wie stichhaltig die vorgetragene Skepsis gegenüber einem mobilen Hochwasserschutz tatsächlich sei. Angeblich ist die Vorwarnzeit bei einem „…Gebirgsfluss, wie die Saalach…“ zu gering, um den Schutz zu aktivieren. Allerdings war einen Tag vor dem Freilassinger Hochwasser bereits die Gefahr im österreichischen Saalfelden bekannt. Einen mobilen Hochwasserschutz muss man nicht erst dann errichten, wenn man sicher weiß, dass eine Überflutung anstehen würde. Es genügt auch, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit gegeben ist.

Das in der Stadtratssitzung vorgetragene Argument der fehlenden Pegelmessungen, steht zudem auf einem sehr wackeligen Boden. Die Ausstattung des Saalach-Hinterlandes von Freilassing mit Pegeln mit und ohne Meldestufen ist zu hinterfragen. Die Verantwortung für die Pegel liegt beim Landratsamt BGL und in der Folge beim Wasserwirtschaftsamt.

Und auch, wenn es laut der Homepage „Hochwassernachrichtendienst Bayern“ insgesamt nur 2 Pegel mit Meldestufen in Unterjettenberg und Siezenheim gibt, existieren noch drei weitere Pegel ohne Meldestufen. Diese finden sich in Weißbach, in Piding-Staufeneck und in Piding-Stoißer Ache.

Zwischen den mit Meldestufen ausgerüsteten Pegeln befinden sich ca. 21 Flusskilometer ohne Meldestufenüberwachung obwohl dort Pegel vorhanden wären. Jedoch sind die drei Pegel ohne Meldestufen auch mit Datenfernübertragung, die Pegel Staufeneck und Stoißer Ache zusätzlich mit kostenpflichtiger, aber jederzeit abrufbarer Pegelmeldung über Telefonanruf ausgestattet.

Die angesprochene Homepage lässt übrigens auch zu, die Pegelstände grafisch aufbereitet für die in Frage stehende Zeit um den 2. Juni 2013 abzurufen. Den Grafiken ist klar zu entnehmen, dass bereits ab den frühen Morgenstunden des 31.05.2013 ein signifikanter Anstieg der Pegelstände zu verzeichnen war. Hätte man auch die anderen drei Pegel mit in das Meldestufensystem einbezogen, wäre ein mobiler Hochwasserschutz, oder auch nur eine ausreichende Warnung der Bürger sehr wohl rechtzeitig möglich gewesen.

Abschließend ist festzustellen: Es geht beileibe nicht darum, die Hilfeleistung aller FFWler, THWler, Rotkreuzler und aller anderen bis zur Aufopferung kämpfenden Helfer zu kritisieren. Denn diese können immer nur auf Ereignisse reagieren. Dafür zu sorgen, dass mit vorausschauender Planung Risiken minimiert werden ist Aufgabe der Verwaltungsbehörden und der politisch Verantwortlichen.

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