Pressemitteilung Bund Naturschutz Freilassing

Bund Naturschutz für Schutz an der Matulusstraße

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Der Bund Naturschutz setzt sich für den Schutz des Baumbestandes an der Matulusstraße ein.

Freilassing - Der Bund Naturschutz i.B.e.V. (BN) Freilassing beschäftigt sich seit über 3 Jahren mit der Tierwelt im waldartigen Baumbestand beim Krankenhaus Freilassing an der Matulusstraße.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass im Laufe der Bemühungen eine erstaunliche Vielfalt festgestellt werden konnte, teilt der Ortsvorsitzende Erich Prechtl mit. Zwanzig verschiedene Baumarten in allen Altersstufen bilden den Bestand. Die ältesten Bäume stehen bereits seit mindestens hundertsechzig Jahren an Ort und Stelle. Der BN hat sich daher entschlossen die Unterschutzstellung des wertvollen Baum- und Strauchbestandes zu beantragen.


Bei vielen nächtlichen Begehungen konnten mit dem Detektor über ein Dutzend Fledermausarten festgestellt werden. Das sind mehr als die Hälfte der in Bayern vorkommenden Arten. Einige der Arten sind nur zu bestimmten Zeiten anzutreffen. Die Rauhautfledermaus bezieht hier ihr Winterquartier. Zwerg- und Mopsfledermaus ziehen im Matuluswald in sogenannten Wochenstuben ihre Jungen auf. Alle Fledermausarten sind nach der Europäischen FFH-Richtlinie streng geschützt. Ein derartig vielfältiges Fledermausvorkommen dürfte im weiten Umkreis einmalig sein, meint man beim BN. Das kurzfristige Aufhängen von Fledermauskästen für den Verlust von Fortpflanzungs- und Ruhestätten ist nach neuestem Erkenntnisstand fachlich nicht mehr zu vertreten und daher rechtlich unzulässig. Fledermäuse brauchen länger als zehn Jahre um diese Ersatzkästen anzunehmen. Daher ist es besser den Baum und Strauchbestand zu belassen wie er ist.

Aber nicht nur Fledermäuse besiedeln den Matuluswald, auch Zauneidechsen und Blindschleichen finden dort ihr auskommen. Bei einer Bebauung des Areals müssten sie aufwendig in Ersatzlebensräume umgesiedelt werden. Mit dem Eremiten, auch Juchtenkäfer genannt, ist noch eine besondere Art anzutreffen. Er lebt hauptsächlich im Mulm von Spechthöhlen in alten Bäumen. Er braucht größere Areale für den Erhalt seiner Art. In Bayern ist dieser Käfer eine besondere Rarität. Beim Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes wurde der Käfer zur Berühmtheit.


Der Baumbestand an der Matulusstraße hat auch eine wichtige Klimaschutzfunktion in der Stadt Freilassing. Im Stadtgebiet wurden in den Letzten Jahren leichtfertig viel zu viele alte Bäume umgeschlagen, meint dazu Ortsvorsitzender Prechtl. In Zeiten einer bevorstehenden Klimakatastrophe müssen Baumbestände, wie der an der Matulusstraße, unbedingt erhalten werden. Sie bilden das Grundgerüst für eine Grüne Infrastruktur, die für eine zukünftige, lebenswerte Stadt unbedingt notwendig ist. Alte Bäume bieten Tieren wichtige Lebensräume, die in der freien Landschaft schon lange verloren gegangen sind, berichtet Prechtl. Ein alter Baum hat einen Wert, der nicht so einfach ersetzt werden kann. Neupflanzungen liefern erst in hundert Jahren die Wohlfahrtwirkung die der vorhandene Baumbestand schon jetzt kostenlos liefert. Alle diese Erkenntnisse haben den BN veranlasst die Unterschutzstellung des wertvollen Baum- und Strauchbestandes zu beantragen.

Pressemitteilung Bund Naturschutz Freilassing

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