Grüne/Bürgerliste sieht Handlungsbedarf auch in Freilassing 

Boden und Bäume wertschätzen und schützen

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Teilnehmer der Ortsversammlung sehen einen großen Handlungsbedarf in Freilassing mit Flächen sorgsamer Umzugehen und vor allem den innerörtlichen Baumbestand zu erhalten. Von rechts: Kreisrätin und Landratsstellvertreterin Elisabeth Hagenauer sowie Kreisrat und Landtagskandidat Dr. Bernhard Zimmer im Gespräch.

Freilassing - Pro Tag wird in Bayern eine Fläche so groß wie 18 Fußballfelder in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt. Diesem überbordenden Flächenfraß wollen die bayerischen Grünen Grenzen setzen und initiierten deshalb ein Aktionsbündnis, um das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ zu starten.

Auch die Ortsgruppe der Grünen in Freilassing beteiligte sich an der Sammlung von mittlerweile 50.000 Unterschriften. Kreisvorsitzender Dr. Bernhard Zimmer berichtete in der Ortsversammlung der Grünen/Bürgerliste über den aktuellen Stand. Das Innenministerium werde in Kürze entscheiden, wann die Eintragungsphase beginne. Innerhalb von 14 Tagen müssten mindestens 1 Million wahlberechtigte Bürger in den Rathäusern ihre Unterschrift leisten und mit diesem Volksentscheid gegen die großflächige Versiegelung unserer Landschaft stimmen. Hier seien die Grünen vor Ort gefordert, bei den Freilassinger Bürgern um ihre Unterschrift zu werben. Stadtrat Willi Schneider erinnerte daran, dass sich die Stadtverwaltung in der Vergangenheit immer sehr kooperativ gezeigt habe und die Öffnungszeiten des Rathauses sehr bürgerfreundlich waren. Ortsvorsitzender Kaspar Müller berichtete über viele positive Reaktionen aus der Bevölkerung während der Unterschriftensammlung für das Volksbegehren. Viele Menschen hätten ihn schon auf die großflächigen Versiegelungen insbesondere in Verbindung mit den Baumfällaktionen in Freilassing angesprochen und sich entsetzt geäußert. Wenig Verständnis gibt es auch für die Entwicklung bei genehmigten Bauvorhaben, wo für eine hohe Baudichte im Vorfeld alle Bäume gefällt würden und Pflanzungen nach der Fertigstellung nur sehr spärlich erfolgten. 

Nachhaltiges Flächenmanagement ist notwendig

Sparsamer Umgang mit Fläche und Stadtentwicklung sind kein Widerspruch, wenn man die gesteckten Ziele beherzt angeht,“ zeigte sich Landtagskandidat und Kreisrat der Grünen, Dr. Bernhard Zimmer, überzeugt. "Auch bei einer dichten Bebauung mit Tiefgarage können Bäume gepflanzt werden, wenn man entsprechend große Pflanzräume einplant." Der Stadtrat habe jederzeit die Möglichkeit, mit entsprechenden Festsetzungen eine Durchgrünung von Freilassing zu erreichen. Die Aufgabe dieses Gremiums sei es, sowohl Baurecht als auch ein lebenswertes und gesundes Umfeld in einer Stadt zu schaffen. Architekt Kaspar Müller betonte, für eine moderne Stadt sei ein nachhaltiges Flächenmanagement erforderlich. Große Flächen im Stadtbereich stünden gewidmet in den Bauleitplänen und harrten einer Bebauung. Die Stadt könne verhindern, dass reifes Bauland zur Spekulation gehortet wird. Wenn hier die innerörtlichen Möglichkeiten genutzt würden, müsse man nicht ständig auf die grüne Wiese ausweichen. Kreisrätin Elisabeth Hagenauer bedankte sich bei den Stadträten der Grünen/Bürgerliste für die klaren Worte in der Haushaltsdebatte. "Die Rodung aller Bäume für die Baustelleneinrichtung beim Badylon war ein 'Sündenfall', nun auch noch 30 000 € für die Ausstockung zu bezahlen, ist schon fast dreist." Sicherlich würden Neupflanzungen nach der Fertigstellung wieder hohe Kosten verursachen und Diskussionen nach sich ziehen. Sinnvoller wäre es gewesen, den Erhalt der Bäume einzuplanen, dies hätte sowohl die Natur als auch den Stadthaushalt geschont.

Pressemitteilung Ortsvorstand der Grünen /Bürgerliste Freilassing

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