„Hiebl ist der Richtige, er hat die Qualifikation“

Bürgermeisterwahl 2020: Freilassinger Grüne werden Markus Hiebl unterstützen

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Freilassing - Markus Hiebl als parteiunabhängiger Bürgermeisterkandidat hat jetzt eine weitere Partei auf seiner Seite: die Grünen. „Wir werden Hiebl unterstützen“, so Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Hartmann jetzt exklusiv gegenüber BGLand24.

Bis zur Kommunalwahl sind es noch gut sechs Monate, Parteien haben also noch Zeit ihre Listen zusammenzustellen oder Bürgermeisterkandidaten zu finden. Nachdem Langzeitbürgermeister Josef Flatscher (CSU) nicht mehr antritt hat der frühere Bauamtsleiter der Stadt, Markus Hiebl, gute Chancen auf den Chefsessel im Rathaus, auch als Parteiunabhängiger Kandidat. 

Unterstützung bekommt er bisher offiziell von Pro Freilassing und jetzt auch von den Grünen. Doch warum stellen diese keinen eigenen Kandidaten auf? „Ein Bürgermeisteramt ist kein Job mit einer 40-Stunden-Woche, das sieht man bei Josef Flatscher, der ja extrem viel Zeit investiert. Das will nicht jeder, auch wenn viele glauben, sie könnten es besser“, so Wolfgang Hartmann. Bürgermeister zu sein, bedeute mehr als nur Verwaltungschef einer Stadt zu sein, es fänden sich auch in anderen Parteien nicht viele, die sich dazu bereit erklären, weiß Hartmann. 

Er selbst wäre mit 63 Jahren auch nur mehr für eine Periode wählbar, „wenn ich 20 Jahre jünger wäre würde ich vielleicht kandidieren“, räumt er auf Nachfrage aber ein. Seine Kollegen im Stadtrat, Wilhelm Schneider und Edeltraud Rilling, sind jetzt schon über der Altersgrenze für das Bürgermeisteramt. Für die drei steht fest, der 45-jährige Hiebl ist der richtige Mann, „er ist jemand, der gestalten will, er ist der Fachmann vom Bau und hat Ahnung vom Baurecht“. Dass Hiebl ohne Partei im Hintergrund möglicherweise Probleme haben könnte Mehrheiten im Stadtrat zu finden glaubt der Grünen-Fraktionssprecher nicht. „Im Stadtrat geht es ja nicht um Parteien, sondern zum Beispiel um die Fragen ‚wie und wo bauen wir eine Brücke oder eine Straße‘, und die Brücke ist ja dann nicht die von der CSU sondern sie gehört der Stadt“. So habe auch Bürgermeister Flatscher gelegentlich mit den Grünen gegen seine CSU gestimmt.

„Wir müssen eine Stadt werden“

Überzeugt hat Hiebl die Grünen offensichtlich mit seinen Ideen zur Stadtentwicklung, Hartmann kommt geradezu ins Schwärmen: „Freilassing muss vom dörflichen Charakter wegkommen und endlich eine Stadt werden, und da sind Hiebls Vorstellungen unseren sehr ähnlich“. Gemeint ist zum Beispiel, dass mehr und höher gebaut werden müsse, auf beiden Seiten des Bahnhofes hätte man hier in den nächsten Jahren viele Gestaltungsmöglichkeiten, ebenso am Salzburger Platz. „Viele meinen ja, drei Stockwerke sind schon hoch, aber wir sollten uns bewusst werden, dass wir eine Stadt sind“.

Finale Abstimmung in den nächsten Wochen

Die grüne Unterstützung für Hiebl zeichnete sich bereits ab, er durfte der Ortsgruppe schon ausführlich seine Ideen vor allem für die Stadtentwicklung schildern, der zweite Kandidat, Daniel Längst, kam über ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Grünen-Ortschef Kaspar Müller nicht hinaus. In den nächsten Wochen werden die anwesenden Mitglieder der Ortsgruppe offiziell über die Unterstützung abstimmen, kaum anzunehmen, dass da noch was schiefgeht.

Wie wird die grüne Hilfe dann aussehen? „Wir werden Hiebl im Wahlkampf menschlich und ideell unterstützen“, verspricht Rilling, es soll auch gemeinsame Auftritte geben und Hartmann will auch anpacken, „also zum Beispiel mal Plakatständer aufstellen“. In die Parteikasse greifen wollen die Grünen für Hiebl nicht, „das machen wir prinzipiell nicht“, so Schneider, „und  Hiebl selbst will das ja auch nicht, so kann er auch wirklich unabhängig bleiben“.

hud

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