Ortsgruppe Freilassing vom Bund Naturschutz kritisiert Wohnbauprojekt

Erich Prechtl: "Der Stadtrat muss die Notbremse ziehen"

+

Freilassing: Anfang Juni wurde im Rathaus Freilassing das neue Wohnbauprojekt "Matulusgarten" vorgestellt. Nun ergreift der Bund Naturschutz das Wort und kritisiert das Vorhaben:

Rund 150 neue Wohnungen könnten in Freilassing entstehen, direkt neben der Kreisklinik, außerdem Gemeinschaftsräume und Gewerbeflächen. Das Projekt "Matulusgarten" erstreckt sich laut aktueller Planung auf einer Fläche von rund 13.000m². 


Geplant sind mehrere Baukörper mit Eigentums- und Mietwohnungen. Darunter auch geförderte Wohnungen, sowie Einheiten für Betreutes Wohnen. Geplant sind jeweils Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit unterschiedlichen Grundrissen und Größen zwischen rund 40 und 90 Quadratmetern Wohnfläche

Zu der öffentlichen Projektvorstellung waren hauptsächlich Nachbarn gekommen, um sich über das Bauvorhaben zu informieren und ihre Fragen und Bedenken loszuwerden.


Kritik vom Bund Naturschutz

Nun meldet sich die Ortsgruppe Freilassing vom Bund Naturschutz e.V. zu Wort.

"Wir lehnen eine Bebauung an der Matulusstraße unter den von den Bauträgern vorgestellten Rahmenbedingungen entschieden ab und fordern diese städtebauliche Fehlentwicklung zu verhindern. Die gesetzlich geforderte städtebauliche Einbindung des neuen Wohnquartiers in die umgebende Bebauung ist bei einer Geschoßflächenzahl von 1,0 nicht gegeben", so zeigt sich Vorsitzender Erich Prechtl überzeugt. 

Und ergänzt: "Wird auf die gegenüberliegende ein- bis zwei-geschossige Einfamilienhausbebauung mit drei- geschossigen Gebäuden entlang der Matulusstraße reagiert, kann die vorgegebene Bebauungsdichte nur mit fünf-stöckigen Gebäuden im hinteren Teil des Grundstücks realisiert werden. Die Folge: Eine angemessene Einbindung der denkmalgeschützten Villa ist nicht möglich. Nachbargrundstücke und Innenhöfe werden durch die hohe Bebauung stark verschattet. Würde die Bebauungsdichte reduziert, wäre der wünschenswerte Bau von geförderten Wohnungen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht mehr möglich.", so das Argument der Bauträger.

Viel zu viele offene Fragen?

Auch sind den Mitgliedern der Ortsgruppe Freilassing noch viel zu viele Fragen offen. "Wie kann bei circa 350 Bewohnern im neuen Quartier eine Überlastung der Matulusstraße zu den Stoßzeiten verhindert werden? Wie können attraktive Freiräume unter Erhalt der stadtbildprägenden Platanen an der Matulusstraße erhalten werden und wertvolle alte Gehölzgruppen entstehen?".

Erich Prechtl macht im Gespräch mit BGLand24.de deutlich: "Es liegt am Stadtrat die Notbremse zu ziehen und ein qualitätsvolles Wohnquartier zum Wohl der neuen Bewohner und ebenso zum Wohl der Anrainer zu entwickeln. Der Schlüssel dazu liegt in einer deutlich reduzierten Geschoßflächenzahl. Das Projekt zeigt außerdem deutlich: Nur wenn in einem Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan städtebauliche, verkehrliche und naturschutzfachliche Ziele aufeinander abgestimmt sind, gibt es verbindliche Vorgaben für eine nachhaltige, städtebauliche Entwicklung. Das sogenannte integrierte Stadtentwicklungskonzept liefert diese Vorgaben nicht."

Kommentare