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Wo ist eigentlich das Zentrum in Freilassing?

Eisenbahn trennt die Stadt, historisches Zentrum fehlt – Lösung: Weniger Autos, mehr Plätze, mehr Gastro

Hermann-Ober-Platz Freilassing
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Beim Hermann-Ober-Platz in der Lindenstraße wagte die Stadt 2018 erstmals den Versuch, einen zentralen Platz zu schaffen.

Die Stadt will ihr Zentrum beleben, aber, wo ist eigentlich der Mittelpunkt? „Einen Ortskern gibt es nicht, beim Wachstum der Stadt hat man es verabsäumt einen zentralen Ortskern zu schaffen“, stellte auch Bürgermeister Markus Hiebl beim zweiten Treffen des Stadtentwicklungsbeirates am Freitag vor Pfingsten fest. Zudem trennt die Bahnlinie Freilassing in eine Nord- und eine Südhälfte, „also wo ist ein Dreh- und Angelpunkt und wie könnten man diesen zum Leben erwecken?“. Wie soll man ein „Wir-Gefühl“ für ein Zentrum entwickeln wenn man nicht weiß, wo das Zentrum genau ist.

Freilassing - Bereits seit 2009 beschäftigt die Stadt diese Fragen, erste Ideen und Antworten lieferte dann 2012 ein Konzept zur „Integrierten Stadtentwicklung“, daraus hat sich dann der Masterplan 2019 entwickelt. Dieser legte die Innenstadt fest, sie reicht von Ost nach West vom Lobmeyer-Parkplatz bis zum Rathaus entlang der Münchener Straße, sowie von Nord nach Süd von der Laufenerstraße bis zum Bahnhof inklusive Baumarkt.

Für dieses zugegeben groß gefasste Zentrum sollte dann ein „Wir-Gefühl“ entwickelt werden, der Masterplan nahm alle Wünsche der Bürger auf wie Parkraumkonzept optimieren, die Zugänglichkeit für Fußgänger und Radfahrer verbessern oder aber die Innenstadt als zentralen Einzelhandelsstandort stärken. Schon 2012 wurde eine „Reparatur des Stadteingangs“ vorgeschlagen, gemeint war der Salzburger Platz, der von vielen nicht als echter Platz wahrgenommen wird sondern als Hauptstraße mit einem angeschlossenen Parkplatz.

Hiebls Stärken-Schwächen-Analyse

Wie im Studium gelernt hat der Bürgermeister die Innenstadt einer sogenannten Stärken-Schwächen-Analyse unterzogen, „also ich habe das jetzt einmal subjektiv bewertet, aber jeder ist aufgerufen mitzumachen, die entsprechende Tabelle kann jeder bekommen“. Hiebls Fazit: „In vielen Bereichen bekommt die Innenstadt in meiner subjektiven Bewertung ein ‚mangelhaft‘“. Die Innenstadt sei zu 90 Prozent versiegelt, es gebe viele minder genutzte Flächen wie leer stehende Geschäfte und Parkflächen. An Sonn- und Feiertagen wirke die Innenstadt wegen der geschlossenen Geschäfte wie ausgestorben, „hier gehen wir schon erste, neue Wege indem es zum Beispiel im Neubau der Sparkasse eine Kinderkrippe geben wird, eine soziale Nutzung kann hier wieder Frequenz in die Innenstadt bringen“.

Stadt braucht mehr Plätze

Nach dem Aufzeigen der Stärken und Schwächen haben Hiebl und die Verwaltung auch schon Ziele festgeschrieben, wie „das Zentrum“ wieder zum Leben erweckt werden könne, diese reichen von einer Aufwertung der Hauptstraße (Fußgängerzone) und Lindenstraße, aber auch der Jahnstraße, der Querverbindung von der Hauptstraße (Tabak) bis zur Kirche. Mit dem Hermann- Ober-Platz in der Lindenstraße habe man vor drei Jahren schon erfolgreich begonnen, erlebbare Plätze zu schaffen. Der am Ende der Lindenstraße, Ecke Rupertusstraße geplante Lindenplatz könnte die Fortsetzung sein.

Kein Einzelhandel am Bahnhof

Ein weiteres Ziel ist, dass die Innenstadt wieder als „zentraler Versorgungsstandort“ wahrgenommen wird, „das heißt zum Beispiel auch, dass es am Bahnhof keinen weiteren Einzelhandel geben soll, der der Innenstadt Kunden wegnimmt“, so Hiebl in der Präsentation im Bürgerbeirat. In der Innenstadt, hier ist dann doch hauptsächlich die Hauptstraße und die Lindenstraße gemeint, soll der Verkehr weiter beruhigt werden, „damit kann die Innenstadt als Wohnort aufgewertet und mehr Platz für die Gastronomie geschaffen werden“.

Einig waren sich Bürger und Stadträte im Stadtentwicklungsbeirat allerdings, dass nach der monatelangen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie für die meisten Geschäfte nun keine große Baustelle die Innenstadt erneut lahm legen darf.

hud

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