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Außergewöhnliche und intensive Jahre

Über 7400 ehrenamtliche Stunden: BRK Freilassing-Ainring leistet während Pandemie wichtige Arbeit

Sabrina Schauer (Zweite von links), die Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht, zeichnete mit Armstorfer (links) neun seit vielen Jahren ehrenamtlich aktive Wasserwacht-Mitglieder aus (von links): Verena Lang (10 Jahre), Peter Kuchlbauer (25), Stefanie Krinke (15), Florian Graf (15), Peter Graf (ehemaliger Vorsitzender), Andreas Leder (20), Tanja Hager (30), Wilhelm Springer (5) und Heidi Herzog (20).
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Sabrina Schauer (Zweite von links), die Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht, zeichnete mit Armstorfer (links) neun seit vielen Jahren ehrenamtlich aktive Wasserwacht-Mitglieder aus (von links): Verena Lang (10 Jahre), Peter Kuchlbauer (25), Stefanie Krinke (15), Florian Graf (15), Peter Graf (ehemaliger Vorsitzender), Andreas Leder (20), Tanja Hager (30), Wilhelm Springer (5) und Heidi Herzog (20).

Die BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Freilassing-Ainring hat nach der fast zweijährigen Corona-Pause nun offiziell und im angemessenen Rahmen bei ihrer Jahreshauptversammlung die beiden Wasserwacht-Urgesteine Peter Graf und Tanja Hager nach jahrzehntelangen ehrenamtlichen Leitungsaufgaben aus der Vorstandschaft verabschiedet.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Freilassing – Der 2021 neu gewählte Ortsgruppenvorsitzende Michael Armstorfer, sein Technischer Leiter Florian Graf und Jugendleiterin Barbara Leder blickten auf zwei trotz oder auch gerade wegen der Pandemie-Einschränkungen außergewöhnliche und intensive Jahre zurück, in denen die Ehrenamtlichen neben dem Wasserrettungsdienst in akuten Notlagen vor allem auch mit ihren Schwimmkursen und Wachdiensten in den heimischen Bädern viele Ertrinkungsunfälle präventiv verhindern konnten und insgesamt 4714 freiwillige Stunden geleistet haben.

Zur Ortsgruppe gehören aktuell 192 Mitglieder, von denen 20 aktiv im Wasserrettungsdienst und in der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) sind, die 2020 und 2021 zu zehn Einsätzen ausrücken musste. Die Ehrenamtlichen haben insgesamt 210 Wachstunden in den Freibädern Ainring und Freilassing geleistet und dabei bei kleinen und auch größeren Notfällen geholfen. Insgesamt kamen bei Dienstabenden 1375 Stunden und bei weiteren externen Aus- und Fortbildungen, Öffentlichkeits- und Vereinsarbeit, Sitzungen, Instandhaltung und Umbauten nochmals 2401 Stunden zusammen.

Weitere 551 Stunden leistete die Wasserwacht im Katastrophenschutz, wobei die Freiwilligen unter anderem in den Schnelltest-Zentren der BRK-Bereitschaften mithalfen und überregional bei der Flut-Katastrophe im Ahrtal im Einsatz waren und auch aktuell wieder in der Flüchtlingshilfe eng mit den BRK-Bereitschaften zusammenarbeiten. 26 Einsätze absolvierte die Wasserwacht im Hausnotruf-Hintergrunddienst des Roten Kreuzes, wobei sie für rund 200 Teilnehmer in Ainring, Freilassing und Saaldorf-Surheim verantwortlich zeichnet.

Die Wasserwacht ist neben dem Rettungsdienst auch eine Naturschutz-Organisation und hat deshalb 2019 unter Federführung von Andi Arnemann die Rehkitz-Rettung mit einer durch Spenden finanzierten hochleistungsfähigen Wärmebild-Drohne ins Leben gerufen. Auf Anforderung von Landwirten und Jägern flogen die Ehrenamtlichen mit 269 erbrachten Stunden bei 23 Einsätzen 160 Hektar ab und bewahrten 27 teilweise frisch gesetzte Rehkitze vor dem sicheren Mähtod.

„Wir freuen uns immer über neue Interessierte bei unseren Dienstabenden am Mittwochabend ab 19 Uhr im Freilassinger Rotkreuzhaus!“, betont Florian Graf. Trotz monatelanger Durststrecken mit geschlossenen Bädern während der Pandemie schaffte es die Wasserwacht, 2020 und 2021 über 50 Kindern ab sechs Jahren das Schwimmen beizubringen. Die Ehrenamtlichen nahmen in Kursen 125 Abzeichen ab, darunter 55 Seepferdchen (Freischwimmer), 81 Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 46 in Silber und sieben in Gold, zwei Deutsche Schwimmabzeichen in Silber und zwei in Gold und 13 Rettungsschwimmabzeichen in Silber.

„Der Nichtschwimmer-Anteil in der Bevölkerung ist so hoch wie lange nicht. Und viele sprechen darüber, überlegen sich neue Konzepte und sind bereit, Geld in die Hand zu nehmen, obwohl qualifizierte ehrenamtliche Strukturen dafür ja bereits vorhanden sind. Die Kehrseite bleibt – nämlich die immer noch zu geringe Bereitschaft vieler Menschen, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren. Denn - nicht nur das eigene Kind muss schwimmen lernen, sondern auch der Schwimmbad-Freund, damit im Ernstfall jemand da ist und mich retten kann. Aus diesem Grund werden wir zukünftig den Bürgern in unserem Zuständigkeitsbereich vermehrt die Möglichkeit geben, sich bei der Wasserwacht als Rettungsschwimmer zu qualifizieren, um selbst Schwimmkurse und Freibad-Wachdienste unterstützen zu können - denn nicht jeder Lebensretter muss mit Blaulicht unterwegs sein“, erklärte Armstorfer.

