Bürgermeisterkandidaten auf Schmusekurs mit der Wirtschaft

Innenstadt mit Parkhaus und besserem Branchenmix beleben

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Freilassing - Mehr Parkplätze, vielleicht sogar ein Parkhaus, ein mit Google vernetztes Parkleitsystem, ein "Kümmerer" für einen besseren Branchenmix und eine engere Zusammenarbeit mit Salzburg, das waren im Kern die Ideen der Bürgermeisterkandidaten auf die Frage, wie denn die Innenstadt von Freilassing wiederbelebt werden könnte.

Die tatsächlichen Gründe für leere Geschäfte in allen Innenstädten wie zum Beispiel der boomenden Online-Handel oder Einkaufszentren auf der grünen Wiese blieben außen vor.   


Die Vorsitzende des Wirtschaftsforums, WiFo, Anni Klinger, machte gleich zu Beginn der Diskussion, die de facto ein Abfragen von bekannten Statements war, klar, was Sie und damit 170 Mitgliedsfirmen sich wünschen: weiterhin einen engen Draht zum Bürgermeister. Sie erinnerte an die vielen Probleme, die die Wirtschaft und dabei vorallem die Geschäftsleute hätten, „der ewige Umbau der Münchener Straße in Freilassing und der Münchner Bundesstraße in Salzburg, dann die Grenzkontrollen seit 2015 oder ein Salzburger Bürgermeister, der aus Lust und Laune die Busverbindung zwischen Salzburg und Freilassing einstellte“. 

Dass es bei der Buslinie 24 damals um vertragliche Differenzen ging verschwieg Klinger genauso wie die größte Konkurrenz für die Geschäfte in der Innenstadt: der Online-Handel. Mit „Worthülsen“ wolle sie sich in der Diskussion nicht zufrieden geben, genau das bekamen Sie und rund 500 Besucher in der vollbesetzten Aula der Berufsschule in über zwei Stunden zum Großteil serviert.


Mehr Kunden mit mehr Parkplätzen

Beispiel Innenstadt, „ein schwieriges Thema“, so Thomas Wagner, CSU-Kandidat. Er wünsche sich und den Geschäften mehr Parkplätze, „vielleicht sollten wir am geplanten Lindenplatz [Am Ende der Lindenstraße in Richtung Bahnhof geplant. Anm.] ein Parkhaus andenken, dann hätten auch die Pendler ihre Plätze“. Um den Leerstand zahlreicher Geschäftslokale solle sich „ein Kümmerer kümmern“, das könne nicht ein Bürgermeister alleine, „vielleicht sollten wir auch über einen anderen Branchenmix nachdenken“. Tatsächlich ist bekannt, warum welche Branchen in der Innenstadt fehlen.

Daniel Längst von den Freien Wählern fiel beim Thema Innenstadt zuerst „ein regelmäßiger Dialog mit Salzburg“ ein, der Europark wolle bekanntlich erweitern und eine überdachte Innenstadt könne Freilassing nicht bieten. Wie die „Zusammenarbeit“ mit Salzburg konkret aussehen und wem sie am Ende nutzen soll verriet Längst nicht. In Freilassing selbst wolle er auf Branchen zugehen, das solle die Stadt aktiv betreiben, auch hier fehlten am Ende konkrete Beispiele.

Google bringt Kunden zurück?

Dem Parteiunabhängigen Markus Hiebl gefiel die Idee mit dem Parkhaus, „vielleicht kann man ja die Fassaden begrünen“, begleitet von Kopfnicken bei den Grünen im Publikum. Gleichzeitig kann er sich ein Parkleitsystem vorstellen „und das dann gleich mit Google verknüpfen“, das könnte neue Kunden in die Innenstadt bringen. 

Mehr Leben in der Fußgängerzone verspricht sich Hiebl zum Beispiel auch durch Ausstellungen, „und überhaupt kann die Innenstadt mit einem persönlichen Kontakt zum Kunden punkten, im Internet fragt mich niemand welche Schuhgröße ich habe“, so Hiebl. Auch er negierte die bekanntermaßen zunehmende Konkurrenz des Online-Handels für alle Innenstädte.

hud

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