Klimaanlagen sind der Renner

Elektro Kaiser: „Mit Laden alleine nicht überlebensfähig“

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1997 hat Gerhard Kaiser in Bad Reichenhall sein Unternehmen gegründet, jetzt ist er nach Piding in Freilassing am vierten Standort, und vorallem glücklich über ausreichend Parkplätze vor der Tür.

Feilassing - Das Elektrounternehmen Kaiser kennt sich mit Umzügen aus. Zum 2. Mai zog die Firma erneut um, diesmal in die Mittlere Feldstraße. Derzeit sind vor allem Kälte- und Klimaanlagen der Renner. Der Unternehmer spürt aber auch die Folgen der Grenzkontrollen.

Um 600 Meter weiterzogen ist seit 2. Mai das Elektrounternehmen Kaiser, von der Münchner Straße in die Mittlere Feldstraße. Ausschlaggebend war die Parkplatzsituation in der Nähe der Kirche, „und zwei neue Wohnbauten in unmittelbarer Nähe des früheren Standortes werden das Parkplatzproblem noch verschärfen“, so Gerhard Kaiser. Ein Angebot von Anni Klinger kam ihm daher gerade recht, die einen Nachmieter für die Räume ihres Brautmodengeschäftes suchte. Das Hauptgeschäft des Unternehmers ist mittlerweile der Verkauf und die Installation von Kälte- und Klimaanlagen, „die machen 75 Prozent unseres Umsatzes“.

Seit 1997 gibt es das Unternehmen, dass sich neben dem Verkauf und Einbau von Elektrogeräten auf Kälte- und Klimaanlagen spezialisiert hat. Erfahrung im Umziehen hat Kaiser ausreichend, von Bad Reichenhall zog er 2004 nach Piding, doch auch dort wurde es bald zu eng, für damals 13 Mitarbeiter. 2010 schlug Kaiser schließlich seine Zelte in Freilassing auf, in der meistbefahrenen Straße der Stadt, der Münchener Straße. Dort wo gefühlt halb Österreich vorbeifährt, um Lebensmittel einzukaufen, hatte auch er anfangs viele österreichische Kunden. „Aber die ständigen Baustellen in der Münchner Straße, sowohl auf Salzburger Seite, als auch bei uns in Freilassing und dann auch noch die Grenzkontrollen hatten Folgen“, so Kaiser, „heute habe ich rund 80 Prozent weniger Kunden aus Salzburg“.

Der Laden ist jetzt zwar nur 50 m² größer als vorher, aber vorallem die Parkplätze in der Mittleren Feldstraße sind für den Unternehmer wertvoll.

Der neue Laden direkt nach der Freien Tankstelle von der Innenstadt kommend ist für ihn ideal, 50 Quadratmeter größer „und vorallem acht eigene Parkplätze vor dem Haus“. Den Umzug haben er und seine neuen Mitarbeiter innerhalb einer Woche bewerkstelligt, auch den Umbau des neuen Ladens haben sie selbst organisiert. Hätte er aber nicht auch eine Halle auf der grünen Wiese mieten können? „Ich hatte tatsächlich ein Angebot für eine große Halle in Saaldorf, aber da bräuchte ich dann kein Geschäft mehr, und die Symbiose zwischen dem Laden und dem Handwerksbetrieb sichert uns das Überleben“, ist Kaiser überzeugt. Aber der Handwerksmeister gibt auch offen zu, „mit dem Laden alleine wären wir nicht überlebensfähig“.

Klimaanlagen sind der Renner

Der Fachbetrieb ist vor allem mit dem Verkauf und der Installation von Kälteanlagen für gewerbliche Betriebe, als auch von Klimaanlagen für private Haushalte gut ausgelastet, profitiert er also vom Klimawandel? Kaiser lacht verschmitzt, „ja, das Geschäft brummt“. Vor allem wenn es im Sommer richtig heiß ist kann er sich vor Anfragen nicht retten, „kurzfristige Termine sind dann aber nicht möglich, wir vertrösten dann auf den Herbst“. Aber auch Kunden, die zuerst bei einem Elektromarkt vermeintlich günstigere, mobile Klimaanlagen kaufen werden am Ende oft seine Kunden. „Diese Geräte auf Rollen sind einfach sehr laut, und das stört viele Leute dann auf Dauer doch und sie möchten dann eine große Anlage“.

Bei Elektro Kaiser sind die Klimaanlagen der Renner

Österreich noch abgeschottet

Im Kältebereich sind die sechs Monteure von Kaiser übrigens auch in Salzburg unterwegs, „das ist aber die Ausnahme, in anderen Elektrobereichen weiß sich Österreich schon noch abzuschotten, in Wirklichkeit sind wir noch weit weg von der EU“. So sei der bürokratische Aufwand einfach zu hoch, um in Österreich zum Beispiel einen Auftrag für Elektroinstallationen anzunehmen, „und wenn ich mal einen Auftrag in Salzburg ausführe dann haben mein Steuerberater und der des Auftraggebers im Nachhinein oft lange Diskussionsrunden, wie einzelne Leistungen steuerlich zu bewerten sind“.

Michael Hudelist

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