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Von Freilassing nach Wels und Burghausen

Wie zwei Studenten mit ihrem Start-Up dem Kater den Kampf ansagen

David Rose (l.) und Lorenz Wendlinger haben den Schritt gewagt und neben dem Studium ein Start-Up gegründet.
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David Rose (l.) und Lorenz Wendlinger haben den Schritt gewagt und neben dem Studium ein Start-Up gegründet.

Es ist eine Erfolgsgeschichte „Made in Freilassing“: Die beiden Studenten Lorenz und David haben neben ihren Studien in Burghausen und Wels ein kleines Wundermittel gegen den Kater entwickelt. Im Gespräch mit BGLand24.de erzählen sie, wie aus der bloßen Idee plötzlich ein Start-Up wurde.

Freilassing/Burghausen/Wels - Die „Sandkastenfreunde“ Lorenz Wendlinger (22) und David Rose (23) sind gemeinsam in Freilassing aufgewachsen und mittlerweile auch Geschäftspartner. Die beiden haben einen „Shot“ gegen den Kater entwickelt: „Recovertea“

„Recovertea“: Die Ursprünge des Start-Ups

Ihren Ursprung hatte die Idee bereits vor ein paar Jahren. „Wir haben uns schon mit 16 beim Fortgehen immer mit Nahrungsergänzungsmitteln, die wir vom Sport daheim hatten, auf die Partynacht vorbereitet“, erzählt Lorenz Wendlinger im Gespräch mit BGLand24.de. Anfangs waren es noch Eiweißpulver, Vitaminkapseln und Pflanzenpulver; die beiden haben schnell festgestellt, „dass wir im Vergleich zu unseren Freunden am nächsten Tag viel fitter sind“. Schnell war klar: Das dürften die „Mittelchen“ sein. „Da haben wir uns gedacht, das müsste man perfektionieren!“

Lorenz denkt im Gespräch an die Zeit zurück: „Wir haben im Prinzip einfach alles gegessen, was wir daheim hatten und uns gedacht: ‚Da gibt es bestimmt besondere Inhaltsstoffe, die gut für den Zweck sind bzw. besonders Sinn ergeben. Und wieso macht man diese Stoffe nicht alle in ein Produkt, das man dann einfach nur öffnen und trinken muss?‘“

Stressig war es zeitweise schon, erzählt Lorenz Wendlinger im Gespräch mit BGLand24.de. Doch jetzt sind die beiden Jungunternehmer froh, dass sie mit Recovertea durchgestartet sind.

Die Idee war also früh geboren und hat sich dann auch in dem Werdegang der beiden Freilassinger gezeigt. Lorenz studiert Lebensmitteltechnologie und Ernährung in Wels, Oberösterreich. David ist nach Burghausen im Kreis Altötting, um Chemieingenieurwesen zu studieren.

Der Prototyp: Die Geburtstagsparty als Feldversuch

Für Recovertea ging es dann erst richtig los. Auf einer Geburtstagsparty unter Freunden stellen die beiden den ersten Prototyp vor. „Es hat noch ganz anders ausgesehen als jetzt. Das war ein halber Liter und sehr Tee-lastig“, erzählt Lorenz. „Wir haben dann eine Umfrage gemacht, um zu sehen, wie es mit den Vitaminen und Mineralstoffen wirkt und allein da schon - also als das Produkt eigentlich noch sehr unausgereift war - war die Tendenz schon deutlich in die Richtung, dass die Leute, die das getrunken haben, deutlich fitter waren, als die, die das Placebo bekommen haben.“

Vom „Gepansche“ in der Küche zur professionellen Herstellung

Doch wie stellt man eigentlich ein marktreifes Produkt her? „Unser erster Schritt war eigentlich sogar falsch. Wir haben uns erstmal die ganzen Zutaten selber gekauft und zusammengepanscht. Es war wichtig, dass wir uns die Rezeptur im Groben überlegt haben, aber wir sind dann später darauf gekommen, dass es am sinnvollsten und sichersten ist, wenn wir das produzieren lassen. Zuhause in der Küche kann man die Hygienestandards gar nicht einhalten, die da notwendig wären“, so Lorenz. Jetzt produziert ein deutscher Grundstoffhersteller die Flüssigkeit, die dann die Fläschchen abgefüllt wird.

