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Leiter Georg Simmerl wünscht sich Spendenkonto

90 Kinder in der Ganztagesschule in Freilassing – derzeit spezielle Willkommensgruppe für 10 Ukrainer

Georg Simmerl hat die Offene Ganztagesschule an der Mittelschule mit viel Herzblut aufgebaut, im nächsten Jahr will er die Leitung aber abgeben.
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Georg Simmerl hat die Offene Ganztagesschule an der Mittelschule mit viel Herzblut aufgebaut, im nächsten Jahr will er die Leitung aber abgeben.

Von rund 330 Schülern der Mittelschule besuchen rund ein Drittel die Offene Ganztagesschule, das heißt, nach dem eigentlichen Unterricht essen sie zusammen, lernen und machen gemeinsam ihre Hausaufgaben.

Freilassing - Stolz präsentierte Noch-Leiter Georg Simmerl dem Stadtrat am Dienstagnachmittag einen selbstgedrehten Videoclip, man sieht Kinder und Betreuer unter anderem durch einen Wald spazieren, dazwischen jubelnde Kinder, „unser Thema war ‚Gemeinsam einen Weg gehen‘“, so Simmerl, der noch ein Schuljahr als Leiter der Offenen Ganztagesschule fungieren wird. Er wünscht sich für eine speziell für die Ukraine-Willkommensgruppe „ein Spendenkonto oder einen Fonds, aus dem der Gruppe unbürokratisch geholfen werden kann“

Videoclip zusammen mit Schülern entwickelt

Der Videoclip sei in drei Monaten gemeinsam mit den Schülern entwickelt worden, „also Drehbuch und praktische Umsetzung“, das Thema des ‚gemeinsamen Weges‘ passe auch auf ihn, denn für ihn schließe sich nach der ersten Präsentation im Stadtrat 2007 jetzt auch der Kreis, da er nur mehr ein Schuljahr die Offene Ganztagesschule leiten werde.

Derzeit sind 95 Schüler im Alter zwischen 10 und 15 Jahren in den Gruppen, am stärksten vertreten sind die 5. Klassen mit insgesamt 40 Teilnehmern, auch die 6. und 7. Klassen sind noch gut dabei, „ab der 8. Klasse lässt das Interesse dann nach weil sich Jugendliche in diesem Alter nicht mehr gerne einem sehr strukturierten Nachmittag unterordnen wollen“. Die Schüler werden von 25 Mitarbeitern betreut, darunter Lehrer und Studenten. Das Budget für die sechs Gruppen in Höhe von rund 200.000 Euro pro Jahr sei „sehr stattlich“. Die 6. Gruppe sei eine spezielle Inklusionsgruppe, also Schüler mit einer Art Handicap. Seit 2015 gibt es an der Mittelschule zwei Inklusionsklassen, einmal in der 5. Klasse und in der 7. Klasse. Die Eltern aller Schüler beteiligen sich mit 45 Euro pro Monat für das Mittagessen, „wie sich die steigenden Lebensmittelpreise auf Dauer auf den Elternbeitrag auswirken wird sich zeigen“. 

Essen, Lernen, Spielen

Die Grundstruktur der Offenen Ganztagesschule von Montag bis Donnerstag ist das gemeinsame Mittagessen, „für die Kleinen um 13.15 Uhr und für die Größeren dann um 13.30 Uhr“. Nach einer betreuten Zeit würden dann die Hausaufgaben im Klassenverband gemeinsam gemacht, „und es kommen immer welche mit wenig Deutsch-Kenntnissen, die werden am Nachmittag zwei Stunden lang extra betreut“. Weitere Förderkurse werden für die Fächer Mathematik und Englisch angeboten. Bei den vielen Freizeitangeboten gebe es Dauerbrenner wie zum Beispiel „Kochen“

Spendenkonto für Willkommensgruppe

Durch die Fluchtbewegung nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind derzeit auch zehn Schüler aus der Ukraine in der Mittelschule, sie sind alle in einer speziellen Willkommensgruppe, die der Offenen Ganztagesschule angegliedert ist. „Was uns belastet ist das Finden von Fördertöpfen, der Staat versteckt diverse Antragsformulare sehr gut“. Aber auch das Arbeiten mit den zehn Schülern aus der Ukraine sei „anspruchsvoll“, es gehe nicht nur um das Lernen der deutschen Sprache, sondern allgemein um den Umgang mit der Situation. „Wir haben zum Beispiel schon gemeinsam gefrühstückt, sind gemeinsam Einkaufen gegangen oder in die Au gewandert“. Er, Simmerl, sei zwar kein Arzt, aber seiner Ansicht nach seien die Kinder nicht traumatisiert. Da diese Willkommensgruppe aber noch nicht langfristig finanziell abgesichert sei, wünsche er sich von der Stadt eine Spendenaktion oder einen Fonds, mit dem dann schnell und unbürokratisch der Willkommensgruppe finanziell geholfen werden könne.

„Urgestein“ Simmerl

Simmerl bezeichnet sich selbst als Urgestein, „zu Beginn der Offenen Ganztagesschule 2007 hatten wir Mühe, den Laden zusammenzuhalten“, aber auch durch den Neubau der Schule habe sich die Teilhabe der Schüler verdichtet. „Die Schüler und ich leben ja in der Schule, täglich von 07.30 bis 17.30“. Ein Schuljahr sei er noch als Leiter der Offenen Ganztagesschule tätig, der mitwirkende Verein ‚Haus der Jugend‘ sondiere schon die Nachfolge.

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