Pressemitteilung Bund Naturschutz Ortsgruppe Freilassing

Erschreckende Bestandseinbrüche bei Amphibien

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Ein Rückgang von 70% der Krötenpopulation des Eichetwaldes ist ein alarmierendes Zeichen für die Naturschützer.

Freilassing - Seit dem Frühjahr 2017 werden an der Kreisstraße zwischen Freilassing und Surheim Kröten und Frösche durch einen Amphibienschutzzaun vor dem sicheren Straßentod bewahrt.

Organisiert wird die Aktion vom Landschaftspflegeverband Berchtesgadener Land. Den Aufbau des Amphibienzaunes übernimmt dankenswerter Weise die freiwilligen Feuerwehr Surheim. Seit zwei Jahren kümmert sich der Bund Naturschutz i.B.e.V. (BN) Ortsgruppe Freilassing um das Einsammeln der Tiere. Jeden Abend werden die Amphibien von fleißigen Helfern eingesammelt und über die Straße getragen wo sie ihre Wanderung zu ihrem angestammten Laichplatz fortsetzen können.

Vor drei Jahren wurden bei der Aktion noch 100 Erdkröten gezählt, berichtet BN- Vorsitzender Erich Prechtl. Im letzten Jahr waren es 50 und heuer nur noch 30 Erdkröten die gefunden wurden. Ein Rückgang von 70% der Krötenpopulation des Eichetwaldes ist ein alarmierendes Zeichen für die Naturschützer. Da die Tiere erst im Herbst wieder von ihrem Sommerlebensraum einzeln in den Winterlebensraum zurückwandern kann man sie beim überqueren der Kreisstraße leider nicht schützen. Alleine durch die Verluste durch den Straßenverkehr kann am aber den Einbruch der Population nicht erklären.

Seit Jahrzehnten leisten ca. 6000 freiwollige Helfer vom BN bayerweit ihren Beitrag für den Erhalt der Amphibien.Eine Umfrage zeigt heuer bei vielen Amphibienübergängen das gleich Ergebnis wie in unserer Region, berichtet Prechtl vom BN. An den meisten Übergängen ging die Zahl der Tiere stark zurück. Rückgänge von 50% waren in fast allen Landkreisen an einem oder mehreren Sammelpunkten zu verzeichnen.

Beim BN vermutet man, dass vor allem die Trockenheit 2018 und die Frühjahrstrockenheit 2019, zusätzlich zu anderen Einflüssen, den Amphibien zugesetzt haben. Auch im Umfeld des Eichetwaldes bei Freilassing sind viele Tümpel mitsamt den darin befindlichen Laichballen des Grasfrosches ausgetrocknet. Ob und wie sich die Zahlen der Kröten und Frösche wieder erhöhen, falls es wieder feuchtere Jahre gibt, ist nicht vorhersehbar. Fröschen kann man leichter helfen, da sie praktisch in jedem Tümpel ablaichen. Bei den Erdkröten ist es nicht so einfach, da sie zur Fortpflanzung immer wieder die Gewässer aufsuchen in denen sie selber geboren wurden. Daher bemüht sich der BN auch weiterhin um den Erhalt der Amphibienbestände und um die Verbesserung der Lebensraumbedingugen dieser, für unsere Ökosysteme wichtigen, Tiergruppe.

Pressemitteilung Bund Naturschutz Ortsgruppe Freilassing

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