Fünf Wohnblocks an der Matulusstraße erneut im Stadtrat

Wohnbauten oder „Wald“ am Krankenhausareal?

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Freilassing - Die Baupläne für den „Matulusgarten“, einem 1,3 Hektar großen Areals am Krankenhaus, stehen am Montagabend erneut auf der Diskussionsliste der Stadträte. Behandelt wird dabei ein Antrag von ‚Pro Freilassing‘, die unter anderem die Bäume erhalten will.

Die sonst um jeden Baum kämpfenden Grünen haben hier einen pragmatischen Ansatz, „viele sprechen ja von einem Wald, und von Leserbrief zu Leserbrief werden die Bäume noch älter“, so Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Hartmann. „Aber wir sind nicht der Bund Naturschutz, wir sind für einen Mietwohnungsbau, auch wenn das manchen Leuten nicht passt“.

Auf dem unbebauten Areal seien an die 80 Bäume, „nur einige wenige sind wirklich alt und groß“, nicht alle seien gesund. Es würde auch immer behauptet es handle sich um einen Wald, der bedroht sei und geschützt werden müsse, „aber nach der Definition des Bundeswaldgesetzes handelt es sich nur um eine Baumgruppe in einem Wohngebiet“, so Hartmann. Rund 40 der 80 Bäume müssten dem Bauvorhaben weichen, „aber wenn ich das nicht mache bekomme ich halt keine neuen Wohnungen“. 

Dass sich Grüne mehr für Wohnungen als für Bäume einsetzen überrascht auf den ersten Blick, „doch in unserem Wahlprogramm steht leistbares Wohnen schon immer“. Den Vorwurf, dass sich Grüne eigentlich für den Erhalt der Bäume einsetzen sollten weist Hartmann zurück, „wir sind nicht der Bund Naturschutz“.

Justizministerium: „Freilassing Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt“

Dass Freilassing wächst und mehr leistbare Wohnungen braucht untermauert jetzt auch eine Verordnung des Bayerischen Justizministeriums. In einer Verordnung vom 16. Juli dieses Jahres wird festgehalten, dass Freilassing zu den Gebieten in Bayern mit einem „angespannten Wohnungsmarkt“ gehört, also „die Wohnbevölkerung wächst, ohne dass durch Neubautätigkeit erforderlicher Wohnraum geschaffen wird“, so die Begründung. 

Die Grünen fühlen sich dadurch bestätigt, „der Bayerische Justizminister bekräftigt also unseren Wunsch nach mehr sozialem Wohnungsbau“, so Hartmann, die anhaltende Kritik vorallem der Anwohner in der Matulusstraße wischt er zur Seite, „wir sind die Stadträte von ganz Freilassing und nicht nur von einer Straße“, er habe zudem kein Verständnis, wenn wohlhabendere Anrainer keine Mietwohnungen als Nachbarn haben wollen. 

hud

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