Plus 12,1 Prozent mehr Arbeitslose

Corona-Arbeitslosigkeit: So wirkt sie sich in Freilassing aus

Herbert Tekles und Markus Hiebl
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Prof. Herbert Telkles (r.) präsentierte Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl die Ergebnisse der Sozialraumanalayse, wirtschaftlich sei die Stadt bisher „mit einem ganz kleinen, blauen Auge“ davon gekommen.

Freilassing - „Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise haben sich in Freilassing bisher nicht verheerend bemerkbar gemacht“, so kommentiert Sozialforscher Herbert Tekles die aktuellen Arbeitslosenzahlen für die Stadt.

Die Zahl der Arbeitslosen hat in Freilassing seit März 2020 um 12,1 Prozent zugenommen, exakt um 46 Personen von 381 im März dieses Jahres auf 427 Ende September. Noch höher war die Zahl der Arbeitslosen noch unmittelbar vor dem Ausbruch der Corona-Krise im Februar dieses Jahres mit 429 und im Januar 2020 mit 471.


„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wegen Corona ist in Freilassing nur halb so stark wie im bayerischen Durchschnitt“, so Tekles im Rahmen der Präsentation der Sozialraumanalyse. Die Angst vor drohender Arbeitslosigkeit sei zwar massiv vorhanden, „aber Freilassing ist bisher mit einem ganz kleinen, blauen Auge davongekommen“. Das hätte vor allem damit zu tun, dass die hauptsächlich von den Folgen der Corona-Krise betroffenen Branchen wie der Tourismus oder die Automobil-Zulieferer in Freilassing schwach vertreten sein, „Städte wie Freilassing mit einem breiteren Mix kommen besser durch die Krise“, so Tekles. 

Vor Corona habe sich die Zahl der Arbeitslosen erfreulich nach unten entwickelt, Tekles betrachtet in seiner Analyse dabei jeweils die Jahresmitte, also den 30. Juni und zeigt damit, dass der Höchststand von 686 Arbeitslosen Ende Juni 2005 auf 345 Ende Juni 2019 gefallen sei. Ende Juni dieses Jahres waren 486 Männer und Frauen in Freilassing Arbeitslos gemeldet. 


Weniger Langzeitarbeitslose

Mit einer Arbeitslosenquote von 6 Prozent Ende Juni 2019 lag Freilassing damit allerdings vor anderen Städten wie zum Beispiel Rosenheim (4,7 Prozent) oder Traunstein (3,7 Prozent). Vergleichbar gut entwickelt hat sich nach Angaben aus der Sozialraumanalyse die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Freilassing, also Personen die ein Jahr oder länger vergeblich einen neuen Job gesucht haben. Von einem Höchststand von 208 Personen im Durchschnitt 2006 hatte sich diese Zahl 2019 auf 85 eingependelt. 

Als einen „Indikator für Armutsgefährdung“ bezeichnet Tekles die Zahl der HARTZ-IV-Empfänger, in Freilassing ist dies eine Person pro 100 Einwohner, exakt 1,01 Prozent pro 100 Einwohner oder 170 in absoluten Zahlen, in Waldkraiburg sind es 1,74 Prozent und in Traunstein 0,77 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf Ende Juni 2019.

Michael Hudelist

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