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„Kiss & Go“-Plätze für Eltern oder „kein Angebot“

Kinder zur Schule bringen – Will Politik die Eltern erziehen?

Ein Schüler vor einem Auto
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Viele Kinder werden mit dem Auto zur Schule gefahren – das jedoch gefährdet die anderen Schüler. (Symbolbild)

„Es ist unsere Aufgabe, die Eltern zu erziehen“ gegen „Wir können Eltern nicht erziehen“, das sind im Groben die gegensätzlichen Standpunkte der Stadträte zum Thema Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.

Freilassing – Ausgelöst hatte die Debatte der Vorschlag des Architekten, der nach dem Teilneubau der Grundschule den Birkenweg und die Schulstraße umgestalten und weitgehend Parklatzfrei gestalten möchte. Er kann sich eine Einbahnregelung in den beiden Straßen vorstellen, eine „Kiss and go“-Zone würde es dann direkt an der Schule nicht mehr geben

Das zur Schule Bringen und wieder Abholen von Kindern durch die Eltern hat vielerlei Gründe, oft wohnen die Betroffenen am anderen Ende der Stadt und auf dem Weg zur Arbeit werden die Kinder dann halt schnell mitgenommen. Eine Pflicht zum Nutzen eines Schülerbusses oder zum „zu Fuß gehen“ gibt es nicht. Verkehrsplaner und Landschaftsarchitekt Paul Hartmann aus Niedersachsen sieht in diesem Bring- und Hol-Verkehr aber ein Problem. „Die Situation wie wir sie jetzt täglich in der Schulstraße vor 8 Uhr haben ist ein Chaos“, so Hartmann. Dabei würden sich im Umfeld der Schule viele andere Möglichkeiten anbieten: die Parkplätze an der Mittelschule, am Badylon oder in der Laufener Straße beim ‚blauen Haus‘. Der Architekt kann sich in der Bauphase der neuen Schule eine Art Testphase vorstellen, denn in dieser Zeit würden die Parkplätze in der Schulstraße und am Birkenweg ohnehin wegfallen. 

„Kinder können zu Fuß gehen“

Susanne Aigner von der SPD sah in diesem Zusammenhang einen Bildungsauftrag: „Es ist unsere Aufgabe, die Eltern zu erziehen, sie sollen ihre Kinder da aussteigen lassen, wo es eben geht“. Generell kein Verständnis für Eltern, die ihre Kinder in die Schule oder den Kindergarten fahren, hatte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates auch Wolfgang Hartmann (Die Grünen). „Das muss nicht sein, die Kinder sind der Lage zu Fuß zu gehen, das habe ich zu meiner Zeit auch geschafft“. Man solle also nicht dafür sorgen, noch mehr Parkplätze für die Eltern zu schaffen, ein Großteil der Eltern des künftigen Kindergartens würden ohnehin in der Umgebung wohnen, „und 500 bis 700 Meter sind auch zu Fuß zu schaffen“, Eltern müssten eben umdenken. 

Salzburghofen als Negativ-Beispiel

Ganz anderer Meinung ist Daniel Längst von den Freien Wählern, „wir können die Leute nicht erziehen, wir können zwar planen, so wie wir es uns vorstellen, aber in der Praxis wird es halt nicht funktionieren“. In Salzburghofen könne man jeden Morgen beobachten, dass das absichtliche Fehlen von Parkplätzen dazu führe, dass Eltern mit ihren Wagen zum Beispiel direkt auf der Straße stehenbleiben, um ihre Kinder aussteigen zu lassen. „Wir haben am Gehsteig auch Pfosten aufgestellt, jetzt wird zwischen den Pfosten gehalten“. Am Birkenweg stelle er sich die Frage, ob man sich angesehen habe, wer da überhaupt parkt? Neben Anwohnern und am Abend Lokalbesucher seien es wohl auch Lehrer der Grundschule, die einen Platz bräuchten. „Hier einfach Parkplätze zu entfernen in der Hoffnung, dass dann alle zu Fuß kommen wird nicht funktionieren“.

 Auch Christine Schwaiger (CSU) schloss sich Längst an, „es müssen Parkplätze ausgewiesen werden, sonst werden die Eltern mitten auf dem neuen Platz halten, ohne Gehsteigkante bietet sich das geradezu an“. Da sei dann kontraproduktiv. „Warum also nicht eigene Zonen zum Bringen und Abholen schaffen?“, fragte Schwaiger die Stadtverwaltung. „Genau das wollen wir eben nicht“, antworte Bauamtsleiter Noel Kress, „denn ein Angebot schafft eine Nachfrage“, und es gebe eben drei gute Alternativen in der Nähe, also die Mittelschule, der Parkplatz am Badylon – der aber nur über einen größeren Umweg über den Lobmeyer-Parkplatz zu erreichen ist – oder der Platz am ‚blauen Haus‘, also gegenüber der Brautmoden-Firma. Wer am Ende wen erzieht, werden die weiteren Beratungen und Entscheidungen im Stadtrat zeigen. 

hud

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