Acht Tage vor dem Bayern-Shutdown geschlossen

Badylon liegt seit Wochen im Trockenen - Wie geht es weiter in Freilassing?

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Boris Tempelin sagt, dass auch ohne Gäste das Wasser ständig desinfiziert und umgewälzt werden muss.

Freilassing - Unmittelbar nachdem Salzburg seine beiden Hallenbäder am Freitag, den 13. März, zusperrte machte in Freilassing auch das Badylon dicht, über eine Woche vor dem offiziellen Shutdown in Bayern am 21. März.

„Sonst wären alle Salzburger zu uns gekommen und die Verantwortung für einen neuen Infektionsherd wollte ich nicht übernehmen“ räumt Alt-Bürgermeister Josef Flatscher ein. Mitte April wurde dann auch das Wasser aus den Becken ausgelassen, „in den fünf Wochen vom 13. März bis 20. April hatten wir rund 20.000 Euro Kosten für Strom und Wasser“, so Boris Tempelin von der Bäderverwaltung. Nur die Wärmezufuhr sei am 13. März sofort gestoppt worden.


Leere Becken im Badylon in Freilassing nach Corona-Shutdown

 © hud
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Wasser im Hallenbad muss auch ohne Gäste desinfiziert werden

Warum das Wasser in einem Hallenbad ohne Publikum trotzdem desinfiziert und umgewälzt werden muss, erklärt Tempelin so: „Ohne Desinfektion und Wasserumwälzung könnte es zu einer Verkeimung in den Rohrleitungen und den Filteranlagen kommen“, auch ohne Wärme fallen Kosten für Wasser und Strom für die Umwälzung in Höhe von rund 20.000 Euro pro Monat an, diese Kosten spare man mit dem Beschluss, dass Wasser abzulassen. 


Am 20. April habe der Ferienausschuss, also eine Art Not-Stadtrat mit zehn Mitgliedern daher beschlossen, das Wasser aus den Becken auszulassen, da zu diesem Zeitpunkt kein Termin für eine Wiedereröffnung erkennbar war, übrigens bis heute nicht. „Es war also eine rein betriebswirtschaftliche Entscheidung“.

Badylon Freilasing: Auch vor 13. März weniger Gäste

Tempelin erinnert sich an den 13. März, als am Vormittag die Order aus dem Rathaus kam, dass das Badylon Corona bedingt nicht mehr aufsperren darf, zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinerlei Vorgaben der Staatsregierung, es war eine reine Vorsichtsmaßnahme der Stadt, man fürchtete sich auch vor einem Ansturm aus Salzburg, da in der Nachbarstadt am 13. März alle Bäder und Freizeiteinrichtungen geschlossen wurde, der offizielle Shutdown in Österreich begann dann vier Tage später, am 16. März. 

An diesem Tag starteten auch die Corona-Einreisekontrollen der Bundespolizei, seit diesem Tag können ohnehin keine Österreicher mehr ohne triftigen Grund nach Deutschland kommen. „Wir hatten am 13. März keine Schulklassen hier, also wir haben dann einfach nicht mehr aufgesperrt“, so Tempelin, „aber ich erinnere mich gut, dass auch schon die Tage vor dem 13. März die Leute vorsichtiger wurden und trotz schönen Wetters nicht mehr so viele Besucher gekommen sind“.

Badylon Freilassing: Konzepte für das Öffnen

Während in Österreich zumindest Freibäder am 29. Mai mit bestimmten Hygieneregeln wieder Öffnen dürfen ist das Thema Baden für die Bayerische Staatsregierung noch kein Thema, es gibt auch keinerlei Hinweise auf einen möglichen Termin. „Trotzdem befassen wir uns intensiv mit Szenarien für das Öffnen, wenn es einen Termin gibt“. Auch Bürgermeister Markus Hiebl meinte gegenüber BGLand24, dass er am Dienstag, dem 26. Mai, im Stadtrat ein Konzept vorstellen werde für die Inbetriebnahme des Badylons und des Freibades, damit die Stadt vorbereitet ist für den Fall, dass die Staatsregierung grünes Licht gibt.

Ob das Freibad in Brodhausen heuer noch aufsperrt, hängt demnach von den Verordnungen der Staatsregierung und des Gesundheitsministeriums ab, bis jetzt sind Großveranstaltungen bis 31. Augst nicht zugelassen, dass ein Freibad dann für zwei oder drei möglicherweise warme September-Wochen aufsperrt ist eher unwahrscheinlich.

Dass das Wasser von 5000 vollgefüllten Badewannen heuer wieder in die Becken des Badylons laufen werden, ist eher wahrscheinlich; „wir brauchen 14 Tage Vorlaufzeit um alles zu reinigen und vorzubereiten“, sagt Tempelin. 24 der 30 Mitarbeiter sind seit 1. April in Kurzarbeit, sechs Mitarbeiter sind mit den laufenden Gartenarbeiten auf dem 70.000 m² großen Gelände beschäftigt, „auch die Gastronomie hat jetzt wieder offen, natürlich unter Einhaltung alle Hygienevorschriften“. 

Das Leben auf der Anlage ist zumindest durch das Öffnen des Spielplatzes und der Außenanlagen für Privatpersonen teilweise wieder zurückgekehrt.

Michael Hudelist

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