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Schülerzahl steigt in nächsten fünf Jahren um 100

Mittelschule platzt aus allen Nähten: Anbau oder Neubau auf Wiese nebenan?

Die Container im Nordosten der Schule wurden im Herbst 2019 in Betrieb genommen, sie können nur um ein Geschoss aufgestockt werden.
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Die Container im Nordosten der Schule wurden im Herbst 2019 in Betrieb genommen, sie können nur um ein Geschoss aufgestockt werden.

Die Schülerzahlen steigen und damit auch der Bedarf an Klassenräumen in der Mittelschule. Nach Ansicht der Stadtverwaltung sind drei Lösungen möglich:

FreilassingEin Anbau an das bestehende Schulgebäude, ein Ersatzneubau oder aber ein kompletter Neubau der Mittelschule, beides auf der grünen Wiese im Norden der Schule, damit könnten Spitzenwerte bis zu 30 Klassen abgedeckt werden. Was dann mit der jetzigen Mittelschule und der Fläche passiert ist offen, als Standort für eine neue Grundschule kommt sie nach Ansicht der Stadtverwaltung aber nicht in Frage

Auf der „grünen Wiese“ im Norden des Schulgeländes könnten sowohl der Erweiterungsbau, als auch der komplette Neubau der Schule Platz finden.

Noel Kress vom städtischen Bauamt erinnert daran, dass die freie, grüne Wiese in Richtung Norden des Schulgeländes in der Martin-Luther-Straße derzeit als „öffentliche Grünfläche und als Park“ ausgewiesen sind. Erstaunt unterbricht CSU-Stadtrat Max Standl den eben erst begonnen Vortrag, „wir haben das Grundstück vor 30 Jahren auf zweimal gekauft und es war immer für eine Schulerweiterung vorgesehen, von einem Park war da nie die Rede“. So stehe es aber nun Mal im Bebauungsplan, wies Bürgermeister Markus Hiebl den Einwand forsch zurück. Kress ergänzte, wenn man auf dieser Fläche einen Neubau wolle brauche man dafür einen Bauleitplan. 

Aufstocken möglich?

Aber der Reihe nach, die Stadtverwaltung legte den Stadträten am Dienstagabend mehrere Varianten vor, so könnten zum Beispiel die bestehenden Container im Osten um eine Etage aufgestockt werden, zwei weitere Klassenzimmer könnten damit eingerichtet werden, das würde aber den wachsenden Schülerzahlen nicht gerecht. Eine Aufstockung um zwei Geschosse ist nicht möglich, das geben sowohl die Rahmen der Container, als auch der Untergrund nicht her. 

Weiter Stückeln oder Neubau?

Am Ende kristallisierten sich drei andere Möglichkeiten als sinnvoll heraus, die Variante „Anbau“: Erst Versetzen der Container und gleichzeitiges Aufstocken, anschließend ein Anbau im nordöstlichen Teil des Schulgebäudes. Die Kosten für den Anbau belaufen sich auf rund 7 Millionen Euro. Die Variante „Erweiterungsneubau“: Die Container bleiben wo sie sind und werden um ein Geschoss aufgestockt, gleichzeitig soll ein Erweiterungs-Neubau auf der grünen Wiese nebenan entstehen, die Genehmigung dafür wird nach Einschätzung der Verwaltung allerdings zwei Jahre dauern, die Kosten hierfür werden auf rund 14 Millionen Euro geschätzt.

Die Variante „Gesamtneubau“ ist ein kompletter Neubau der gesamten Schule auf der Nachbarwiese um 38,6 Millionen Euro, hier könnten dann allerdings Spitzenwerte bis zu 30 Klassen am Ende abgedeckt werden. Diese Variante schien allerdings schon der Verwaltung am wenigsten zu gefallen, ist doch die Mittelschule erst 2010 saniert worden und sollte nach dem Neubau schon wieder abgerissen werden, „das ist aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll“, so Bürgermeister Markus Hiebl. 

Schülerzahl steigt um 100

Derzeit besuchen 330 Schüler die Mittelschule, in fünf Jahren rechnet Schulleiter Christian Schneider schon mit 440 Schülern. Es würden einfach mehr Schüler aus der Grundschule kommen und auch aus dem M-Zug in Mitterfelden rechne man mit mehr Schülern, so der Rektor im Stadtrat. Der Bürgermeister wollte aber keine Diskussion um Schülerzahlen aufkommen lassen, „die Kinder sind schon da, wir müssen jetzt entscheiden“, versuchte er wieder einmal auf eine Entscheidung zu drängen.

 Auch für SPD-Stadtrat Helmut Fürle steht fest, dass die Schülerzahlen in den nächsten 15 Jahren steigen werden, die Variante „Anbau“ sei die schnellste und günstigste Variante, „außerdem haben die Planer der Mittelschule 1974 den Anbau schon vorgesehen, obwohl wir damals rückläufige Schülerzahlen hatten“.

Stefan Standl von der CSU konnten den Kostenschätzungen der Verwaltung nicht folgen, Container würden viel Geld kosten und dann wieder wegkommen, „auch die Kosten für den Anbau sind zu hoch und nicht schlüssig“. Hiebl wiederum konnte Standls Rechenbeispiele nicht nachvollziehen, „bitte rechnen sie das mit ihren Zahlen durch und stimmen es dann mit dem Hochbauamt ab“, so die Bitte.

Das wollte Standl erst aber doch nicht, „ist das jetzt meine Aufgabe als Stadtrat der Verwaltung Zahlen vorzulegen?“ fragte er erstaunt in Richtung Bürgermeister. Überhaupt sei es 2018 eine Fehlentscheidung gewesen Container aufzustellen, er tendiere in Richtung Neubau, „lieber ein bisschen größer, wenn es wieder einmal weniger Schüler geben sollte dann brauchen wir den Platz sicher für Kindergarten-Gruppenräume und ähnliches“, so Stefan Standl.

Die Freien Wähler hatten eine ganz eigene Idee, sie wollen den Platz vor der Schule in Richtung Martin-Luther-Straße für eine Art Stelzen-Anbau nutzen, Hubert Kreuzpointner von der CSU meinte, darüber könne man nachdenken, aber die CSU favorisiere die Variante „Ersatzneubau“. 

Einstimmig einigten sich die Stadträte am Ende darauf, dass sie grundsätzlich einen Erweiterungsbau wollen, auch die Kosten für den Neubau auf der grünen Wiese sollen noch einmal überprüft werden. Die „Anbau“-Variante und die FWG-sche „Stelzen-Anbau“-Variante sollen gegenübergestellt werden. In der nächsten Sitzung des Stadtrates am 22. März sollen dann die Würfel endgültig fallen.

hud

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