Umstrittenes Bauprojekt in Freilassing

Bürgerbegehren "Nein zum Matulusgarten" ohne Folgen?

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Kleinod oder bereits verbautes Gebiet, die Ansichten des Bürgerbegehrens und der Stadt stehen diametral zueinander.
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Freilassing. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellte Bauamtsleiter Robert Drechsler fest, dass eine Bebauung des Geländes Matulusstraße am Rande des Krankenhauses auch ohne die Aufstellung eines Bebauungsplanes möglich ist, „auch wenn das Bürgerbegehren vermutlich auf einen Stopp des Bebauungsplanverfahrens abziele“.

Die Fläche am Krankenhaus sei mit einem Schwesternwohnheim bereits bebaut, allerdings mindergenutzt. „Bei der Fläche an der Matulusstraße handelt es sich um bereits erschlossenes und bebautes Gebiet“, so der Bauamtsleiter.

Mit dem Stadtentwicklungskonzept sei das Ausweisen von neuem Bauland forciert worden „um dem sich weiter verteuernden Wohnraumangebot entgegenwirken“. Die Fläche des ehemaligen Schwesternwohnheimes an der Matulusstraße stelle ein solches Flächenpotential im Innenbereich dar und ist daher eine bereits bebaute, aber mindergenutzte Fläche. Eine Entwicklung auf dieser Fläche entspreche, anders als von den Initiatoren des Bürgerbegehrens behauptet, grundsätzlich den Zielen der Stadt Freilassing und dem Wunsch nach ortsverträglicher Nachverdichtung. Der Bebauungsplan Matulusstraße werde, wie zahlreiche andere Bauvorhaben davor, im sogenannten ‚beschleunigten Verfahren‘ durchgeführt. Obwohl in diesem vereinfachten Verfahren zum Beispiel keine Umweltprüfung vorgesehen sei werde diese durchgeführt.

Angebot und Nachfrage regeln Wohnpreise

Drechsler stellte auch fest, dass es in Freilassing keinen Mietspiegel gebe sondern sich die Preise am Wohnungsmarkt nach Angebot und Nachfrage richten würden. „Insofern wird durch Schaffung von Wohnraum das Sinken der Mietpreise begünstigt“, glaubt Drechsler. Die Stadt könne aber die Vergabe von Wohnungen weder kontrollieren, noch beeinflussen. „Allein bei Bauprojekten und Planungen der Stadt oder mit dem ‚Modell für junge Familien‘ kann die Stadt, sofern sie Eigentümer der Fläche oder der Wohnungen ist, eine Vergabe nach festgelegten Kriterien vornehmen“, so Drechsler.

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Miete und Eigentum

Beim Bauvorhaben an der Matulusstraße sollen von den geplanten 120 Wohnungen rund die Hälfte als Eigentumswohnung verkauft werden, rund 36 Prozent sind als Mietwohnung geplant, die von den beiden Bauunternehmen angeboten werden. „Die restliche Fläche soll als Gemeinschafts- und Gewerbefläche genutzt werden, zum Beispiel für eine Art Café. Die Behauptung, dass mittlerweile „weniger als die Hälfte“ der geplanten Wohnungen zur Miete angedacht seien stimme daher nicht, da „der aktuell geplante Anteil an Miet- und Eigentumswohnungen im Vergleich zu den ersten Projektentwürfen des Investors annähernd gleichgeblieben ist“.

Michel Hudelist

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