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Radbrücke, Parkplatzsituation und Ausbau Bundesstraße

Nach Treffen mit Salzburgs Bürgermeister: Freilassings Hiebl spricht exklusiv über geplante Projekte

Auf „neutralem“ Boden trafen sich Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner (li.) und Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl, „neutral“ weil das Zollhäusl in Freilassing von einem Salzburger geführt wird.
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Auf „neutralem“ Boden trafen sich Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner (li.) und Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl. „Neutral“ weil das Zollhäusl in Freilassing von einem Salzburger geführt wird.
  • Michael Hudelist
    VonMichael Hudelist
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Die Bürgermeister von Freilassing und Salzburg trafen sich vor zwei Wochen zum erstmaligen Austausch. Im Mittelpunkt standen Themen wie der Mobilitätswandel, die geplante Fahrradbrücke und die Parkplatzsituationen in den beiden Städten.

Freilassing, Salzburg - Während sich in der Festspielzeit Wirtschaftsbosse und Politiker gerne nach den künstlerischen Aufführungen zum kulinarischen Gedankenaustausch treffen, geht das bei den Bürgermeistern von Salzburg und Freilassing auch eine Nummern kleiner, sie trafen sich - bereits vor zwei Wochen – ohne Frack und ohne Festspielbesuch davor gemütlich im „Zollhäusl“ unmittelbar an der Saalach in Freilassing.

Markus Hiebl postete am 9. August auf seiner Facebookseite entsprechende Fotos. Welche „grenzüberschreitenden Themen“ allerdings besprochen wurden, blieb im Unklaren. BGLand24 hat daher nachgefragt, welche Themen besprochen wurden:

Herr Hiebl, ein Thema war ja sicherlich die geplante Fahrradbrücke zwischen Freilassing und Salzburg, die an der Bahnbrücke angehängt werden soll. Wie fix ist denn eigentlich der Bau dieser Brücke?

Markus Hiebl: Die Planungen zu einer zusätzlichen Fahrradbrücke ist ein gefördertes INTERREG-Projekt. Die Stadt Freilassing ist hier ein beteiligter Partner. Der Stadtrat hat sich bereits vor einigen Jahren dafür ausgesprochen, die Planungen fortzuführen. Diese befinden sich aktuell in den letzten Zügen. Im Anschluss müssen eine mögliche Finanzierung und mögliche Förderungen geklärt werden. Erst dann kann die Angelegenheit dem Stadtrat vorgelegt werden, um zu entscheiden, ob das Projekt realisiert werden soll oder nicht. 

Bleiben wir beim Thema Verkehr, der Ausbau der Münchner Bundesstraße auf Salzburger Seite zwischen dem ehemaligen Bierbrunnen und der Autobahn soll nun im Herbst tatsächlich beginnen. Dann wird es ja einen durchgehenden Radweg vom Lobmeyer-Block bis Salzburg-Mitte geben. Braucht es dann noch eine Radbrücke? Das wären ja dann schon zwei Premium-Radwege zwischen Salzburg und Freilassing?

Hiebl: Wenn man den Trend des Mobilitätswandels auch im Hinblick auf den Klimawandel betrachtet, ist ein Ausbau des Radwegenetzes ein erstrebenswertes Ziel. Das Quell- und Zielgebiet ist bei der Münchener Bundesstraße ein völlig anderes als bei der geplanten Brücke im Süden, deshalb sollten auch beide Varianten weiterverfolgt werden. Damit schließt ein durchgehender Radweg an der Münchener Bundesstraße einen Premium-Radweg entlang der Bahngleise weiter südlich meiner Meinung nach nicht aus. Die Zahl der Radfahrer wird weiter steigen und damit auch der Bedarf an kurzen Anbindungen und einem funktionalen Streckennetz.

Noch einmal zum Ausbau der Münchner Bundesstraße, die Arbeiten sollen ja fast zwei Jahre dauern mit jeweils nur einer Fahrbahn in beide Richtungen, die Geschäftsleute in Freilassing fürchten jetzt schon, dass dann weitere Kunden wegbrechen.

