Technikraum im Keller von Sur bedroht

Sandsäcke retten Freibad in Freilassing

Freibad Freilassing
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Das Freibad in Freilassing

Am Dienstag hätte sich die Badylon-Katastrophe von 2013 beim Freibad wiederholen können, denn zu Mittag stieg der Pegel der Sur so bedrohlich an, dass das Wasser auch das Technikhaus im Freibad und damit die Technik im Keller erreichen hätte können.

Doch die Stadt hat aus dem Jahrhundert-Hochwasser 2013 gelernt und fuhr sofort mit übergroßen Sandsäcken – Big Bags – auf, um den Technikraum zu sichern.


In einer Pressemitteilung der Stadt hieß es am Dienstagnachmittag (5. August) offiziell nur, dass „die starken Regenfälle der letzten Tage von den Einsatzkräften erhöhten Einsatz fordern“, auf die dramatische Lage am Freibad deutete nur der Hinweis hin, dass die Staatsstraße nach Waging im Bereich des Freibades gesperrt ist. Die Frage, ob der im Keller liegende Technikraum des Freibades am Dienstag zu irgendeinem Zeitpunkt in Gefahr war beantwortete der Sprecher der Stadt am Mittwoch mit einem „Jein“. „Gegen Mittag hat der Pegel der Sur einen Stand erreicht, der tatsächlich eine Gefahr hätte darstellen können“, so Daniel Beutel. Daraufhin hätten die Feuerwehren das Technikhaus mit Sandsäcken abgesichert.

Am Donnerstag präzisierte Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl auf BGLand24-Nachfrage, dass man das Freibad im Auge behalten habe weil man nicht wusste, wie sich der Surspeicher verhält. Der Surspeicher ist ein künstlicher Stausee bei Petting, um in Hochwassersituationen Wasser zurückhalten und kontrolliert abfließen lassen zu können. „Wir waren mit dem Wasserwirtschaftsamt und allen Sur-Gemeinden in engem Kontakt und wussten so immer, wer was macht“, so Hiebl. „Vorsorglich haben wir dann die großen Sandsäcke geholt, die an der Brücke unterhalb der B20 gelagert sind“. Die Stadt habe aus dem Jahrhundert-Hochwasser am 2.  Juni 2013 gelernt, „wir haben uns danach natürlich auch den Technikraum des Freibades angesehen, Simulationen laufen lassen und alles mit der Versicherung abgestimmt“, so Hiebl, der damals als Leiter des städtischen Bauamtes auch für das Freibad zuständig war. Es seien auch Pumpen im Technikraum eingebaut worden um steigendes Grundwasser wegzubekommen.


„Haben aus 2013 viel gelernt“, Rochus Häuslmann

Von einer Gefahr für die Freibad-Technik will auch Freilassings Feuerwehrkommandant Rochus Häuslmann nicht sprechen, „der Pegel der Sur war noch im grünen Bereich, das Wasserwirtschaftsamt meinte nur, dass möglicherweise später noch mehr Wasser vom Surspeicher kommen könnte“. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes hätten dann gegen Mittag das Technik-Gebäude des Freibades mit vorbereiteten Sandsäcken abgesichert.

Hauptaufgaben der Feuerwehren sei es gewesen, die Staatsstraße zumindest für Rettungsfahrten befahrbar zu halten und den Wasserzufluss vom Sonnwiesgraben kommend in das Industriegebiet kontrolliert ablaufen zu lassen. Ein Kranfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg-Gnigl habe dazu auch mit Betonsteinen den Durchfluss bei einer Brücke reduziert. Häuslmann ist überzeugt davon, dass alle auf das Hochwasser sehr gut vorbereitet waren, „wir haben aus dem Jahrhundert-Hochwasser 2013 viel gelernt, wir haben dieses Mal das Wasser kontrolliert durch leiten können, es gab keine Schäden“.

hud

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