Ist einseitiges Halteverbot die Lösung?

Polizei rund um die Krankenhäuser in Freilassing und Berchtesgaden gefordert

Seit 1.1.2020 sind die Parplätze den den Krankenhäusern in Berchtesgaden und Freilassing gebührenpflichtig.
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Groß ausgeschildert und doch nicht angenommen? Schrecken die Kosten an den Parkplätzen die Patienten und Besucher der Krankenhäuser in Berchtesgaden und Freilassing ab?

Freilassing/Berchtesgaden - Seit 1. Januar 2020 sind die Parkplätze an den Krankenhäusern in Freilassing und Berchtesgaden gebührenpflichtig. Damit ist ein Problem für die Kliniken gelöst, den Anwohnern und der Polizei ist aber ein neues entstanden.

„Die Politesse hat das Problem am Tisch. Strafen werden es aber nicht lösen“, heißt es von Seiten der Polizei Freilassing. Seit 1. Januar ist der Parkplatz an der Kreisklinik Freilassing gebührenpflichtig, 1 Euro pro angefangener Stunde, maximal 5 Euro am Tag. Ein Grund für viele, auf die angrenzenden Straßen auszuweichen und dort zu parken. Viele Parken zu nah am Kreuzungsbereich, einige im Halteverbot. Wenn sie dabei erwischt werden, gibt es 15 Euro Strafe.


„Wenn der eine wegfährt, parkt der nächste da“, so die Problematik. Deshalb wird seitens der Polizei ein einseitiges Halteverbot in der Matulusstraße auf den Tisch gebracht. „Das soll beim nächsten Verkehrsgespräch mit der Stadt Freilassing

diskutiert werden.“ Ein einseitiges Halteverbot würde zumindest das Durchkommen der Rettungsfahrzeuge erleichtern, deren Hauptausfahrtsstraße dort teilweise blockiert werde.


Die Kliniken Südostbayern AG sieht ihrerseits keinen Grund zum Handeln. Sie habe ihr erstes Ziel erreicht, dass „ausreichend Parkplätze für Mitarbeiter, Patienten und Besucher zur Verfügung stehen“. Pressesprecher Ralf Reuter ist sich sicher, nach einer Einführungsphase werde es sich einspielen. “In der Vergangenheit war die Situation nicht steuerbar.“

Kostenpflichtiger Parkplatz an den Kliniken „nicht die geeignete Lösung“

Er versprach aber, die Situation weiter zu beobachten. „Sollte es notwendig sein wird der Parkplatz in Freilassing erweitert.“ Spielt Reuter auf die altbekannte Diskussion an, dass es an der Klinik nicht ausreichend Parkplätze gebe. Er selbst sieht das Problem eher bei den Fremdparkern, die bisher die Parkplätze für Klinik-Mitarbeiter, -Patienten und- Besucher blockiert hätten. „Freilassing braucht eine Parkraumbewirtschaftung für Anlieger“, ist sein Appell.

Bürgermeister Josef Flatscher hatte sich bereits im alten Jahr in einem Schreiben an die Klinikleitung gewandt, dass ein kostenpflichtiger Parkplatz keine geeignete Lösung sei und die Maßnahme noch einmal überdacht werden solle. „Eine Antwort ist noch ausständig“, heißt es aus dem Rathaus.

Fremdparker blockieren Klinikparkplätze

Eigentlich hatte sich das Parkchaos an der Kreisklink Berchtesgaden nach Erweiterung des Parkplatzes erledigt.

Ein ähnliches Bild stellt sich in Berchtesgaden dar. Im Oktober 2018 wurde der Parkplatz an der Kreisklinik neu angelegt und erweitert. Damit waren die Falschparker auf dem Gehweg und an der Straße rund um das Krankenhaus verschwunden. Seit 1. Januar bietet sich den Vorbeifahrenden oft ein altbekanntes Bild. Während auf dem Parkplatz ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen würden, ist der Gehweg zugeparkt. Auch die Zufahrtstraße zum Wohnheim ist zugeparkt.

Auch hier verweist Ralf Reuter auf die Fremdparker, die viele Parkplätze blockiert hätten. Doch die Preise von 1,50 bis 2 Euro in der Stunde scheinen viele Patienten und Besucher abzuschrecken. “Das Parken auf dem Gehweg ist unzulässig“, weiß Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. „Aber wir sind nicht zuständig.“ Zuständig ist auch hier die Polizei. Zusammen mit der Kommunalen Verkehrsüberwachung wird am Krankenhaus immer wieder kontrolliert.

Eine Situation, die es aus Sicht der Berchtesgadener Bürgergruppe nicht geben müsste. Bei Facebook äußerte sie sich bereits am 22. Dezember. Sie verstehe nicht, warum alles bepreist werden müsse. Vor allem am Krankenhaus. „Irgendwann kommt dann gar keiner mehr auf Besuch“, so die klare Meinung.

cz

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