Hochwasser: FWG fordert Sofort-Maßnahmen

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Die FWG Freilassing will verhindern, dass Freilassing noch einmal untergeht.
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Freilassing - Ein Dreiviertel Jahr nach dem verheerenden Hochwasser in Freilassing, fordert die FWG die Umsetzung von Sofort-Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

In einem Schreiben an das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat die Heimatliste aber nicht nur einen sofortigen wirksamen Hochwasserschutz gefordert, sie unterbreitete der Behörde auch Vorschläge:

"Hauptursächlich dürfte die Sohl-Lage im Bereich der Eisenbahnbrücke und das dahinter liegende Querriegelbauwerk gewesen sein. Die örtlichen Gegebenheiten machen die Eisenbahnbrücke praktisch zum Flaschenhals und beschränken den maximal möglichen Durchfluss auf ca. 900 m³/s", heißt es in dem Brief der FWG. "Beim Hochwasser vom 2. Juni 2013 wurde jedoch eine Durchflussmenge von fast 1100 m³/s festgestellt. Zukünftig wird sogar, aufgrund der klimatischen Veränderungen, bei Hochwasser mit möglichen Durchflussmengen bis zu 1300 m³/s gerechnet. (...) Dementsprechend muss die klare Forderung, bei kürzest möglicher Durchführungszeit, eine Absenkung der Sohlschwelle an der alten Eisenbahnbrücke um mindestens zwei Meter, umgesetzt werden."

Absenkung der Sohlschwelle nicht kurzfristig umsetzbar

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"Leider ist die Absenkung der Sohlschwelle unterhalb der Eisenbahnbrücke nicht kurzfristig umsetzbar", heißt es in der Antwort des Wasserwirtschaftsamtes, die prompt erfolgte. "Problematisch bei dieser Variante ist die alte Pfeilergründung der Eisenbahnbrücke, die schon in früherer Zeit zu Problemen geführt hat. Aus diesem Grund wurde zum Schutz der Eisenbahnbrücke die Sohlschwelle unterhalb der Eisenbahnbrücke und letztendlich auch das alte Kraftwerk Rott-Freilassing gebaut."

Das Wasserwirtschaftsamt nennt aber auch konkrete Maßnahmen:

  • Ausbaggerung der Saalach-Sohle zwischen Eisenbahnbrücke und Sohlrampe bei Fl.-km 4,6 im März/April 2014.
  • Im zweiten Schritt soll auf bayerischer Seite temporär das Ufer um rund 1 m erhöht werden. Für diese Maßnahme sind rechtliche Genehmigungen notwendig. Insbesondere ist hier nachzuweisen, dass für die österreichische Seite keine Verschlechterung eintritt. Diese Maßnahme wird voraussichtlich 2015 wirksam.

Weitere von der Stadt Freilassing verfolgte Maßnahmen seien nach Kenntnis in Traunstein:

  • Die Einmündung des Saalbaches in die Saalach wird durch eine Rückschlagklappe gegen Rückstau gesichert. Diese Arbeiten werden von der Stadt Freilassing vor Beginn der Hochwassersaison durchgeführt.
  • Die Durchlässe durch die B 20 werden ebenfalls von der Stadt Freilassing gesichert. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat dazu der Stadt Freilassing verschiedene Vorschläge unterbreitet.
  • Die Stadt Freilassing plant derzeit eine Aufhöhung des Feldweges parallel zu B 20. Für diese Maßnahme sind nach Einschätzung des Landratsamtes rechtliche Genehmigungen notwendig.

Mittelfristig seien außerdem Deichlösung entlang der B20, am Auwaldrand und am Saalachufer vorgesehen. Diese würden derzeit genauso überprüft wie die Absenkung der Sohlschwelle unterhalb der Eisenbahnbrücke.

Antwort nicht zufriedenstellend

"Wir sind mit der Antwort noch nicht zufrieden", gibt die FWG-Vorsitzende Bettina Oestreich gegenüber BGLand24 zu. "Das Thema Hochwasserrisikomanagement oder auch die Einhaltung der Vorgaben der Wehrbetriebsordnung und des Genehmigungsbescheides des Kraftwerks Rott, die Überprüfung und der Nachweis der notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen werden nicht angesprochen. (...) Das derzeitige Ausbaggern ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Es wird in Freilassing also weiter über den künftigen Hochwasserschutz diskutiert werden.

cz

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