Rollator trifft E-Scooter in Freilassing

Bürger wollen keine Radfahrer auf engen Gehsteigen - So könnte die Lösung aussehen

Eine Radspur wie hier in der Münchener Straße wollen die Bürger auch in der Reichenhallerstraße.
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Eine Radspur wie hier in der Münchener Straße wollen die Bürger auch in der Reichenhallerstraße.

Der geplante Ausbau der Nord-Süd-Achse für den Radverkehr war am Freitagabend Thema des Bürgerbeirates. Nach zahlreichen Vorschlägen und Diskussionen wurde klar, dass die Reichenhaller Straße eine Radspur auf der Fahrbahn erhalten soll so wie derzeit bereits auf der Münchener Straße. Ob sich der Stadtrat den Wünschen des Beirates anschließt, bleibt abzuwarten, es sind lediglich Empfehlungen. Wie es im weiteren Verlauf der Nord-Süd-Achse, also in der Ludwig-Zeller-Straße und in der Laufener Straße weitergeht, bleibt ungewiss, hier sollen weitere Pläne für Neubauten abgewartet werden. 

Freilassing - Gleich zu Beginn des 20-köpfigen Bürgerbeirates mit zwölf Bürgern und acht Vertretern des Stadtrates wurde klar, was nicht gewünscht wird: ein gemeinsamer Geh- und Radweg in der Reichenhallerstraße. „Schon jetzt sind die Gehsteige in der Reichenhallerstraße für Fußgänger zum Teil gefährlich, denn an manchen Stellen sind die Gehwege extrem schmal, zum Teil stehen dann auch noch städtische Bänke und Mülltonnen am Weg“, so Mathias Thielke und Rudolf Kreuzeder, die für die ältere Generation und Menschen mit Behinderungen im Bürgerbeirat sitzen.

Auffallend viele Bikes parkten am Freitagnachmittag vor dem Rathaus, kein Wunder, innen ging es um einen geplanten Rad-Schnellweg durch die Stadt, die so genannte Nord-Süd-Achse.

Wie auf diesen schmalen Wegen dann auch noch Radfahrer unterwegs sein sollten, wollten sich die beiden erst gar nicht vorstellen, „Stichwort Rollator trifft E-Scooter“. Außerdem werde der Radweg in der Reichenhaller Straße ja nicht für Ausflugsfahrten geplant  „sondern er soll ein schnelles Fahren ermöglichen“, und fest stehe auch, dass es bei Unfällen meist um Kollisionen zwischen Radfahrern und Fußgängern gehe und weniger um Radfahrer und Autofahrer. 

Kein Zebrastreifen bei der Apotheke


Thielke und Kreuzeder haben noch einen weiteren Schwachpunkt in der Reichenhallerstraße ausgemacht. Ausgerechnet im Bereich der ehemaligen Rauchegger-Gründe (jetzt Aicher-Parkplatz) ist ein Nadelöhr mit der Apotheke und vielen Ärzten auf der einen Seite der Straße und Parkplätzen und dem Bahnhof auf der anderen Seite. Der Zebrastreifen ist hier im Kreuzungsbereich „also zu weit weg“. 


Sieben Jahrzehnte Radfahrererfahrung: „Kein Platz in der Laufenerstraße“

Wie schon zuletzt im Stadtrat gab es auch innerhalb der Bürgerschaft kritische Stimmen zum Rad-Schnellweg ausgerechnet in der vielbefahrenen Reichenhallerstraße.

Eine Radspur wie hier in der Münchener Straße wollen die Bürger auch in der Reichenhallerstraße.

„Warum muss denn die Nord-Süd-Achse ausgerechnet in der  Reichenhallerstraße Richtung Laufener Straße erfolgen mit vielen neuralgischen Punkten wie der Bahnunterführung, dem Kreisverkehr beim Penny und dem Salzburger Platz“, fragte zum Beispiel Peter Mühlbauer. Selbst seine 92-jährige Mutter „mit sieben Jahrzehnten Erfahrung als Radfahrerin in der Stadt“ habe kopfschüttelnd gemeint, dass in der Laufener Straße einfach kein Platz für einen Radweg sei. 

Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl hatte ähnliche Stimmen auch schon im Stadtrat gehört, im Bürgerbeirat wiederholte er seine Meinung, dass der Stadtrat schon vor zwei Jahren wegen zahlreicher Grabungsarbeiten den anschließenden Umbau der Reichenhaller Straße beschlossen habe, er wolle eine schnelle Radverbindung innerhalb der Stadt. 

hud

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