Nach Lockerungen der Corona-Beschränkungen

Freibad Freilassing öffnet am 1. Juli wieder seine Pforten

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Freilassing - Am Mittwoch, den 1. Juli, öffnet nun doch das Freibad in Brodhausen, allerdings wegen der aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen nur für jeweils 600 Besucher gleichzeitig und täglich in drei Etappen.

Update, 17.40 Uhr - Freibad-Eröffnung am 1. Juli

Am Mittwoch, den 1. Juli öffnet nun doch das Freibad in Brodhausen. Tickets wird es Großteils nur Online geben, auf der 42.000 m² großen Liegewiese gilt, dass pro Person rund 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, jeder Badegast muss sich mit seinen Daten registrieren. Der Beschluss für das Aufsperren fiel nach langer Diskussion und ebensolchen Erklärungen bei einer Gegenstimme (Bernhard Schmähl), also 9:1.


Nach den Vorgaben der fünften, Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung muss, „wo immer es möglich ist“, ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden. Außerdem dürfen die Umkleidekabinen und Duschen im Inneren nicht genutzt werden, gesonderte WC-Anlagen schon. Im Inneren, also im Eingangsbereich und beim Durchgang in den Außenbereich besteht Maskenpflicht. Die wichtigste Bestimmung: Der Betreiber hat sicherzustellen, dass die Zahl der gleichzeitig anwesenden Badegäste nicht höher ist sodass eine Person immer 20 Quadratmeter Fläche hat.

Die Stadt Freilassing hat daraus folgende Kapazität errechnet: auf der Liegewiese wären bei einer Größe von 42.000 m² rund 2100 Personen möglich, der eigentliche Engpass sind die Becken. So sind im Schwimmerbecken bei 675 m² rund 68 Gäste möglich, im Nichtschwimmerbecken 142 Personen, in Summe also 200 Personen. „Bei einem heißen Sommertag kann ein Verhältnis von einem Drittel Wasser zu zwei Drittel Liegefläche angenommen werden“, so die Stadt, daraus ergibt sich die maximale Besucheranzahl von 600 Personen.


Alle Gäste werden registriert


Für das Buffet im Freibad gelten die aktuell geltenden Regelungen für die Gastronomie, Personen die sich krank fühlen oder krank sind dürfen das Freibad nicht betreten. Das Badepersonal muss das Einhalten aller Schutz- und Hygieneregeln kontrollieren und durchsetzen, „vom Hausrecht ist konsequent Gebrauch zu machen“ heißt es dazu in der Beschlussvorlage des Corona-Ausschusses.

Alle Besucher müssen sich registrieren und ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit im Falle einer Infektion alle möglichen Kontaktpersonen nachvollziehbar sind. Beim Schwimmen selbst muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden außer es handelt sich um Personen einer Familie oder eines Haushalts. Kinder unter 14 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Elternteils oder eines zuständigen Erwachsenen in das Freibad. Es wird täglich drei Öffnungszeiten geben, für Schwimmer von 8 bis 10 Uhr und von 18 bis 20 Uhr, sowie eine Badezeit von 11 bis 17 Uhr, die Zeit dazwischen wird für die Reinigung und die Desinfektion genutzt.

„Können Bad schnell wieder schließen“

Bürgermeister Markus Hiebl erklärte schon vor der Diskussion, dass sich die Stadt an einem Eckpunktepapier vom Verband Kommunaler Unternehmen orientiere, mit den Richtlinien könne die Stadt leben, aber alle Badegäste müssten die Auflagen ernst nehmen, „wenn sich die Badegäste nicht an die Regeln halten werden wir das Freibad schnell wieder schließen“.

