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Bund Naturschutz besorgt

Bebauung des Matulusgarten in Freilassing: eine Gefahr für die Artenvielfalt

Zahlreiche geschützte Fledermausarten sind im Matulusgarten zuhause.
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Zahlreiche geschützte Fledermausarten sind im Matulusgarten zuhause.

Zahlreiche, streng geschützten Fledermausarten und andere seltene Tiere sind im Matuluswald in Freilassing beheimatet. Der Bund Naturschutz zeigt sich besorgt um die Artenvielfalt.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Freilassing – Wie der Bund Naturschutz mitteilt, beherbergt der Baum- und Strauchbestand an der Matulusstraße den artenreichsten Fledermausbestand von Freilassing und Umgebung. Bei der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) wurden 19 von bayernweit vorkommenden Fledermausarten festgestellt. Es handelt sich hier um einen Hot Spot der Artenvielfalt, der erhalten und geschützt werden muss, meint dazu Erich Prechtl vom Bund Naturschutz.

Alle Fledermausarten sind durch die Europäische Flora-, Fauna-, Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) streng geschützt. Die Bechstein- und die Mopsfledermaus stehen sogar unter strengstem Schutz, für deren Erhalt die Bundesrepublik Deutschland besondere Verantwortung trägt. Zwerg- und Mopsfledermaus ziehen in sogenannten Wochenstuben von Mai bis August ihre Jungen auf und sorgen so für den Erhalt ihrer Arten. Der Matuluswald ist Kernlebensraum verschiedenster Fledermausarten.

Auch wurde bei der saP eine der seltensten Käferarten, der Eremit, festgestellt. Er wird wegen seines Duftes nach Leder auch Juchtenkäfer genannt. Bayernweit gibt es nur 16 bekannte Vorkommen dieser Käferart. Er braucht große, alte Spechthöhlen mit ausreichend Mulm um sich über mehrere Jahre zu einem fertigen Käfer zu entwickeln.

Er wird ebenso wie die Mops- und Bechsteinfledermaus im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und genießt strengsten Schutz. Der Käfer verlässt nur selten seine Baumhöhle und hat einen sehr engen Aktionsradius. Daher ist er darauf angewiesen, dass in seiner nächsten Umgebung weitere geeignete Bäume mit entsprechenden Spechthöhlen für die Fortpflanzung vorhanden sind.

Die besonders schutzwürdigen Zauneidechsen dürfen ebenfalls nicht mehr auf dem Gelände verbleiben. Sie sollen in den Auwald verbannt werden. So verschwindet eine Weitere Tierart vom Gebiet um das Krankenhaus.

Die bis jetzt durchgeführten Ausgleichsmaßnahmen sind nach Ansicht des Bund Naturschutz Vorsitzenden Erich Prechtl keinesfalls geeignet die vorhandene Artenvielfalt zu erhalten. Durch den massiven Eingriff in den wertvollen Baumbestand werden die streng geschützten Tierarten ihren angestammten Lebensraum verlieren. Beim Bund Naturschutz ist man auch der Ansicht, dass es in Freilassing genügend Flächen gibt die nicht auf Kosten der Artenvielfalt bebaut werden können.

Pressemitteilung des BN Freilassing

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