Hiebl: In einem gemeinsamen Termin mit den Fachstellen aus Österreich und aus Deutschland wurde uns der Umfang der Baumaßnahme erklärt. Da die Baumaßnahme nicht nur die Straße, sondern auch sämtliche Versorgungsleitungen und die Erneuerung der Straßenentwässerung nach den neuesten wasserrechtlichen Auflagen betrifft, und die Bauarbeiten während des laufenden Verkehrs ohne Vollsperrung stattfinden müssen, halte ich den Zeitplan für realistisch. Ich hoffe trotzdem, dass die Auswirkungen auf den Verkehr und somit auf das Einkaufsverhalten der Salzburger in Freilassing sowie auf die vielen Berufspendler während der Maßnahme so gering wie möglich gehalten werden können.

Angesprochen wurden beim Treffen mit dem Salzburger Bürgermeister Harry Preuner ja auch die Parkplatzsituationen, die in beiden Städten ähnliche seien. Salzburg will ja die Mönchsberggarage ausbauen, Freilassing ein Parkhaus, auch mitten in der Stadt, ist das sinnvoll?

Hiebl: In Freilassing wird derzeit ein Parkraumkonzept für die Innenstadt erarbeitet. Das Parkraumkonzept soll sowohl die Parkanforderungen der Anwohner und Geschäftsleute als auch die Stadtentwicklungsaspekte hinsichtlich einer lebenswerten Stadt berücksichtigen: Die Parkplatzsituation in der Innenstadt soll insgesamt untersucht werden. Zudem sollen die bestehenden ausgewiesenen Parkplätze im Sinne der städtebaulichen Entwicklung bestmöglich genutzt werden. Eine Umstrukturierung kann die Erreichbarkeit und Attraktivität Freilassings – für Bürger, aber auch für Besucher der Innenstadt – langfristig sichern und erhöhen. Ob ein Parkhaus eine mögliche Alternative sein kann, werden wir sehen, wenn die Ergebnisse des Parkraumkonzeptes im nächsten Jahr vorliegen.

Und was sagen Sie zum geplanten Ausbau der Mönchsberggarage, die in Salzburg selbst ja höchst umstritten ist?

Hiebl: Ich verfolge natürlich die Diskussion über die Parkplatzsituation in Salzburg, erlaube mir aber als Bürgermeister der Nachbarstadt darüber kein Urteil.

Ein Dauerthema, das jetzt durch Corona zugegebenermaßen etwas verstummt ist: der Fluglärm. War das auch Thema? Sie sind ja derzeit Vorsitzender der Fluglärmkommission, wann gibt es denn hier ein nächstes Treffen, mit welchem Schwerpunkt?

Hiebl: Das Thema Fluglärm war nur am Rande ein Thema. Wir haben uns über die allgemeine Situation von Flugreisen – auch im Hinblick auf die Coronapandemie – unterhalten. Eine Sitzung der Fluglärmkommission ist noch in diesem Herbst geplant, einen fixen Termin haben wir aber noch nicht vereinbart. Außerdem müssen wir die entsprechenden Corona-Auflagen abwarten.

Welchen Eindruck haben Sie von Harry Preuner gewonnen, wie hat er auf einen “Parteilosen” reagiert?

Hiebl: Ich habe Bürgermeister Harry Preuner nach Freilassing eingeladen, damit wir uns kennenlernen können. Es war ein sehr angenehmes Treffen und wir haben auch über persönliche Themen gesprochen. Ich habe Bürgermeister Preuner als aufgeschlossenen und sehr sympathischen Menschen wahrgenommen, dem viel an einem grenzübergreifenden Miteinander liegt.

Soweit Markus Hiebl zum ersten Treffen mit Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner, der nun Hiebl demnächst nach Salzburg einladen will, wahrscheinlich in sein Lieblings-Café Wernbacher in der Nähe des Schlosses Mirabell. Die ThemenEinreisekontrollen wegen Corona“ und mögliche, neue Fluchtbewegungen aus Afghanistan und die Folgen für den Grenzverkehr und die Saalbrücke wurden nach Auskunft Hiebls nicht besprochen.

Michael Hudelist

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