Freilassing: Frühlingswanderung in der Au 

Erich Prechtl: "Wir Freilassinger wollen unsere Saalach erleben"

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Stefanie Riehl (li) und Erich Prechtl (re) erläutern geplante Umbaumaßnahmen an der Mühlbachmündung

Freilassing - Frühlingserwachen war das Motto einer Auenwanderung, die von Erich Prechtl und Stefanie Riehl von der Ortsgruppe Freilassing des Bund Naturschutz geführt wurde. Die Saalachau präsentierte sich mit einer bunten Vielfalt von Frühjahrsblühern: blaue Leberblümchen, weiße Buschwindröschen, rot-violettes Lungenkraut, gelbe Schlüsselblumen.

„Was unterscheidet den Auwald von einem Bergwald?“, fragte Stefanie Riehl die Mitwanderer. Es sind die regelmäßigen Überflutungen und der hohe, aber wechselnde Grundwasserstand, Standortbedingungen, an die die Auwaldbäume bestens angepasst sind. Der Ortsvorsitzende Erich Prechtl erläuterte, dass die durch Hochwässer eingeschwemmten Nährstoffe die Aue zu einem hoch produktiven Ökosystem mit einer sehr artenreichen Baum- , Strauch und Krautschicht machen. Jetzt im Frühjahr lockt die Au mit einem bunten Teppich an Frühlingsgeophyten. Diese sind wahre Turbo-Pflanzen, die in nur wenigen Wochen blühen und Samen bilden. Das schaffen sie, indem sie Nähr- und Farbstoffe aktivieren, die sie im vorherigen Jahr in ihren Zwiebeln oder Wurzelknollen gespeichert haben. 

Dachsbau, Frösche und Biberspuren

Von der Aumühle führte die Wanderung am seit Jahrzehnten bewohnten Dachsbau vorbei zum Ausweiher. Dieser ist eigentlich kein See, sondern ein Weiher, an dem nicht nur heimische Erdkröten, Frösche und Ringelnattern vorkommen, sondern auch Schmuckschildkröten und der aus Nordamerika stammende Kamberkrebs, berichtete Erich Prechtl. Diese invasiven Arten sind sehr gefräßig und beeinträchtigen daher die heimische Fauna. Am Mühlbach konnten die Teilnehmer frische Biberspuren entdecken und eine Wasseramsel beobachten. 

Erich Prechtl: "Wir wollen unsere

Saalach erleben"

An der Mündung des Mühlbachs in die Saalach angekommen, sahen die TeilnehmerInnen die Auswirkungen der Saalacheintiefung : Fische können während eines Hochwassers oder zum Ablaichen nicht mehr in die Nebengewässer wandern, die Strömung ist zu stark, der Höhenunterschied zwischen Saalach und Mühlbach zu groß. Im Zuge einer Renaturierung durch das Wasserwirtschaftsamt soll der Mündungsbereich für Fische wieder passierbar gemacht werden. Für das große Ziel der Saalach- und Salzachrenaturierung kämpft Erich Prechtl schon seit vielen Jahrzehnten. „Nicht nur in München sollen die Menschen ihren Fluss erleben können, auch wir Freilassinger wollen unsere Saalach erleben und brauchen dafür Zugänge zum Fluss“, forderte der Ortsvorsitzende zum Abschluss der Wanderung.

Pressemeldung Bund Naturschutz in Bayern, Ortsgruppe Freilassing

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