„Kritik des Handels belastet Bundespolizisten“

Grenzkontrollen schuld am „Tod der Freilassinger Innenstadt“?

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Die Vorsitzende des Wirtschaftsforums, Anni Klinger, kritisiert die Grenzkontrollen, Freilassing sei „ein Bauernopfer dafür, dass sich einige Politiker profilieren können“.
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Freilassing - Auch wenn die Arbeit der Bundespolizei von Teilen der Bevölkerung begrüßt wird, gibt es doch immer wieder Kritik, vor allem vom Einzelhandel. Anni Klinger, Vorsitzende vom Wirtschaftsforum, hatte erst vor kurzem Kritik geäußert. Der Leiter der Bundespolizei in Freilassing, Edgar Dommermuth, reagiert darauf jetzt gereizt, „diese Befindlichkeiten belasten die Mitarbeiter“.

Dass der Einzelhandel in Freilassing mit den Grenzkontrollen noch nie glücklich war, ist kein Geheimnis, doch die Ankündigung, dass der Bundesinnenminister die Grenzkontrollen zwischen Bayern und Österreich um weitere sechs Monate verlängern will, treibt den Händlern jetzt die Sorgenfalten auf die Stirn. „Der Schaden für Freilassing durch die Grenzkontrollen ist kaum noch zu beheben“, so Klinger, denn viele Stammkunden hätten sich in den letzten Jahren Alternativen gesucht und würden auch nicht mehr zurückkommen. Die niedrigen Aufgriffsquoten rechtfertigen ihrer Meinung nach nicht die weiteren Grenzkontrollen, Freilassing sei offenbar ein Bauernopfer dafür „damit sich einige Politiker profilieren können“, so Klinger Ende August.

Wo ist ein Stau?

Diese Darstellung verärgert naturgemäß den Chef der Bundespolizei in Freilassing, er spricht von „Befindlichkeiten“, die seine Mitarbeiter durchaus belasten würden. Die Darstellung der „angeblichen Staus“ würde stark betrieben, „es wird ja so dargestellt als ob die Grenzkontrollen den Tod der Freilassinger Innenstadt zur Folge hätten“, so Dommermuth. Dabei sei es die neue Inspektion gewesen, die sofort Anfang 2018 den festen Container auf der Saalbrücke abgebaut und auf ein temporäres Kontrollsystem umgestellt habe. Es werde jetzt über Staus geklagt, die es gar nicht gebe, „schauen Sie mal die Staus in der Münchner Bundesstraße in Richtung Salzburg an“.

Oft kontrolliert die Bundespolizei mehrmals täglich für mehrere Stunden den Einreiseverkehr auf der Saalbrücke, viele Salzburger meiden daher die Einkaufsstadt, sagen die Händler.

Tatsächlich gibt es wegen des Nadelöhrs am Lieferinger Spitz zu Stoßzeiten auch Stau in Richtung Salzburg, wir berichten laufend darüber, aber in Richtung Freilassing sind eben die Grenzkontrollen und die damit verbundene Engstelle auf der Saalbrücke die Ursache für den Stau, egal zu welcher Tageszeit.

hud

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