Vom Facebook-Post zur "Hasstiraderei"

„Wenn der Stadtrat Fritz Braun mal stirbt,…“

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Freilassing - Ein Posting von dem Freilassinger Stadtrat Fritz Braun hat auf Facebook hohe Wellen geschlagen. Statt aber langsam wieder Ruhe einkehren zu lassen, ist nun auch eine Drohung aufgetaucht.

Alles begann mit dem Posting eines Fotos in der Facebookgruppe „Du kommst aus Freilassing wenn,…“. Dieses Posting zeigte eine auf einer Straße liegende tote Katze, die vermutlich von einem Fahrzeug erfasst worden und gestorben ist. Das Posting „Verstorbene Katze bei Einfahrt Hammerau, rechts kommend von Freilassing entdeckt“, war gut gemeint, sollte es doch den Besitzer der Katze darüber informieren, dass sein Tier nicht mehr nach Hause kommt. 

Solche Postings sind häufig der Fall. Meist bleiben sie unkommentiert. Wenn doch kommentiert wird, dann in der Regel mit bedauernden Worten oder tröstende Sätzen für den Besitzer.

Stadtrat Fritz Braun und sein Facebook-Post

Nicht so in Freilassing. „Gottlob eine weniger“, so kommentierte Stadtrat Fritz Braun. Und es kam wie es nicht anders kommen konnte – eine Protestwelle baute sich gegen seinen Kommentar auf. Von „Tolle Aussage für einen Stadtrat, armes Freilassing“ bis hin zu „A…loch“ schlug der Post hohe Wellen.

Nachgefragt bei Stadtrat Braun

Im Gespräch mit BGLand24.de bedauerte er diese Äußerungen und erklärte: „Ich bin kein Katzenhasser. Ehrlich gesagt war dieser Kommentar nur ein Test, wie die Facebook-Nutzer reagieren“. Und fügt erläuternd hinzu: „Wir treffen im Stadtrat oft so wichtige Entscheidungen, von denen niemand Kenntnis nimmt. Aber ich habe das Ganze wohl ein wenig überschätzt“.

Wer jetzt aber glaubt, dass die Hetzerei nun ein Ende nimmt und sich die Gemüter wieder beruhigen – weit gefehlt.

Auch nach seinem Feedback auf den Facebook-Kommentar ging die Hetzerei auf Facebook weiter:

  • "Nicht jeder muss ein Tierfreund sein, aber so eine Aussage öffentlich und noch dazu in dieser Position in der er sich befindet, geht einfach gar nicht. Damit gilt für mich mehr als je zuvor: 'Lieber drücke ich die dreckige Pfote meines Hundes, als die saubere Hand eines verlogenen Menschen'"
  • "Selten so eine dumme Ausrede gelesen. Sorry, aber die Ausrede ist noch hirnfreier als der Post an sich. Man(n) sollte auch die Eier in der Hose haben, sich entschuldigen zu können."
    Bis hin zu 
  • "Der sollte die Partei wechseln - Passt besser zur AFD"

Staatsanwaltschaft wertet Kommentare als Beleidigung 

Aber auch damit noch immer nicht genug. Sogar eine persönliche, an ihn gerichtete Messenger-Nachricht ließ nicht lange auf sich warten: „Dir Deppn gfoid des oiso, wenn Katzn zamgfahrn wern? Pass moi liaba auf, dass in Freilassing ned amoi an Stadtrat zamfahrn… Weil de korrupten Hund richtn a Eckn mehr Schaden o, ois a Katz. Aber fois ded passiern dad, schreib na i auf Facebook… „Gott sei Dank, oans weniger“. Alloa für die dämliche Aussage soiad ma di sofort nausschmeißen! 

Und ein anderer Bürger wendet sich per Mail direkt an die Stadt Freilassing und schreibt: „Wenn der Stadtrat Fritz Braun mal stirbt (ist auch nicht mehr der Jüngste), dann werden wohl Tausende von Menschen an seine Beerdigung kommen. Hauptsächlich Katzenfreunde. Alle wollen sich davon überzeugen, dass der Stadtrat tot ist".

Beleidigender Inhalt

Der Inhalt wurde übrigens von der Staatsanwaltschaft Traunstein als Beleidigung bewertet. Nach Rücksprache mit Herrn Braun, wird er zwar keinen Strafantrag stellen, aber „er ist zutiefst betroffen und enttäuscht über solch massive Äußerungen von Mitbürgern.“

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