Debatte über Gestaltungshandbuch

Schaufenster oder graue Platten – Stadt Freilassing will mitreden

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Das Schaufenster beim Netto-Markt in der Lindenstraße.
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Freilassing - Das „Schaufenster“ beim Netto-Markt in der Lindenstraße ist für Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann „das Negativbeispiel, da waren früher schöne Schaufenster und jetzt ist einfach eine graue Platte davorgestellt“. Genau das soll in Zukunft ein neues Gestaltungshandbuch verhindern, strittig ist allerdings, ob damit die Stadt die Gestaltung der Schaufenster verbindlich vorschreiben oder nur Empfehlungen aussprechen kann.

Bereits bei einer Info-Veranstaltung mit rund 70 Personen wurde kontrovers darüber diskutiert, ob man den Geschäftsleuten in der Innenstadt rechtlich verbindlich vorschreiben könne, wie sie ihre Schaufenster zu gestalten haben, gemeint ist hier die Größe und das Aussehen der Schaufenster, nicht die Dekorationen innen. 

Stadtplaner Martin Schirmer hatte in seiner Analyse unter anderem „zu unübersichtliche Schaufenster“ beklagt, doch bevor man hier in persönliche Rechte eingreife sollte man schon mit den Betroffenen, also den Geschäftsinhabern reden, so die Meinung im Stadtrat, es rege sich schon erheblicher Widerstand, wenn die Schaufenster am Ende zu einheitlich aussehen würden.

Graue Platte als Discounter-„Schaufenster“

Wolfgang Hartmann von den Grünen hat selbst ein Geschäft in der Hauptstraße, er präzisierte, dass es in einem Gestaltungshandbuch natürlich nie um die innere Dekoration eines Schaufensters gehen könne sondern nur um die Größe und die äußere Form. „Wenn es dieses Handbuch gibt kann sich ein Eigentümer bei einem Umbau an den Wünschen der Stadt orientieren“, so Hartmann. 

Als Negativbeispiel nennt er das „Schaufenster“ beim Netto-Discounter in der Lindenstraße. „Da war vorher ein Optiker-Kollege von mir drinnen mit schönen Schaufenstern und einer ansprechenden Fassade, jetzt ist eine dunkel angemalene Platte davor und die Fassade ist zerstört“. Derzeit habe die Stadt keine Handhabe dagegen, „auch wenn ich vor mein Geschäft Platten schrauben würde könnte die Stadt nichts machen“.

Freilassing zu dunkel

Im Masterplan Innenstadt geht es auch um die Beleuchtung in der Hauptstraße und der Lindenstraße, zahlreiche alte Lampen wurden bereits durch LED-Leuchten ausgetauscht, in der Lindenstraße und den Verbindungsstraßen zur Hauptstraße ist dies ebenfalls geplant. 

„Allerdings haben wir in der Hauptstraße noch Rundum-strahlende Leuchten, die nicht nötig sind und Lampen, die statt auf den Gehweg auf die Straße leuchten“, so Hartmann als Betroffener in der Hauptstraße. Beim letzten Mal hätte das Bauamt am Nachmittag die Lichtwirkung getestet, „dieses Mal bitte erst im Spätherbst und wenn es wirklich dunkel ist, ich gehe auch gerne mit“.

Michael Hudelist

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