Boris Tempelin als Leiter der Bäder erklärte ausführlicher, dass die Stadt das Online-Ticketing bis Anfang Juli auf die Reihe bekomme, die Freibäder in Ainring und Marzoll werden kein Online-Ticketing einführen sondern die Kapazitätsgrenze anders regeln. Zahlungen werden über PayPal, Kreditkarten und die anderen, üblichen Online-Zahlungsformen. „Der große Vorteil ist auch, dass wir alle Badegäste registriert haben“, so Tempelin. Dieses Online-Ticketing soll später auch im Badylon eingesetzt werden.

Drei Monate kosten 300.000 Euro

Der Leiter der Badebetriebe rechnete im Corona-Ausschuss des Stadtrates auch die Kosten vor, so würden alleine die Personalkosten für die frei Öffnungsmonate rund 290.000 Euro betragen, dazu Energiekosten von 58.000 Euro und sonstige Einmalausgaben wie die Installation des Online-Ticketing in Höhe von 10.000 Euro, „bei geschätzten 40.000 Besuchern und beschlossenen 2 Euro Eintritt rechne ich mit einem Verlust von rund 300.000 Euro“. 

Die Dienstpläne habe er so gestaltet, dass die Mitarbeiter in Gruppen arbeiten, die sich nicht begegnen dürfen. Pro Becken wird es eine Aufsicht geben. Stadtrat Max Standl (CSU) gab zu Bedenken, dass die Kosten „verwässert“ seien, denn die Personalkosten für das Badylon seien ohnehin da, auch wenn derzeit 22 in Kurzarbeit seien. Derzeit würden die Kosten für das Badepersonal statt 80.000 Euro pro Monat nur rund 30.000 bis 40.000 Euro kosten. Hiebl rechnet mit 100.000 bis 120.000 Euro reinen Mehrkosten für die Öffnung unter Corona-Bedingungen.

„Riesenaufwand für Bruchteil Badespaß“

Helmut Fürle (SPD) findet die Öffnung gut, „und wir werden an jedem Tag dazulernen“, aber er wollte wissen, ob das Badepersonal polizeiähnliche Befugnisse hätte, „denn da könnten Probleme auf uns zukommen die wir noch nicht erahnen können“. Wie Badegäste an einem heißen Sommertag um 16.45 Uhr auf die Durchsage „Bitte verlassen sie in 15 Minuten das Freibad“ reagieren weiß indes noch niemand. Bernhard Schmähl wundert sich über den Mut der Verwaltung, das anpacken zu wollen, „da sind doch 80 Prozent und Jugendliche die ihren Spaß haben wollen, das Personal wird eine immense Verantwortung tragen, wenn ich an die Kirche in Frankfurt denke frage ich mich, ob sich der Riesenaufwand für einen Bruchteil des gewohnten Badespaßes lohnt“. 

Thomas Ehrmann (FWG) vergleicht das Einhalten der Regeln mit der Gastronomieöffnung, auch hier wären es nur Einzelne gewesen, die sich nicht an die Regeln gehalten hätten. Wolfgang Hartmann von den Grünen sieht durch die dreigeteilte Badezeit die Möglichkeit, drei Mal 600 Badegäste in das Freibad zu lassen. „Dass wir nicht öffnen können wir uns nicht leisten, weil rundherum und auch in Salzburg alle öffnen und das ist auch der Hauptgrund, dass wir auch aufsperren“.

Erstmeldung

Das soll heute Nachmittag um 15 Uhr im Corona-Ausschuss der Stadt entschieden werden.

Nachdem alle Freibäder im Landkreis abgestimmt aufmachen wollen gehen Insider davon aus, dass die Bäder öffnen werden, nur der Zeitpunkt könnte in den Gemeinden unterschiedlich sein.

Die Staatsregierung hatte bekanntlich angekündigt, dass die Freibäder ab 8. Juni wieder aufsperren dürfen, bisher gibt es aber zur Ankündigung keine weiteren Regeln oder Konzepte, was es gibt sind lediglich Richtlinien der Bäderverbände, an denen sich die Regierung orientieren könnte.

BGLand24.de wird ab 15 Uhr über die Entscheidung berichten.

hud

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