Im Zuge der Corona-Krise

Freilassing: Erstes Freibad in Bayern lässt Sommer ausfallen

Dieses Jahr bleiben möglicherweise noch viel mehr Freibäder wegen der Anti-Corona-Maßnahmen verwaist.
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Dieses Jahr bleiben möglicherweise viele weitere Freibäder wegen der Anti-Corona-Maßnahmen verwaist.

Freilassing - Das Freibad in Freilassing-Brodhausen wird diesen Sommer seine Pforten nicht öffnen. Das hat der Notausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am Montag entschieden. Der Grund: Die Bayerische Staatsregierung verbietet Großveranstaltungen bis Ende August 2020.

Auch die Sport- und Freizeitanlage Badylon, also das Hallenbad und die Sporthallen, bleiben vorerst bis 31. August geschlossen. So hält sich der Not-Stadtrat in Freilassing strikt an die derzeit geltenden Vorgaben, um die Corona-Neuinfektionen weiter zu verlangsamen.


Die Lage für Freibäder in Salzburg

Währenddessen laufen in Freilassings Nachbarstadt Salzburg die Vorbereitungen zum Start in die Badesaison 2020 für die drei städtischen Freibäder auf Hochtouren. 

Zwar sind auch in Österreich Großveranstaltungen bis Ende August untersagt, gemeint sind hier in erster Linie aber Konzerte, Fußballspiele und andere Veranstaltungen. Für Freibäder und Strandbäder gilt bisher allerdings auch ein Betretungsverbot. Doch die Stadt Salzburg hofft, dass es in den nächsten Tagen oder Wochen grünes Licht vom Gesundheitsministerium für das Öffnen von Freibädern geben wird - unter welchen hygienischen Bedingungen dies denkbar wäre, ist noch unklar.


Bis zu 3.000 Gäste im Freibad

In Freilassing gehen die Stadträte indes davon aus, dass das Planschen in Freibädern auch weiterhin zu den verbotenen Großveranstaltungen zähle. "An schönen, heißen Sommertagen sind bis zu 3000 Menschen bei uns im Freibad", so Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann. 

Auch wenn die Liegewiese groß sei, könne es an anderen Orten eng werden, zum Beispiel in den Umkleideräumen, bei den Duschen oder den Holzliegen. Wirtschaftliche Überlegungen hätten bei der Entscheidung am Montag keine Rolle gespielt, versichert Hartmann. "Dass ein Freibad keine sprudelnde Quelle für Einnahmen ist, wissen wir alle." 

Der Verband für Bäder und Sporteinrichtungen hat ebenfalls Empfehlungen herausgegeben. Demnach dürften in das Freibad in Brodhausen nur 400 Gäste. "Was machen wir dann mit den Hunderten anderen, die Kopf an Kopf an der Kasse auf den Einlass warten?", gibt ein Sprecher der Stadt zu Bedenken.

Badesaison unter bestimmten Voraussetzungen doch noch möglich?

Falls die Staatsregierung Großveranstaltungen doch früher erlauben sollte oder zum Beispiel für Freibäder eine Ausnahmeregelung vorsieht, kann sich Hartmann eine neuerliche Entscheidung im Stadtrat vorstellen. 

"Wenn die Bäder Ende Juli öffnen dürften, ist zu überlegen, ob sich ein Badebetrieb für fünf bis sechs Wochen noch rechnet. Wenn die Bäder Ende Juni öffnen dürften, dann wären eine neuerliche Entscheidung des Stadtrates und eine Öffnung denkbar."

In Salzburg werden unterdessen die ersten Becken der Freibäder schon mit Wasser gefüllt. "Ab Mitte Mai können wir aufsperren, wenn das Gesundheitsministerium es zulässt", so ein Sprecher der Stadt Salzburg. 

Vizebürgermeister Bernhard Auinger rechnet damit, dass die Bäder spätestens ab Juni aufsperren dürfen. Vorstellbar sei, dass Attraktionen mit Menschenandrang wie Rutschen oder Sprungtürme geschlossen bleiben.

Michael Hudelist

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