Hochwasserschutz für Freilassing

FWG: Rasches Handeln beim Hochwasserschutz

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Freilassing - Um auf die Dringlichkeit von Sofort-Maßnahmen für den Hochwasserschutz hinzuweisen, wurde dies bei dem Bürger-Rat-Tisch der Freien Wählergemeinschaft aufgegriffen.

Thema des Bürger-Rat-Tisches am 31. Januar mit Florian Löw, Bürgermeisterkandidat der FWG und mehrerer FWG-Stadtratskandidaten sowie Bürgerinnen und Bürger, war der Hochwasserschutz. In einer engagierten Diskussion kamen die anwesenden Bürger nach Einsicht in den Genehmigungsbescheid der Republik Österreich des Kraftwerks Rott zu dem Ergebnis, dass sich die Katastrophe vom 2. Juni 2013 ohne sofortige Maßnahmen bei ähnlicher Wetterlage jederzeit wiederholen kann.

Florian Löw führte an Hand von Bildmaterial und dem österreichischen Genehmigungsbescheid zum Kraftwerk Rott in das hochbrisante wie hochemotionale Thema ein. Dem Bescheid vom Oktober 2002 kann man klar entnehmen, dass die Genehmigungsbehörde schon damals sehr wohl das Risiko des Hochwasseraustrittes in die Auen erkannt hat. Erich Prechtl erläuterte die bisher laufenden Planungsmaßnahmen, die dafür notwendigen Baumaßnahmen und den entsprechend notwendigen Zeitrahmen. Auch ging er darauf ein, dass durch die geplanten Hochwasser-Schutzdämme, die bestenfalls in drei bis fünf Jahren unter erheblichem Kostenaufwand entstehen können, nur beschränkter Retentionsraum für ein neues Hochwasser zur Verfügung gestellt werden kann.

„Was ist sofort und ohne großen Planungsaufwand möglich?“

Diese Frage wurde von Florian Löw zur Diskussion gestellt. Mittlerweile steht, auch nach dem Rutschmann-Grob-Gutachten wohl außer Frage, dass die räumliche Situation um die bestehende Eisenbahnbrücke mit einer maximalen Durchflussmenge von ca. 930 m³/s der Auslöser des Juni-Hochwassers war. Als absolut naheliegend und auch schnell durchführbar erscheint es Florian Löw und Wolfgang Wagner deswegen, den Durchfluss-Querschnitt an der Bahnbrücke entsprechend zu vergrößern. Wagner stellte fest, dass bei 80 Meter freier Spannweite eine Absenkung der Fundamente der bestehenden Bahnbrücke um zwei Meter bei einem angenommen Durchfluss von 3 m³/s eine erhebliche Steigerung der Durchflussmenge um 480 m³/s bringen würde. Mit dieser Maßnahme in Verbindung mit der Entfernung des übermäßig angelandeten Geschiebes könnte die Hochwassersicherheit für Freilassing wohl bis auf Weiteres sichergestellt werden.

Laut Aussagen spezialisierter Bau-Ingenieure wäre eine Tiefergründung der bestehenden Bahnbrücke technisch machbar und vom Kostenaufwand überschaubar, wohl auf alle Fälle wesentlich günstiger als ein umfassender Hochwasserschutz durch Dämme im Hinterland. Im Zuge dieser Maßnahme sollte auch der bestehende Damm zwischen Hundeplatz und Sohlstufe entsprechend erhöht werden.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass diese Vorgehensweise einen konsequenten Lösungsvorschlag für die bei gleicher Wetterlage wie um den 2. Juni 2013 nach wie vor bestehende akute Hochwassergefahr für Freilassing darstellt. Gleichzeitig würde dadurch ein relativ großes Zeitfenster geschaffen, um die bereits laufenden Damm-Planungen detailliert zu Ende zu bringen und deren Notwendigkeit zu prüfen.

Rasches Handeln ist notwendig

Julia Albrecht und Florian Löw gingen auch noch auf die Situation an der Saalach unterhalb des Kraftwerkes Rott ein. Hier gibt es erhebliche Uferanbrüche. Das Wasserwirtschaftsamt scheint hier der Natur freien Lauf lassen zu wollen. Einigkeit bestand darin, dass der Fluss mehr Raum braucht. Albrecht stellte aber auch fest, dass sich das Wasserwirtschaftsamt im Konsens mit den Grundbesitzern um die Erweiterung dieses Raume kümmern muss und nicht abwarten darf bis die Saalach mit ihrer Kraft die Grundanlieger durch Wegspülen der Grundstücke weiter enteignet.

Fazit der sehr interessanten Diskussion war somit, dass die genannten sofort möglichen Hochwasserschutzmaßnahmen offen auf dem Tisch liegen und nur durchgeführt werden müssten. Florian Löw forderte den politischen Mut ein, das Problem umgehend anzupacken. Um die Verantwortlichen nochmals auf die Dringlichkeit von Sofort-Maßnahmen hinzuweisen, hat die FWG-Heimatliste ein entsprechendes Schreiben an das Wasserwirtschaftsamt versandt.

Pressemitteilung FWG Heimatliste Freilassing

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