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Neubau-Pläne am Salzburger Platz

„20 Meter sind in Freilassing einfach zu hoch“ - Bankdirektor platzt der Kragen

Der geplante Neubau des VR Bankgebäudes zieht sich länger als gedacht in Freilassing
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Am Bank-Neubau scheiden sich die Geister in Freilassing.

Am Dienstagabend (19. Oktober) stellte Nikolaus Magg vom gleichnamigen Architekturbüro am Dienstagabend dem Stadtrat erneut seine Pläne für den geplanten Neubau der V+R-Bank in Freilassing am Salzburger Platz vor. Doch die Pläne gefallen der Mehrheit im Stadtrat immer noch nicht.

Freilassing. „Es ist im Vergleich zum März kein komplett neuer Entwurf sondern eher ein Fein-Tuning“, so Nikolaus Magg. Für den Architekten steht fest, „dass sechs Stockwerke an diesem Platz städtebaulich wünschenswert sind“. Doch die Stadträte wollten sich erneut nicht entscheiden, den meisten war das Bauwerk nach wie vor zu hoch, zu massiv. Am Ende platzte Banken-Direktor Josef Frauenlob der Kragen: „Seit zehn Jahren planen wir, erst will die Stadt, dass wir an die Straße rücken, dann ist es wieder zu massiv, es ist ein Hü und Hott“. Er wolle ein Signal, aber klar sei, dass die Wirtschaftlichkeit gewährleistet sein müsse, soll heißen, alle Wünsche der Stadträte müssten auch finanzierbar sein.

Im März hatte man schon abgespeckte Pläne präsentiert

Erst Ende März hatte Magg einen abgespeckten Plan für den geplanten Neubau der Volksbank Raiffeisenbank am Salzburger Platz präsentiert, statt geplanter sieben waren nur mehr sechs Stockwerke in den Plänen und der Neubau sollte von der Kreuzung wieder etwas abrücken. Nach neuerlicher Kritik an der Massivität des Blocks im Bauausschuss legte Architekt Nikolaus Magg am Dienstagabend die leicht geänderten Pläne vor.

Aber die bekannten Kritiker blieben auch am Dienstag bei ihrer Meinung, „es ist mir einfach zu hoch, zu plump“, so zum Beispiel Josef Kapik (CSU), unterstützt von Parteikollegen Thomas Wagner, der zwar Gefallen an der neuen Fassade fand, „aber insgesamt ist es mir das immer noch zu groß. Wenn ich mir die weiteren Planungen für die Münchner Straße ansehe dann wird das ja die Ignaz-Harrer-Straße 2.0“, so Wagner, der offensichtlich wie Kapik die Durchzugsstraße im Salzburger Stadtteil Lehen – auch 17.000 Einwohner wie Freilassing – immer gerne als abschreckendes Beispiel verwendet.

Der Architekt erinnert daran, dass er im Auftrag der Bank mit einem kleineren Entwurf gestartet sei, „aber Städteplaner Schirmer hatte uns geraten, Raumkanten zu bilden, also soweit wie möglich an die Laufener Straße heran zu rücken“. Dazu müsste die Stadt aber rund 80 m² der jetzigen, freien Fläche an die Bank verkaufen, „aber will die Stadt überhaupt verkaufen“, fragte Max Standl (CSU) in die Runde.

Rilling will ein buntes Haus

Während sich die einen an der Massivität störten forderte Edeltraud Rilling von den Grünen den Architekten auf mutiger zu sein, „setzen sie sich ab von den anderen, machen sie die Fassaden bunt oder grün, machen Sie ein Haus mit Signalwirkung“. Die derzeit geplanten Balkone würden am Plan zwar gut aussehen, „aber wer soll sich denn da am Salzburger Platz auf einen Balkon setzen wollen“. Ihre Parteikollegin Stefanie Riehl wünschte sich ein Baumassemodell für den ganzen Platz, während Julia Albrecht von den Freien Wählern als Einzige wissen wollte, wie hoch wird das Gebäude eigentlich wird. „20,2 Meter ist der höchste Punkt“, so der Architekt.

„Schade um die Arbeit“, Robert Judl

Im Verlaufe der Diskussion fiel auch Robert Judl von ‚Pro Freilassing‘ auf, dass es keinen Sinn mache schon über die Fassade zu diskutieren und Wünsche zu deponieren wenn noch nicht einmal feststeht wie die Baumasse aussieht, also wie groß der Neubau letztendlich wird. „Schade um die Arbeit“. Andere Stadträte befürchten eine Signalwirkung, also wenn die eine Bank so hoch bauen darf will das womöglich auch die andere Bank.

Ob die Stadt nun die nötigen 80 m² ihres Grundstücks an der Laufenerstraße – jetzt kleiner Platz – an die Bank verkauft will Hiebl möglichst schnell entscheiden, „das können wir doch schon in der nächsten Woche im Hauptausschuss erledigen“. Das war Stefan Standl (CSU) dann doch etwas zu schnell, „für wie viel verkauft man das Grundstück überhaupt?“

Geduld der Banker am Ende?

Überraschend meldete sich am Ende der Debatte Vorstandsvorsitzender Josef Frauenlob zu Wort, er könne alle Kritikpunkte nachvollziehen, „aber seit zehn Jahren planen wir jetzt, es ist ein Hü und Hott mit der Stadt, erst liefern wir eine überschaubare Planung, dann sagt der Stadtplaner, wir können ruhig massiver an die Laufener Straße heran, jetzt ist es wieder zu massiv und wir sollen abrücken“. Der Stadtrat sei von einer einheitlichen Meinung weit entfernt, er erwarte sich ein Signal in welche Richtung es gehen soll, und zu all den Wünschen an die Fassade und die Gestaltung meinte er abschließend, „wir haben die Zeichen der Zeit schon erkannt, aber eine Wirtschaftlichkeit muss gewährleistet sein“.

hud

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