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Tina Fleckinger im Exklusivinterview: „Einige dachten, wir wären ein Friseur oder Goldschmied“

Nach drei Jahren: Coworking Space „Kreativnest“ in Freilassing sucht neuen Besitzer

Das Kreativnest in Freilassing sucht nach einem neuen Besitzer.
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Das Kreativnest in Freilassing sucht nach einem neuen Besitzer.

Seit drei Jahren ist das Kreativnest fester Bestandteil der Innenstadt Freilassing. Aller Anfang war schwer, doch mittlerweile läuft das Gemeinschaftsbüro richtig gut. Die Betreiber Tina und Amadeus Fleckinger sind jedoch auf der Suche nach einem Nachfolger. Im Gespräch mit BGLand24.de erzählt Tina von den letzten drei Jahren - und wie es wohl weitergeht.

Freilassing - Als Tina und Amadeus Fleckinger das Projekt „Kreativnest“ vor rund drei Jahren auf die Beine stellten, war Coworking in Gemeinschaftsbüros im Berchtesgadener Land noch eher ein Fremdwort. Jetzt sind die beiden auf der Suche nach einem Nachfolger, der das Kreativnest weiterführt. Im Gespräch mit BGLand24.de blicken die Selbstständigen zurück und ziehen Bilanz über die vergangenen drei Jahre: vom schwierigen Start eines Coworking Spaces auf dem Land bis hin zum vollen Durchbruch.

Die Idee für das Kreativnest entstand, weil das Paar nicht mehr jedes Mal die weite Strecke nach Salzburg fahren wollte, um dort einen Coworking Space zu nutzen. Der Grundgedanke war also, ein Netzwerk für Gründer und (Jung-)Unternehmer im Landkreis zu schaffen. „Als wir das Kreativnest gegründet haben, ist uns aufgefallen, wie viele unglaublich interessante Leute bei uns im Landkreis wohnen, zum Beispiel Web-Entwickler, Designer und Atelierkünstler”, so die Gründerin Tina Fleckinger, „Ich bin überzeugt, dass das die Zukunft des Arbeitens für Selbstständige sein wird.“

Der Co-Working Space wurde vor drei Jahren gegründet

Aller Anfang ist schwer

Trotzdem war der Start nicht ganz einfach. So erzählt die gebürtige Rotterin, dass es anfangs eine Herausforderung war, Förderer für das Projekt zu begeistern: „Die Bereitschaft hat gefehlt, sowohl bezüglich Wirtschaftsförderungen, als auch vonseiten der Stadt oder vonseiten des Landkreises”. Erst später, als sich der Erfolg des Projekts zeigte, stieg das Interesse und somit auch die Bereitschaft zur Unterstützung. „Der Zweckverband Berchtesgadener Land (BGLT) war in ganz vielen Veranstaltungen involviert, zum Beispiel beim Gründercafé. Später war auch die IHK immer wieder bei uns”, erzählt Fleckinger weiter.

Doch was ist eigentlich ein Coworking Space - das haben sich wohl Einige gefragt: „Am Anfang war es nicht ganz einfach, den Menschen das Konzept des Coworking näherzubringen. Die Leute konnten mit dem Begriff nichts anfangen. Einige dachten, wir wären ein Friseur oder ein Goldschmied. Eine Dame befürchtete sogar, jemand würde in einem Gemeinschaftsbüro ihre Ideen klauen,” meint Fleckinger schmunzelnd. Sie und ihr Mann seien jedoch überzeugt, dass ein Bewusstsein für gemeinschaftliches, offenes Arbeiten erst entwickelt werden muss. Die Idee zu vermarkten, war also nicht ganz einfach. Einen Vorteil hatte das Paar jedoch: beide sind im Marketingbereich tätig.

Und seit etwa eineinhalb Jahren läuft es so richtig gut. Zur Zeit ist das Kreativnest sogar komplett ausgebucht. „Vor allem seit wir auf Facebook bekannt gegeben haben, dass wir einen Nachfolger für unser Kreativnest suchen, haben uns noch viele Anfragen erreicht,” meint die junge Unternehmerin dazu.

Angesprochen fühlen sich wohl viele, vom Unternehmer bis zum jungen Gründer, aber auch Berufstätige aus dem kreativen Bereich mieten sich ein. „Aktuell nutzt sogar ein Handwerker eines unserer Büros, um dort seine Schreibtischarbeiten zu erledigen.” Vor allem während Corona sind Coworking Spaces so beliebt wie nie. „Viele Väter und Mütter finden, bedingt durch Homeschooling, daheim momentan keine Ruhe und sind in einem Gemeinschaftsbüro produktiver.“, so Fleckinger.

Doch Corona hat auch das Kreativnest vor Schwierigkeiten gestellt. Vor der Pandemie gab es beinahe wöchentliche Events, wie das „Gründercafé“. So waren etwa beim ersten Gründercafé rund 50 Teilnehmer von Rosenheim bis Salzburg dabei, „die alle das Ziel hatten, sich zu vernetzen und sich fortzubilden“. Durch diese Kooperationen seien tolle Aktionen entstanden. „Die bunte Mischung aus jungen Unternehmern, die frischen Wind in das Ganze bringen und ‚alten‘ Hasen” war eine große Bereicherung und sorgte für einen interessanten Austausch“, so Fleckinger.

Umso mehr freut es die junge Familie, dass mehrere potentielle Interessenten die Grundidee des Kreativnests beibehalten möchten. „Aktuell sieht es so aus, als würde das komplette Konzept so übernommen werden, was unser Herzenswunsch wäre, weil es Leuten hilft, sich weiterzuentwickeln und weil es sie inspiriert. Natürlich sind wir auch offen für neue, bessere Ideen; der Grundgedanke sollte aber bestehen bleiben”, so Tina Fleckinger.

Wie es mit dem Kreativnest weitergeht, wird sich noch zeigen. Für Tina Fleckinger steht jedoch eines fest: auch wenn das Kreativnest gut läuft, liegt ihr Fokus jetzt auf ihrer Rolle als Mutter: „Ich habe nun ein anderes Küken, um das ich mich kümmern darf,” so die Gründerin des Coworking Space.

tp

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