‚Fenster auf‘ oder Luft hinein- und hinaus blasen?

Diskussion um Luftanlage - Ehemalige Schule Salzburghofen wird 130 Kinder aufnehmen

Grundschule Salzburghofen Laufenerstraße
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Letztes Schuljahr waren hier in der Außenstelle der Grundschule zum letzen Mal Schüler, nun sollen die Klassenzimmer in Gruppenräume für die Kleinsten umgebaut werden.

Freilassing - Das Corona-Virus bestimmt tatsächlich auch schon die Pläne für künftige Bauten und Umbauten, so zum Beispiel in der Noch-Schule im Stadtteil Salzburghofen. Am Dienstagabend diskutierten die Stadträte zum Beispiel über den Sinn einer speziellen Raumluftanlage für 150.000 Euro, Fenster auf und lüften reicht offensichtlich nicht. Der Kostenrahmen für den Umbau der Schulklassen in Gruppenräume für den evangelischen Kindergarten sind schon jetzt von knapp 2 Millionen Euro auf 2,34 Millionen gestiegen.

Nach der Präsentation des Umbaus durch die Architekten gab es im Stadtrat dicke Luft um die Luft und das Thema Lüften. „Wo liegt denn der Unterschied zwischen Lüften durch Fenster öffnen oder mit einer Anlage, die Luft hinein- und hinaus bläst“, fragte nicht nur Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann. Bürgermeister Markus Hiebl meinte zwar, man müsse die Anlage nicht einbauen, „aber wegen der jetzigen Gegebenheiten wollen wir das machen“, gemeint war die Corona-Pandemie.


Elischa Grünauer von der Stadtverwaltung ergänzte, dass man die jetzt eingebaute Lüftung auf alle Fälle ertüchtigen müsse. Aber bringt eine neue Lüftung denn auch kühle Luft im Sommer? „Nein, war die Antwort, „sie saugt nur frische Luft von außen an und bläst verbrauchte Luft hinaus“. Das provozierte Hartmann zu der einfachen Frage: „Wo liegt denn dann der Vorteil gegenüber einer normalen Fensterlüftung? Der Architekt versuchte, wegen eines Mikrofondefektes schwer hörbar, zu erklären, dass beim Fenster öffnen einfach die gesamte, beheizte Luft „weggeschmissen“ werde, bei der Raumluftanlage werde die Energie hingegen nur zum Luft hinein und hinaus blasen verbraucht. Auch Max Standl (CSU) erschloss sich der Sinn der 150.000-Euro-Anlage nicht, „also für mich das ist eine reine Lüftung, im Sommer heiße Luft rein, im Winter geheizte Luft raus“.

Zu wenig Parkplätze vor dem Kindergarten


Christine Schwaiger (CSU) interessierte sich für den finanziellen Aspekt, „kann man denn eine Förderung abgreifen wenn wir wegen Corona eine höherwertige Anlage einbauen müssen?“ Wahrscheinlich nein antwortete der Stadtkämmerer, denn es seien ja bekanntlich Fenster vorhanden, die man öffnen könne.

Für Daniel Längst von den Freien Wählern war eine andere Frage wichtig, „im Plan sind zehn bis zwölf Parkplätze, wird das reichen?“, immerhin würden nach dem Umbau jeden Morgen rund 120 Kinder gebracht, die meisten davon mit dem Auto. Der Bürgermeister meint, das Bringen und Holen ginge außer in der Eingewöhnungsphase relativ flott, außerdem solle der Verkehrsfluss in diesem Bereich durch einen breiteren Weg besser werden. Zudem könnten Eltern ja auch am Friedhofsparkplatz stehen bleiben und mit ihren Kindern dann „ein paar Schritte zum Kindergarten gehen“.

130 statt bisher 80 Kinder

Mit dem Umbau der ehemaligen Schulklassen in Gruppenräume ab dem Frühjahr 2021 werden die Plätze im evangelischen Kindergarten von bisher 80 auf dann 130 Kinder aufgestockt. Der Kostenrahmen hat sich auf 2,34 Millionen Euro unter anderem deshalb erhöht, weil Baumängel vom letzten Umbau 2006 saniert werden müssen und ein neues Blechdach gebaut werden muss. Die Geschossdecken und die Treppen werden ertüchtigt, ein behindertengerechtes WC und ein Lift eingebaut.

hud

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