Was genau ist Recovertea eigentlich?

Doch was genau ist Recovertea eigentlich? „Rechtlich gesehen ist es ein Nahrungsergänzungsmittel“, so Lorenz, der sich auch in seinem Studium mit Lebensmittelrecht auseinandersetzt. „Konkret ist es ein 60 ml Shot mit vielen Pflanzenextrakten, Vitaminen und Mineralstoffen, der einfach dazu dient, den Körper mit diesen Stoffen möglichst schnell zu versorgen.“ Gerade in Ausnahmesituationen, wie beim Sport, in Stresssituationen oder bei Alkoholkonsum soll so der Körper mit den notwendigen Stoffen versorgt werden. Geschmacklich dominiert dabei Johannisbeere und Aronia.

„Im Bezug auf Alkohol ist ja bekannt, dass es zu Mineralstoffverlust kommen kann. Deshalb sind Mineralien drin, die dazu dienen, den Haushalt nach dem Feiern wieder aufzufüllen. Die Einnahme ist auch vor dem Schlafen gehen und nicht erst am nächsten Tag.“ Zehn Vitamine verstecken sich in dem kleinen Fläschchen. „Zum Beispiel Vitamin C als das Antioxidant schlechthin, fast der komplette B-Vitamin Komplex und Vitamin E.“

Die ursprüngliche Geschäftsidee basiert zwar auf dem Feiern mit möglichst wenig Kater am nächsten Tag, doch der Fokus steht für die beiden Jung-Unternehmer auf der Gesundheit und bewusster Ernährung. Ganz nach dem Motto: „Wenn schon Alkohol, dann wenigsten den Körper mit Nährstoffen versorgen.“ Aber auch im Alltagsstress soll der Gesundheits-Shot durch seine Antioxidantien helfen.

Recovertea als Mixgetränk? So soll es weitergehen

Den beiden Gründern hat die Corona Pandemie erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir haben uns eigentlich erst gefreut, dass wir genau zu den Lockerungen auf den Markt gekommen sind, aber das war ja ein sehr kurzes Vergnügen. Mittlerweile läuft der Verkauf aber über den Online-Shop“, so Lorenz.

Der Blick geht jedoch auch in die Zukunft: „Wir sind mit Clubs im Gespräch, die das dann am besten beim Eingang gleich mit verteilen. Wir haben auch Flyer mit Cocktail-Rezepten gestaltet“, so Lorenz, „Es ist zwar vielleicht ein bisschen paradox, dass man dann Alkohol mit Recovertea mischt, aber im Prinzip ist es für den Körper egal, ob man das davor trinkt oder währenddessen.“ Und wie schmeckt dann der „Recovery-Vodka“? „Megalecker“, meint Lorenz.

Start-Up mit Anfang 20 - „Nicht aufhören, zu träumen“

Ein Start-Up gründen mit Anfang 20. Lässt sich davon schon das Studium finanzieren? Nein, „das geht noch nicht, dass wir uns auszahlen“, meint Lorenz. Doch darum geht es den beiden auch gar nicht. Für sie ist die Erfahrung, das Start-Up und das Produkt wichtig. Ob sie den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit auch mal bereut haben? „Zwischendrin war es schon sehr viel auf einmal, aber natürlich sind wir beide jetzt mega froh, dass wir es durchgezogen haben.“

Für Mutige mit Ideen, die sich ebenfalls an ein Start-Up wagen wollen, haben Lorenz und David einen Tipp: „Es ist sehr wichtig, dass wenn man das zu zweit aufzieht, man sich untereinander super versteht.“ Die Freundschaft muss gefestigt sein, dass „sie nicht so leicht ins Straucheln kommt und man sich nicht zerstreitet“, so Lorenz, „und ja, den Mut haben, anzufangen und nicht aufhören, zu träumen, sondern immer weiterzumachen.“

ce

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