Ehrenamtliche durch Pandemie besonders gefordert

Armstorfer betonte, dass die ehrenamtlichen Hilfsorganisationen durch die Pandemie ähnlich intensiv wie manches Unternehmen gefordert waren, allerdings nicht beruflich, sondern in der der Freizeit mit entsprechend hohem Zeit- und Motivationsaufwand gegenüber den eigenen oftmals verunsicherten, besorgten und auch genervten freiwilligen Mitarbeitern, um letztlich trotz aller Schwierigkeiten auch immer die Einsatzbereitschaft im Wasserrettungsdienst aufrechterhalten zu können.

Nach endlos vielen Online-Dienstabenden war ihm die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, dass die Gemeinschaft nun auch endlich wieder im wirklichen Leben zusammenkommen darf. Die Ortsgruppe Freilassing-Ainring zeichnet für rund ein Drittel der Landkreis-Bevölkerung verantwortlich – sowohl im Wasserrettungsdienst bei akuten Notfällen wie auch präventiv mit Schwimmkursen und im Wachdienst in den Bädern.

„Wir sind motiviert, leistungsfähig und gut ausgebildet, beim in die Jahre gekommenen Material gibt es aber leider Aufholbedarf, das muss an dieser Stelle klar gesagt werden! Nur durch ehrenamtliches Pflegen und Hegen von Fahrzeugen, Anhängern und Booten konnten diese über 15 Jahre lang für den Bevölkerungs- & Katastrophenschutz erhalten bleiben. Jetzt stehen gleich mehrere Neuanschaffungen an, die für die Gewässer-Sicherheit notwendig sind. Wir werden in naher Zukunft auch auf unsere Bürgermeister zugehen, um uns stark für unsere Zugfahrzeuge zu machen und um Unterstützung anzufragen“, kündigt Armstorfer an.

Peter Graf ist seit 35 Jahren für die Wasserwacht im Einsatz

Armstorfer würdigte die herausragenden Leistungen seines Vorgängers Peter Graf, der seit 35 Jahren leidenschaftlicher Rotkreuzler und Einsatzkraft in der Wasserwacht ist: „Die Wasserwacht und da Graf Beda - das gehört zusammen! Fast jeder von uns hat seine eigene Geschichte mit Dir erlebt, das liegt vor allem an Deinem offenen Ohr und Deinem wertschätzenden Umgang mit den Menschen!“

Von 1997 bis 2021 war er sechs Amtsperioden in Folge als Vorsitzender an der Spitze der ehrenamtlichen Ortsgruppe Freilassing-Ainring, wobei er bereits seit 1992 in der Vorstandschaft mitgearbeitet hat. Seit 2005 trägt er Verantwortung als Einsatzleiter Wasserrettung und führt die Einheiten der Wasserrettung bei meist komplexen Such- und Rettungseinsätzen in ausgedehnten Gebieten an den heimischen Flüssen und Seen.

Peter Graf ist seit 2021 stellvertretender Vorsitzender der Kreis-Wasserwacht und steht mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung der neuen Vorsitzenden Sabrina Schauer tatkräftig zur Seite. Ohne einen starken Partner an der Seite geht so ein Ehrenamt nicht – für ihre Unterstützung bekam Peter Grafs Lebensgefährtin Nina Eich einen Frühlingsblumenstrauß überreicht.

Bereits hunderten Kindern Schwimmen beigebracht

Tanja Hager ist seit 32 Jahren überdurchschnittlich intensiv engagiert in der Wasserwacht aktiv: 1997 begann sie ihre Grundausbildung, wobei sie sich 2000 zur Einsatztaucherin und 2001 zur Bootsführerin qualifizierte. Von 2013 bis 2021 war sie stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende, davor von 2001 bis 2013 Jugendleiterin der Ortsgruppe und zugleich der Kreis-Wasserwacht, wobei sie von 2001 bis 2005 sogar eine Amtsperiode lang weitere Verantwortung als Bezirksjugendleiterin übernahm.

Tanja Hager war Leiterin der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), hat als Ausbilderin hunderten Kindern das Schwimmen beigebracht und Jugendliche und Erwachsene zu Rettungsschwimmern ausgebildet und damit präventiv viele Leben im Kampf gegen den Ertrinkungstod gerettet; darüber hinaus hat sie das Qualitätsmanagement der Wasserwacht Bayern in der Ortsgruppe umgesetzt und mit Leben erfüllt.

„Die Einsatzkräfte von morgen“

Barbara Leder (seit 2013) und Wilhelm Springer kümmern sich als Jugendleiter um den Nachwuchs der Ortsgruppe, wobei sie es trotz der schwierigen Zeiten mit monatelangen Corona-Lockdowns ohne Gruppenstunden und Training schafften, die Jugendarbeit durch entsprechende Motivation am Leben zu halten, auch wenn 2020 nur acht und 2021 nur elf und damit ein Bruchteil der geplanten Treffen für die aktuell 24 Jugendlichen stattfinden konnten.

„Ihr arbeitet effektiv mit viel Freude, Ehrgeiz und eigenen Ideen mit. Die Ortsgruppe und Ich als Eure alte und neue Jugendleiterin sind sehr stolz auf Euch! Wir freuen uns, dass Ihr immer noch bei uns seid, denn Ihr seid die Einsatzkräfte von morgen!“, lobte Leder den Nachwuchs.

Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

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