Dafür weniger Tourismus-Messen

Kooperation mit Eisbären: BGLT-Tourismus hat schon Koffer in Berlin

+
Die Eisbären Berlin im Trikot mit Berchtesgaden-Logo beim Dolomitencup 2019.

Freilassing / Berlin - Die Berchtesgadener Land Tourismus Gesellschaft (BGLT) und die Eisbären Berlin haben eine Kooperation vereinbart, „in Berlin sind schon drei Busse und bald auch eine ganze S-Bahn mit Berchtesgaden und den Eisbären gebrandet“, so BGLT- Geschäftsführer Peter Nagel stolz im Freilassinger Stadtrat.

Mit dieser Kooperation könne der Berliner Markt sehr gut bearbeitet werden, „durch die Eisbären haben wir Zugang zu 15.000 Fans pro Spiel und, noch wichtiger, zu 3000 V.I.P.-Besucher, sowie drei Mal im Jahr Zugang mit unseren Werbemittel ins Stadion“. Kürzer treten werde man hingegen auf Tourismusmessen, „die kosten viel Geld und auch die anderen Alpenregionen stehen im Dirndl da mit Prospekten in der Hand, wo Berge drauf sind“, also eine Unterscheidung sei für die Besucher schwer auszumachen.


Im Schnelldurchlauf präsentierte Nagel im jüngsten Stadtrat die aktuellen Aktivitäten des Tourismus im Landkreis und Strategien für die Zukunft. Dazu zählen zum Beispiel die neu gestaltete Website berchtesgaden.de die im vergangenen Jahr 7,7 Millionen Mal aufgerufen wurde. 

„Auf dieser Internetseite spielen die Kommunen wie zum Beispiel Freilassing eine große Rolle, die Eröffnung des Badylon hatte auf unserer Seite eine große Resonanz“, so Nagel. Die Unterseite für den Rupertiwinkel, zu der auch Freilassing zählt, hat allerdings keine Millionenaufrufe, sondern lediglich 40.000, die Seite Freilassing gar nur 26.000 Aufrufe.


Auch Facebook spielt bei der Zielgruppe noch eine große Rolle, der Seite „BGL Tourismus“ folgen 82.000 Fans, zum Vergleich, das Salzburger Land hat knapp 270.000 Fans, die Region Chiemsee-Chiemgau hingegen nur knapp 17.000. Bei Jugendlichen ist Facebook schon out und Instagram in, hier geht es nicht um Texte sondern in der Regel nur um inszenierte Fotos. „Mit drei bis fünf Bildern pro Woche erreichen wir hier bis zu 20.000 Personen pro Beitrag“, so Nagel. Eine Fotostrecke vom Badylon hätten so 6000 Personen gesehen. Im Bereich Digitale Medien werden auch lokale Veranstaltungen beworben, „Vereine können ihre Termine selbst eintragen und sehen dann auch gleich Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen“.

BGL hat noch keine Regionalmarke

Im Bereich Marketing gehe es vor allem darum, die Besucher besser zu lenken, „also wir müssen ihm schon Informationen geben, bevor er da ist, zum Beispiel wo wird er parken können“. Erfrischend ehrlich beschrieb Nagel auch die Situation des heimischen Tourismus, so gebe es zum Beispiel noch keine Regionalmarke, „wir basteln gerade an einem Dach gemeinsam mit den Milchwerken in Piding“. Als Beispiel nannte Nagel das Musikhaus Öllerer in Freilassing, „die ganze Welt kennt den Öllerer aber wer kennt ihn in Freilassing?“.

Trotz Internet und Online-Buchungen wünschen sich viele Gäste immer noch Prospekte, die sie in die Hand nehmen können, so gibt es aktuell zwei Gastgeberverzeichnisse für Berchtesgaden und Bad Reichenhall, darin acht Seiten für den Rupertiwinkel. Dazu gibt es neu ein Hochglanzmagazin nach der Machart des erfolgreichen Servus-Magazins vom Red Bull Media House, „denn die am schlechtesten informierten Leute sind meistens die Einheimischen. Spezielle Prospekte gibt es für das Wandern, fürs Radfahren oder eine Familien-Edition, „darin wird zum Beispiel auch das Badylon und die Lokwelt beworben“.

BGL-Wolldecken ein Renner

Stolz ist Nagel auch auf den neu aufgestellten Online- Shop, in dem derzeit 56 Artikel angeboten werden. „Von unserer ersten BGL-Wolldecke haben wir 900 Stück verkauft, im Shop gibt es derzeit aber auch Willkommens-Fahnen für Touristikbetriebe und Gemeinden. „Mit diesen Artikeln können wir nicht nur Geld verdienen, sondern alle die hier einkaufen sind sozusagen Markenbotschafter“.

Michael Hudelist

Kommentare