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Kraftwerk braucht im Sommer mehr Strom als im Winter

Erdgasversorgung? Für Freilassings Bürgermeister Hiebl noch kein Thema

Freilassing Energieverbund Holz
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Bereits seit 2011 wurde der Grundstein für die Anlage gelegt, beim Neubau des Badylon hat man den Energieverbund dann auf weitere städtische Gebäude ausgedehnt.

Der Energieverbund, also die gemeinsame Wärmeversorgung von städtischen Gebäuden wie dem Badylon oder der Grundschule, ist fertig, im Stadtrat wurden am Dienstag (12. Juli) die abschließenden Errichtungskosten von 3,7 Millionen Euro zur Kenntnis genommen. Ungewöhnlich bei einem Millionenprojekt: es war am Ende um knapp acht Prozent günstiger als geplant. 

Freilassing – Das Werk zwischen dem Badylon-Gelände und der B20 sei durchaus noch ausbaufähig, so Betriebsleiter Rainer Wagner auf eine entsprechende Nachfrage von Grünen-Stadträtin Edeltraud Rilling, „aber wenn wir mehr Wärme erzeugen wollen, brauchen wir auch mehr Strom“. Dann sei das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und verbrauchtem Strom zu berücksichtigten, „schon jetzt brauchen wir im Sommer mehr Strom bei einer geringeren Laufzeit des Kraftwerkes“, so Wagner. Er könne sich aber bei den Erweiterungs-Neubauten der Grundschule und auch beim Neubau des Bauhofs durchaus Sonnenkollektoren auf den neuen Gebäuden vorstellen.

Bettina Oestreich von den Freien Wählern wollte wissen, wie sich die derzeitige Situation beim Erdgas auswirke. Hier blockte Bürgermeister Markus Hiebl ab, „die Erdgasversorgung steht heute nicht auf der Tagesordnung“. Es gebe derzeit keine Aussagen über die künftige Versorgung, weder von der Bundesregierung noch von der Bundesnetzagentur, „wir werden die Sommerpause nutzen, um hier mehr in Erfahrung zu bringen“, so Hiebl im Abwarte-Modus. Seit Montag (11. Juli) liefert Nordstream 1 wegen einer Wartung derzeit kein Gas und viele warnen, die Pipeline könnte auch nach den veranschlagten zehn Wartungstagen leer bleiben. Während Bundesumweltminister Robert Habeck schon seit Wochen konkrete Szenarien kommuniziert und einzelne Stadtwerke schon Pläne zur Energieeinsparung veröffentlicht haben, ist der Bürgermeister hier offensichtlich noch ganz entspannt. Die Anlage des Energieverbundes wird zwar überwiegend mit Klärgas aus der benachbarten Kläranlage betrieben, aber eben auch mit Erdgas. Ergänzend kommt auch ein Biomassekessel zum Einsatz, der zum Beispiel Grünabfälle verwertet. 

Zertifikate-Handel möglich?

Eine weitere Einnahmequelle mit dem Energieverbund witterte CSU-Stadtrat Hubert Kreuzpointner, „wenn wir durch unseren Verbund CO₂ einsparen, bekommen wir doch Zertifikate, die wir verkaufen können“. Betriebsleiter Wagner überraschte die Frage ein wenig, seiner Meinung nach könne man CO₂-Zertifikate nur für einen gesparten CO₂-Anteil verkaufen, da man aber vor dem Energieverbund keine entsprechende Anlage gehabt hätte gebe es eben auch keine Einsparung. Kreuzpointner blieb hartknäckig, man habe doch vorher eine alte Anlage für die Wärmeversorgung des Badylon und der Grundschule gehabt, „also müssen wir doch eine Ansparung haben?“. Wagner meinte, er kennen den Zertifikatshandel nur im Zusammenhang mit Unternehmen, nicht mit Betrieben der öffentlichen Hand. 

Hiebl sträubt sich

Bürgermeister Hiebl gefiel diese Richtung nicht, man müsse sich das ansehen, „aber ich sträube mich da ein wenig, denn wer kauft denn diese CO₂-Zertifikate?“ Es seien oft südliche Länder, die hier Zertifikate kaufen würden, um eine Klimaneutralität zu erreichen, obwohl sie eben nicht CO₂ einsparen würden. „Das finde ich ehrlich gesagt nicht sinnvoll“.

hud

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